Visual Universitätsmedizin Mainz

29. Juni 2018

Dr. Andreas Fischbach ist neuer Leiter der Notaufnahme

Personelle Verstärkung und neue Notaufnahmestation sollen für Entlastung sorgen

Dr. Andreas Fischbach, neuer Leiter der Notaufnahme; Bildquelle: Thomas Böhm (Universitätsmedizin Mainz)

Dr. Andreas Fischbach ist neuer Leiter der Konservativen Notaufnahme der Universitätsmedizin Mainz. Der Notfallmediziner kann eine langjährige Erfahrung und Expertise in der Leitung großer Notaufnahmen vorweisen. Neben der personellen Verstärkung wird eine kürzlich etablierte Notaufnahmestation zur Entlastung der Notaufnahme beitragen. Nach wie vor sind Notaufnahmen jedoch chronisch unterfinanziert – an der Universitätsmedizin Mainz beträgt die „Deckungslücke“ in der Konservativen Notaufnahme im Jahr etwa drei Millionen Euro. Hier sehen die Verantwortlichen der Universitätsmedizin politischen Handlungsbedarf.

„Die Konservative Notaufnahme ist ein hochsensibler und vor allem ein sehr dynamischer Bereich, der seit Jahren mit einer kontinuierlich steigenden Zahl an Patienten Schritt halten muss“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. „Wir haben uns der Konservativen Notaufnahme deshalb besonders intensiv gewidmet und wir freuen uns sehr, dass wir mit Herrn Dr. Fischbach einen überaus erfahrenen Notfallmediziner als Leiter unserer Notaufnahme gewinnen konnten.“

Dr. Andreas Fischbach freut sich auf die neue Herausforderung: „Ich möchte gemeinsam mit meinem Team den Fokus neben der Patientensicherheit darauf legen, die Patientenzufriedenheit zu erhöhen.“ Einen Schlüssel dazu sieht er in einer verbesserten Kommunikation. Denn, so Andreas Fischbach, die Behandlungsreihenfolge in der Notaufnahme richte sich nach der Dringlichkeit und nicht nach der Reihenfolge des Eintreffens. Dies führt in der Folge zu Wartezeiten und damit oft zu Unzufriedenheit gerade bei leichter erkrankten Patienten. „Ziel ist es, die Patienten verstärkt für diese spezifischen Abläufe in einer Notaufnahme zu sensibilisieren und aufzuklären“, erläutert Andreas Fischbach. „So können wir Unzufriedenheiten, die oft auf kommunikativen Missverständnissen oder mangelnder Kommunikation beruhen, entgegenwirken.“ Zu den großen Pluspunkten an seiner neuen Wirkungsstätte zählt Andreas Fischbach ein motiviertes Team, ein sehr gut etabliertes Ersteinschätzungsverfahren, eine zielführende IT-unterstützte Patientendokumentation sowie die kürzlich erfolgte personelle Verstärkung bei den Ärzten. „Das alles sind sehr gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung“, meint Andreas Fischbach.

Daneben verweist Norbert Pfeiffer auf die kürzlich etablierte Notaufnahmestation. Hierher werden Patienten aus der Notaufnahme verlegt, bei denen voraussichtlich nur ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig ist. Die neue Station ist aber auch ein wichtiger Puffer, um einerseits in der Notaufnahme möglichst viele Kapazitäten für die primäre Notfall-Therapie frei zu halten und andererseits die koordinierte Verlegung in die einzelnen Kliniken zu erleichtern. „Die Station verfügt über 15 Betten, darunter fünf Einzelzimmer. Sie hat sich in der kurzen Zeit schon sehr gut etabliert. Etwa zwei Drittel der Patienten können wir nach maximal drei bis vier Tagen nach Hause oder beispielsweise in eine Reha entlassen“, erläutert Andreas Fischbach. „Bei einem Drittel der Patienten stellt sich heraus, dass ein längerer stationärer Aufenthalt erforderlich ist.“ Dies seien oft geriatrische Patienten, und die Zusammenarbeit mit den Fach-Kollegen sei sehr gut: „Ärzte der Geriatrie sind auch auf unserer Station präsent, so dass wir bereits dort in einem interdisziplinären Team den besonderen, individuellen Unterstützungsbedarf bei älteren Menschen erheben und entsprechende Maßnahmen einleiten können. Hiervon profitieren die Patienten enorm.“ Auch sonst funktioniere die Weiterverlegung in die einzelnen Kliniken der Universitätsmedizin, so dass die neue Station ihre Funktion sehr gut erfülle.

Trotz dieser entlastenden Maßnahmen macht Norbert Pfeiffer ein immer noch bestehendes Problem aus, dass die Universitätsmedizin alleine nicht lösen kann. „Wir beobachten schon seit Langem, dass unsere Notaufnahme für viele Bürger neben dem Hausarzt die erste Anlaufstelle ist – dabei ist es eigentlich Aufgabe der Notaufnahme, sich um solche Patienten zu kümmern, die stationär aufgenommen werden müssen“, beschreibt Norbert Pfeiffer. „Der Anteil der ‚ambulanten‘ Patienten, also derjenigen, die nicht stationär aufgenommen werden müssen, liegt seit Jahren um die 50 Prozent.“ Um hier Abhilfe zu schaffen und insbesondere Wartezeiten für die Patienten zu verkürzen, ist die richtige Lenkung der Patientenströme besonders wichtig: Ein gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) geplantes Modellprojekt ist in dieser Hinsicht sehr vielversprechend. Im Rahmen dieses Projektes soll eine Allgemeinmedizinische Praxis auf dem Campus der Universitätsmedizin Mainz (APC) direkt neben der Konservativen Notaufnahme eingerichtet werden. Mit Hilfe eines gemeinsamen Empfanges können Patienten dort, abhängig vom Schweregrad ihrer Gesundheitsstörungen, entweder in die Notaufnahme des Krankenhauses oder in die allgemeinärztliche Praxis geleitet werden. „Hiervon versprechen wir uns eine weitere spürbare Entlastung und einen großen Vorteil für die Patienten“, so Norbert Pfeiffer. „Mit der Umbauplanung im Gebäude 605, dem Standort unserer Konservativen Notaufnahme und der künftigen APC, haben wir schon begonnen.“

Der Medizinische Vorstand fasst zusammen: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, brauchen aber nach wie vor – gerade im Hinblick auf die finanzielle Situation der Notaufnahmen – Unterstützung aus der Politik.“ Als einen grundsätzlich guten Ansatz nennt er die kürzlich vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) getroffenen Regelungen zu einem gestuften System der Notfallversorgung. Die Universitätsmedizin Mainz erfüllt die Kriterien der höchsten Versorgungsstufe (umfassende Notfallversorgung) und würde entsprechende Zuschläge erhalten. „Insofern ist das gestufte System in der Notfallversorgung grundsätzlich zu begrüßen, gleichwohl die geschätzte Summe, die als Zuschlag auf alle Krankenhäuser verteilt werden soll, angesichts der hohen Kosten für die Vorhaltung, deutlich zu niedrig erscheint“, sagt Norbert Pfeiffer. „Auch bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen auf die Universitätsmedizin zukommen, sollten aufgrund der diskutierten Neuregelung Krankenhäuser komplett aus der Notfallversorgung ausscheiden.“

Die Konservative Notaufnahme der Universitätsmedizin Mainz behandelt von Jahr zu Jahr mehr Patienten: In 2012 waren es rund 12.300 Patienten, in 2013 rund 13.700, in 2014 rund 14.300, in 2015 rund 15.900 und in 2016 rund 16.300 Patienten. Dieser Trend setzte sich 2017 in abgeschwächter Form fort und es wurden rund 16.450 Patienten versorgt.

 

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