Visual Universitätsmedizin Mainz

9. April 2019

11 Jahre Mentoring-Programm an der Universitätsmedizin Mainz, 1 Jahr „MeMentUM“

Verleihung des Dagmar Eißner-Preises als Auftakt der zwölften Mentoring-Runde

Mentees und Mentor*innen des MeMentUM-Jahrgangs 2019; Foto: Markus Schmidt (Universitätsmedizin Mainz)

Das Frauenförderprogramm „MeMentUM“ der Universitätsmedizin Mainz startet in die nächste Runde. In diesem Jahr nehmen 15 Mentees, allesamt hochqualifizierte Medizinerinnen und Naturwissenschaftlerinnen, an dem Eins-zu-Eins-Mentoring-Programm teil. 13 Mentorinnen und zwei Mentoren aus Wissenschaft und Industrie unterstützen, beraten und begleiten die Teilnehmerinnen ein Jahr lang auf ihrem Weg in eine Führungsposition. Den Auftakt in das nunmehr 12. Programmjahr bildet erstmals die Verleihung des Dagmar Eißner-Förderpreises. Die diesjährigen Preisträgerinnen sind Tanja Jene und Svenja Siemer. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen erhalten die Auszeichnung für Forschungsarbeiten im Bereich Resilienzforschung und Nanobiomedizin.

Noch immer sind Frauen in der Medizin und anderswo in Spitzenpositionen unterrepräsentiert. Um dies gezielt zu ändern, hat die Universitätsmedizin Mainz 2008 ein Mentoring-Programm etabliert. Seit 2018 unter dem Namen „MeMentUM“ unterstützen Berufserfahrene als Mentor*innen Nachwuchsführungskräfte, indem sie diese befähigen, ermutigen und auf ihrem Karriereweg begleiten. Sie arbeiten gemeinsam mit den Mentees deren individuelle berufliche Entwicklungsmöglichkeiten heraus, weisen sie auf alternative Optionen hin und öffnen Türen für eine interdisziplinäre Vernetzung mit der Wissenschaftscommunity und anderen Netzwerken.

„Inzwischen haben 190 Mentees das Programm durchlaufen und enorm von dessen drei Säulen – individuelle Beratung und Begleitung, Workshops sowie Netzwerkbildung und interdisziplinärer Austausch – profitiert“, resümiert die Sprecherin des MeMentUM-Beirats Univ.-Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer. „Eine kürzlich durchgeführte Verbleibsanalyse bestätigt die hohe Zufriedenheit der Teilnehmerinnen: 95 Prozent der befragten Mentees würden erneut an dem Programm teilnehmen, wenn sie noch einmal vor der Entscheidung stünden“, ergänzt die Mentoring-Managerin Dr. Stefanie Hülsenbeck.

Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes, freute sich über die Einladung zur Veranstaltung und über die Möglichkeit, über Frauenförderung zu sprechen, die insbesondere im Bereich der Hochschulmedizin wichtig sei. „Es gibt sehr viele sehr gut qualifizierte und engagierte Frauen in der Medizin, die bislang aber zu selten in Führungspositionen in Klinik, Forschung und Lehre vordringen. Preise wie der Dagmar Eißner-Preis sind eine gute Möglichkeit, die herausragenden Leistungen von Frauen in der Forschung sichtbar zu machen und so andere Frauen zu ermutigen. Wie die Universitätsmedizin setzt auch die Landesregierung zudem seit vielen Jahren auf die Chancen die Mentoring-Programme für Frauen insbesondere im Aufbau von wichtigen Netzwerken bieten.“ Die Ministerin gratulierte den beiden Preisträgerinnen zu ihrer verdienten Auszeichnung und wünschte den Frauen im Mentoring-Programm viel Erfolg.

„An der Universitätsmedizin Mainz liegt der Anteil der weiblichen Studierenden und Promovierenden bei rund 60 Prozent, und doch gelangen diese und andere hochqualifizierte Frauen noch zu selten in Spitzenpositionen. Um dies zu ändern und unsere high-potentials gezielter zu fördern, haben wir unser Mentoring-Programm etabliert“, betont der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann. „Dass uns die Förderung von Nachwuchs(führungs)kräften wichtig ist, zeigt auch der Dagmar Eißner-Förderpreis, dessen Verleihung in diesem Jahr erstmals den Auftakt für das MeMentUM-Programmjahr 2019 bildet. Ich freue mich, dass ich die mit insgesamt 3.000 Euro dotierte Auszeichnung heute an die beiden engagierten Nachwuchswissenschaftlerinnen Tanja Jene und Svenja Siemer überreichen darf.“

Die Biologin und Grundlagenforscherin Tanja Jene hat mit ihrer Arbeit „Temporal profiling of an acute stress-induced behavioral phenotype in mice and role of hippocampal DRR1” Herausragendes in der Resilienzforschung sowie im verantwortungsvollen Umgang mit Tierversuchen geleistet. An der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, Sektion Translationale Psychiatrie, hat sie eine neuartige und ressourcenschonende Kombination unterschiedlicher einzelner Verhaltenstests im Tiermodell etabliert. Diese trägt zur Reduktion der Anzahl an Versuchstieren sowie zur Reproduzierbarkeit der Versuchsergebnisse bei, und konnte bereits helfen, die Rolle des als Resilienzfaktor postulierten Proteins DRR1 in der akuten Stressreaktion zu untersuchen.

Dem ebenfalls noch recht jungen Forschungsbereich der Nanobiomedizin hat sich Svenja Siemer gewidmet. Als Mitglied der Forschungsgruppe molekulare und zelluläre Onkologie der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik – Plastische Operationen hat sie Nanopartikel erforscht, die antibakteriell wirken. In ihrer ausgezeichneten Studie „Breaking resistance to nanoantibiotics by overriding corona-dependent inhibition using a pH switch” beschreibt Siemer, wie sich deren Wirksamkeit steigern lässt, was potentiell die Voraussetzung dafür schafft, dass sich Nano-Antibiotika zukünftig zur Behandlung antibiotika-resistenter Keime klinisch effektiv einsetzen lassen.

 

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Kontakt und Information
Dr. Stefanie Hülsenbeck,
Mentoring-Managerin MeMentUM, Mentoring-Programm der Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-3371, Fax 06131 17-3375, E-Mail:  mementum@unimedizin-mainz.de

 

Pressekontakt
Barbara Reinke, Unternehmenskommunikation Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über MeMentUM
Das Mentoring-Programm MeMentUM (www.unimedizin-mainz.de/mementum) soll Frauen befähigen und ermutigen, Führungspositionen anzustreben und einzunehmen. Mit MeMentUM (ehemals Edith Heischkel-Mentoring-Programm – EHMP) verfolgt die Universitätsmedizin Mainz seit 2008 das Ziel, der Unterrepräsentanz von Frauen in der Hochschulmedizin entgegenzuwirken. Die Programmteilnehmerinnen werden ein Jahr lang durch eine erfahrene Mentorin oder einen erfahrenen Mentor persönlich begleitet. Durch ein umfangreiches Workshop-Angebot werden wissenschaftlich relevante Qualifikationen sowie Soft-Skills erworben und ausgebaut. Zudem wird der gezielte Auf- und Ausbau des persönlichen Netzwerks durch regelmäßige Veranstaltungen und Treffen unterstützt.

Gegründet wurde das Programm vor zwölf Jahren von neun engagierten Frauen: Univ.-Prof. Dr. Maria Blettner, Prof. Ellen I. Closs, Univ.-Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer, Prof. Dr. Cornelia Dietrich, PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Prof. Dr. Annerose Keilmann, Dr. Renate Gahn, Dipl. Päd. Silke Paul M.A. und Alexandra Simon.

 

Über den Dagmer Eißner-Förderpreis
Der Dagmar Eißner-Förderpreis für besondere wissenschaftliche Leistungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen im Fachbereich Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist nach der ehemaligen Direktorin der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin und ersten Vizepräsidentin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Frau Prof. Dr. Dagmar Eißner, benannt. Er wird seit 2002 an Nachwuchswissenschaftlerinnen unter 35 Jahren für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben.

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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