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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
 

Frühdiagnostik neurodegenerativer Erkrankungen

Vorrangige Aufgabe der Gedächtnisambulanz stellt die Abgrenzung des noch normalen Nachlassens der kognitiven Leistungsfähigkeit von schon pathologischen Veränderungen, insbesondere der Kognition, im Alter dar.

Neben der ausführlichen Anamnese und der psychiatrisch-neurologischen Untersuchung stellt die neuropsychologische Testung das Herzstück der Frühdiagnostik neurodegenerativer Erkrankungen dar. Im Querschnitt lässt sich durch dieses Repertoire häufig Entwarnung geben, da sich kein Hinweis für eine beginnende Alzheimer-Erkrankung ergibt. Das neuropsychologische Profil deutet etwa entsprechend dem psychopathologischen Befund auf eine leichte kognitive Störung im Rahmen einer (Alters-) Depression, die häufigste Differentialdiagnose in der Gedächtnisambulanz.

Nicht selten findet sich ein Normalbefund. Das normale Nachlassen der Gedächtnisleistung im Alter wird aber als krankhaft empfunden und als Anzeichen einer herannahenden Demenz verstanden. Die Patienten werden bezüglich dieser Befürchtung beruhigt und es wird gegebenenfalls eine antidepressive Therapie eingeleitet.

Sprechen Anamnese, Klinik oder neuropsychologisches Profil für einen pathologischen Abbau der Kognition, wird eine Ausschlussdiagnostik durchgeführt oder initiiert, um symptomatische kognitive Störungen / Demenzen zu erfassen. Hierzu werden routinemäßig eine strukturelle Bildgebung sowie eine Laboruntersuchung (TSH, Elektrolyte, Leber- und Nierenwerte, Blutbild, Cholesterin, Vitamin B12 und Folsäure) durchgeführt.

Bei Verdacht auf Alzheimer-Erkrankung können darüber hinaus in spezialisierten Zentren spezifische Zusatzuntersuchungen durchgeführt werden (FDG-PET, Liquor-Proteine wie b-Amyloid und Tau-Protein).

Ziel der Frühdiagnostik ist es, dem Willen des Patienten folgend eine möglichst frühe Sicherung der Diagnose Alzheimer (oder deren Ausschluss) durchzuführen, um unter Ausschöpfung entsprechender medikamentöser und nicht-medikamentöser Behandlungsoptionen Autonomie und Lebensqualität der Demenzpatienten möglichst lange zu bewahren.