Visual Universitätsmedizin Mainz

24. September 2018

„Gesund altern durch Sport“

Über das Fassungsvermögen eines Jungbrunnens – Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” startet ins WS 2018/2019

Schon seit dem Altertum gilt Sport als Mittel, um das Altern eines Menschen hinaus zu zögern. Die meisten heutzutage gehaltenen Vorträge zum Thema Sport und Altern betonen die lebensqualitätssteigernden und gesundheitsförderlichen Effekte von Sport und Bewegung. Einen etwas anderen Schwerpunkt setzt hingegen der Referent Univ.-Prof. Dr. Perikles Simon, Abteilung Sportmedizin, Prävention & Rehabilitation der Johannes Gutenberg Universität Mainz (JGU), am 26.09.2018 mit seinem Vortrag „Gesund altern durch Sport - über das Fassungsvermögen eines Jungbrunnens“. Darin thematisiert er auch die Grenzen des „Anti-Aging-Effekts“ und geht verstärkt der Frage nach, wessen Lebenszeit und -qualität tatsächlich von Sport profitieren. Moderator des Abends ist Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Ing. Stephan Letzel, Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz. Die Veranstaltung der Universitätsmedizin Mainz und der Medizinischen Gesellschaft Mainz beginnt um 19.15 Uhr und findet im Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Geb. 505H, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Der Eintritt ist frei.

Sport wird seit dem Altertum und im öffentlichen Diskurs vermehrt seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein „Anti-Aging-Effekt“ zugeschrieben. Das heißt: Sport soll zum einen effektiv die Lebenszeit verlängern und zum anderen möglichst noch die Lebensqualität der gewonnenen Jahre verbessern. Meist betonen deshalb Vorträge zum Thema Sport und Altern, die lebensqualitätssteigernden und gesundheitsförderlichen Effekte von Sport und Bewegung.

In unserer Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung“ setzt der Vortrag „Gesund altern durch Sport - über das Fassungsvermögen eines Jungbrunnens“ am 26. September 2018 einen etwas anderen Schwerpunkt: In unserer heutigen Gesellschaft ist weniger der Sport, als vielmehr die allgemeine Bewegung im Tagesverlauf Mangelware geworden.

Während ein kleiner, bezüglich auch sonstiger Gesundheitsfaktoren sich vorbildlich verhaltender Teil der Bevölkerung von der Wiege bis zur Bahre nach wie vor viel Sport treibt, sind insbesondere weite Teile der Bevölkerung mit erheblichen Gesundheitsrisiken körperlich komplett inaktiv. Fast die Hälfte der Bevölkerung Europas ist laut einer repräsentativen Erhebung im Jahr 2014 nicht ein einziges Mal die Woche körperlich aktiv und schwitzt dabei nur leicht. Erschütternd sind die Zahlen, wenn man betrachtet, wie inaktiv diejenigen sind, die ein schweres Übergewicht, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Altersdiabetes haben. Doch warum treiben ausgerechnet diejenigen eher keinen Sport, die nachweislich sowohl hinsichtlich ihrer Lebenszeit als auch bezüglich ihrer Lebensqualität von sportlichen Aktivitäten am meisten profitieren würden?

Andere hingegen nehmen vermutlich den einen oder anderen Facharztbesuch zu viel in Anspruch und belasten damit unser aller begrenztes Krankenkassenbudget, weil sie einer regen und recht zügellosen Volksmarathonlaufleidenschaft frönen und bzw. obwohl sie ob ihrer körperlichen Robustheit nur fraglich von diesem Ausmaß an Sport profitieren.

Das Problem lässt sich anschaulich auf zwei Aspekte herunterbrechen: Die Gesundheitspolitik schupst zum einen die Falschen mit Fleiß in den Jungbrunnen, während die, die vom Jungbrunnen profitieren könnten, erst auf die Idee kommen, an den Jungbrunnen überhaupt zu denken, wenn die meisten von ihnen bereits ob mangelnder Fitness darin zwangsläufig ertrinken müssen.

Was auf dem ersten Blick etwas unlogisch erscheint, möchte der Referent in seinem Vortrag als eine Zwangsläufigkeit des Jungbrunnens Sport darstellen, wie er in unserer heutigen Gesellschaft errichtet wurde. Die Frage, die es dann zu diskutieren gilt, lautet: Wollen und können wir das in Zukunft anders gestalten?

 

Als Vertreter der Presse sind Sie herzlich zu diesem Abend eingeladen!

Wir bitten um redaktionellen Terminhinweis und -ankündigung im Veranstaltungskalender!

 

Weitere Termine in 2018:
24.10.2018             An jedem Zahn hängt ein Mensch
21.11.2018             Rechtsmedizin: Sektion ohne Skalpell?

 

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger e. m.,
Vorsitzender der Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Telefon: 06131 17-4168, Fax: 06131 17-5516, E-Mail:  junginger@uni-mainz.de

 

Pressekontakt:
Barbara Reinke, Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon: 06131 17-7428, Fax: 06131 17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V. ist ein Verein zur Förderung und Verbreitung medizinwissenschaftlicher Erkenntnisse. Nicht nur Ärzte, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen über aktuelle medizinische Themen durch Vorträge informiert werden. Mehr Infos zu den Veranstaltungen und das Programm der Gesellschaft finden Sie im Internet unter: http://www.mg-mainz.de/aktuelles.html

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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