Visual Universitätsmedizin Mainz

6. April 2017

Paul-Klein-Zentrum für Immunintervention eröffnet: Meilenstein für Mainzer Immunologie

Hochmoderner Forschungsneubau bietet Wissenschaftlern ideale Bedingungen

Mit einer großen Festveranstaltung wurde heute an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz das Paul-Klein-Zentrum für Immunintervention (PKZI) eröffnet. Mit dem PKZI ist auf dem Campus der Universitätsmedizin Mainz ein hochmoderner Forschungsbau für die anwendungsorientierte immunologische Grundlagenforschung entstanden, die einen bedeutenden und traditionsreichen Schwerpunkt des Forschungsprofils der Johannes Gutenberg-Universität Mainz darstellt. Rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums für Immuntherapie (FZI) werden in dem neuen Gebäudekomplex die Mechanismen der Immunregulation erforschen und in die klinische Anwendung bringen. Auf der Grundlage von Forschungsergebnissen gilt es, Ansätze für innovative Immuntherapien zu entwickeln. Die Eröffnung des PKZI mit einem Investitionsvolumen von rund 35,4 Millionen Euro fand im Beisein hochrangiger Vertreter aus Politik und Wissenschaft statt. Den Festvortrag hielt Nobelpreisträger Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen.

Krebs zählt nach wie vor zu den großen medizinischen Herausforderungen der Gegenwart: Vor diesem Hintergrund gelten Immuntherapien als große Zukunftshoffnung im Kampf gegen den Krebs. Sie versetzen das Immunsystem in die Lage, Tumoren wirkungsvoll zu bekämpfen. Bereits heute kommen sie bei Tumoren der Haut, der Lunge und der Niere zum Einsatz. Ansätze für neue Immuntherapien bei Krebs aber auch anderen Erkrankungen zu entwickeln, steht im Fokus des FZI. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des FZI werden künftig im PKZI ideale räumliche Bedingungen für ihre Arbeit vorfinden.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf sagte: „Das Paul-Klein-Zentrum für Immunintervention ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Projekt. Es handelt sich um ein Bauvorhaben, das nach Art. 91b GG von Bund und Land gemeinsam gefördert wird. Eine solche Förderung wird nur für Projekte gewährt, die die Bedeutung und Qualität ihrer Forschung umfassend nachweisen können. Das ist das Ergebnis der Arbeit vieler Beteiligter über viele Jahre hinweg. Es ist aber auch ein Erfolg der Landespolitik. Mit der Forschungsinitiative haben wir einen nachhaltigen Profilierungsprozess in Gang gesetzt, der die vorhandenen Stärken der Universitätsmedizin konsequent ausgebaut und das wissenschaftliche Profil geschärft hat.“

„Das PKZI bietet den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungszentrums für Immuntherapie außergewöhnlich attraktive Arbeitsmöglichkeiten, die sie zu einem nicht unerheblichen Teil ihrer eignen fachlichen Exzellenz verdanken, haben sie doch die Hälfte der Gelder für diesen Forschungsbau selbst eingeworben. Dazu möchte ich ihnen herzlich gratulieren“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

„Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Bund und dem Land Rheinland-Pfalz für die Finanzierung dieses hochmodernen Forschungsbaus“, sagte die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Babette Simon. „Die Immuntherapie ist einer der vielversprechendsten Ansätze in der modernen Medizin und gleichzeitig Schlüssel zu personalisierten Behandlungskonzepten. Ich bin überzeugt, dass wir mit neuen Immuntherapien made in Mainz auch die Zukunft der Krebsforschung und Krebsmedizin maßgeblich mitgestalten. Das PKZI mit seinen herausragenden Rahmenbedingungen wird dieser Entwicklung einen großen Schub verleihen.“

Nach Meinung des Wissenschaftlichen Vorstands der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, braucht Spitzenforschung Bauten, die höchsten Anforderungen genügen. „Dieser hochmoderne Forschungsbau ist ein starker Impuls für die Universitätsmedizin. Das PKZI schafft beste Voraussetzungen, um am Standort Mainz eine Forschungsstruktur zu etablieren, die auf die Umsetzung der Ergebnisse der immunologischen Grundlagenforschung in die klinische Anwendung abzielt“, betonte Prof. Förstermann. Auch er dankte ausdrücklich dem Land Rheinland-Pfalz und dem Bund für „die richtungsweisende Entscheidung, mit dem PKZI die traditionsreiche immunologische Forschung in Mainz nachhaltig zu fördern.“

Das PKZI bündle die Mainzer Expertise auf dem Forschungsfeld Immunologie nun auch räumlich, unterstrich Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild, Direktor des Instituts für Immunologie und Sprecher des Forschungszentrums für Immuntherapie (FZI): „Verschiedene Forschungszweige mit immunologischer Ausrichtung interagieren künftig unter einem gemeinsamen Dach. Nicht zuletzt wird die räumliche Nähe einen intensiven Dialog und schnellen Transfer von Erkenntnissen befördern.“

Eine Empfehlung des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2011 hatte das zu gleichen Teilen von Bund und Land finanzierte Forschungsgebäude ermöglicht. Die Gesamtkosten für den Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von rund 4.300 m² belaufen sich auf rund 35,4 Millionen Euro. Auf dieser sowohl für Forschung als auch Lehre vorgesehenen Fläche befinden sich moderne Labors und Forschungsplattformen, in denen künftig Arbeitsgruppen des FZI arbeiten werden. Zum FZI gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Einrichtungen Immunologie, Translationale Immunologie, Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Virologie, Neurologie, Molekulare Medizin, der Hautklinik, der I. und III. Medizinischen Klinik und Poliklinik sowie dem biopharmazeutischen Forschungsinstitut TRON (Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gGmbH).

Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) Rheinland-Pfalz zeichnete für die Projektsteuerung verantwortlich. Mit der Namensgebung des jetzt eröffneten Paul-Klein-Zentrums für Immunintervention wird der Begründer der immunologisch-infektiologischen Forschung in Mainz gewürdigt und auf die lange Tradition im Bereich der immunologischen Grundlagenforschung am Standort Mainz verwiesen.

 

Bildunterzeile: Beim Durchschneiden des roten Bandes anlässlich der Eröffnung des PKZI: Der Pflegevorstand der Universitätsmedizin Mainz Marion Hahn, Norbert Schachtner von Henn Architekten, der Kaufmännische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Dr. Elke Frank, der Präsident der JGU Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, der rheinlandpfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen, die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Prof. Dr. Babette Simon, Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild, Sprecher des FZI, Dr. Renate Loskill vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (v. li. n. r.)

Das Foto darf kostenfrei unter Angabe der Quelle „Thomas Böhm, Universitätsmedizin Mainz“ verwendet werden.

 

Pressekontakt

Oliver Kreft, Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz, Tel. 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Zur Person von Paul Klein

Paul Klein wurde am 23. Oktober 1919 in Schäßburg (Siebenbürgen) geboren. Er starb am 20. März 1998 in Mainz. Von 1961 bis 1990 war er Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universitätsmedizin Mainz. Klein studierte Humanmedizin in Klausenburg, Tübingen und Heidelberg, wo er 1949 promoviert wurde. Anschließend war er am Institut für Pathologie der Universität Karlsruhe und am Institut für Hygiene der Medizinischen Akademie Düsseldorf beschäftigt. Als Wissenschaftler widmete er sich zentralen Forschungsfragen der Immunologie.

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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