Visual Universitätsmedizin Mainz

ADHS-Transitionsambulanz Mainz

Leitung

Univ.-Prof. Dr. med. W. Retz

Dr. med. S. Davydenko

Univ.-Prof. Dr. med. O. Tüscher, Stellv. Direktor und Ltd. OA

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Michael Huss

Zielgruppe

  • Patienten über 18 Jahre mit einer in der Kindheit diagnostizierten ADHS, bei denen die Störung im Erwachsenenalter fortbesteht.
  • Patienten über 18 Jahre, bei denen der Verdacht auf das Vorliegen einer seit der Kindheit persistierenden ADHS besteht, die in der Kindheit aber nicht diagnostiziert wurde.

Anmeldung

Schreiben Sie bitte eine Nachricht an die E-Mail-Adresse  adhs-ambulanz@unimedizin-mainz.de mit Ihrem Namen, Anschrift, Telefonnummer und Geburtsdatum. Sie erhalten zunächst 2 Fragebögen zugesandt, die sie bitte vollständig ausgefüllt an uns zurücksenden. Nach deren Auswertung nehmen wir mit Ihnen zur Vereinbarung eines Termins Kontakt auf. Beim Vorstellungstermin ist ein Überweisungsschein des niedergelassenen Facharztes für Psychiatrie mitzubringen.  

Hintergrund, Aufgaben, Ziele

ADHS steht für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Hauptmerkmale der ADHS sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Im Erwachsenenalter treten als typische Merkmale Desorganisation im Alltag und emotionale Regulationsstörungen hinzu.

Mit einer Häufigkeit von 3 bis 6 % bei Kindern und Jugendlichen stellt ADHS eine außerordentlich häufige psychische Störung dar. Nur bei einem vergleichsweise geringen Anteil von ca. 30% der betroffenen Kinder bildet sich die ADHS bis zum Erwachsenenalter vollständig zurück. Insofern ist es aus psychiatrischer Sicht notwendig, diesem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie bestens bekannten Krankheitsbild auch im Erwachsenenalter Beachtung zu schenken. Bei erwachsenen Patienten mit ADHS finden sich besonders häufig zusätzlich ein Drogenmissbrauch bzw. Alkoholismus (bis 50%), Persönlichkeitsstörungen (bis 60%), affektive Störungen (bis 35%) und Angststörungen (bis 25%). ADHS-Betroffene haben nicht nur in der schulischen Ausbildung und im Berufsleben Schwierigkeiten, sondern sie haben auch mehr als nicht Betroffenen eheliche oder partnerschaftliche Probleme. Sie haben außerdem ein erheblich höheres Unfallrisiko, sie fallen als Fahrzeuglenker vermehrt auf und es besteht ein erhöhtes Straffälligkeitsrisiko.

In unserer Spezialambulanz für Erwachsene bieten wir zum einen die Möglichkeit der Weiterbehandlung von Patienten mit ADHS, die als Erwachsene aufgrund ihres Lebensalters nicht mehr durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt werden dürfen. Um eine optimale und möglichst lückenlose Weiterbehandlung von Patienten mit ADHS in dieser wichtigen Lebensphase der Transition ins Erwachsenenalter sicher zu stellen, arbeiten wir eng mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. M. Huss) zusammen. Außerdem bieten wir in unserer Spezialsprechstunde für Erwachsene bei Verdacht auf das Vorliegen einer ADHS eine umfassende Diagnostik für solche Patienten an, bei denen in der Kindheit die Diagnose noch nicht gestellt worden ist. Diese umfasst neben der sorgfältigen Anamneseerhebung eine neurologische Untersuchung sowie Untersuchungen mit neuropsychologischen Testverfahren. Im Rahmen der Basisdiagnostik werden auch Blutuntersuchen durchgeführt und gegebenenfalls zusätzlich bildgebende und  elektrophysiologische Verfahren eingesetzt. Wir halten uns damit an hohe methodische Standards in der Diagnostik der ADHS, die internationalen Leitlinien entsprechen.

Im Rahmen der ambulanten Betreuung bieten wir eine umfassende Beratung zu Behandlungsstrategien sowie die Durchführung medikamentöser Therapien an. Die individuelle Behandlung erfolgt nach den Leitlinien der psychiatrischen Fachgesellschaft DGPPN und besteht in der Regel aus einer Kombinationstherapie aus Medikamenten (insbesondere Stimulanzien wie z.B. Methylphenidat) und psychotherapeutischen Maßnahmen (z. B. Psychoedukation, Verhaltenstherapie).

Als universitäre Einrichtung fühlen wir uns verpflichtet, stets die besten Verfahren in Diagnose und Behandlung für unsere Patienten zu verwenden. Im Rahmen der ambulanten Betreuung unserer ADHS Patienten besteht auch die Möglichkeit, an wissenschaftlichen Projekten mitzuwirken. Beispielsweise bieten wir die Teilnahme an Untersuchungen zu den Ursachen der ADHS und an kostenlosen Behandlungsstudien an. Es ist selbstverständlich, dass dabei ethische Grundsätze, rechtliche Rahmenbedingungen und die Sicherheit des Patienten absoluten Vorrang vor allen anderen Interessen haben.

Zur Erstvorstellung bringen sie sofern vorhanden bitte folgende Dokumente mit:

Vorbefunde von Kinder- und Jugendpsychiatern, Kinder- und Jugendärzten und Psychotherapeuten, Berichte von stationären oder teilstationären psychiatrischen oder psychosomatischen Vorbehandlungen. Schulzeugnisse oder ähnliche Dokumente aus der Kindheit.  

Sprechstundenzeiten:

Nach Vereinbarung

Terminvereinbarung:

 adhs-ambulanz@unimedizin-mainz.de

Montag – Donnerstag, 9.00-13.00 Uhr und von 13.30-16.00 Uhr

Freitag, 9.00–13.00 Uhr