Visual Universitätsmedizin Mainz

Lichttherapie

Die Lichttherapie ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung einer Depression.

Wirkung

Die meisten Studien belegen eine Wirksamkeit bei der sogenannten saisonalen Depression, d.h. einer Untergruppe der rezidivierenden depressiven Störung, die einem saisonalen Muster folgt. Typischerweise kommt es bei den betroffenen Menschen zu einem Auftreten depressiver Symptome in den lichtarmen Jahreszeiten, also im Herbst und Winter („Winter-Depression“), während die Häufigkeitsgipfel der sonstigen Depressionen eher im Frühjahr und Herbst liegen.

Die Wirksamkeitsraten liegen nach zwei bis drei Wochen Behandlung zwischen 60 und 90 %. Die meisten Patienten verspüren binnen der ersten Behandlungswoche eine Symptomrückläufigkeit, jedoch kann eine vollständige Response bis zu vier Wochen in Anspruch nehmen. Zumeist tritt nach Absetzen der Lichttherapie ein rasches Wiederauftreten depressiver Symptome ein, sodass die Behandlung für den gesamten Zeitraum der lichtarmen Monate erfolgen sollte und während der Sommermonate abgesetzt werden kann. Kürzlich veröffentliche Studie weisen auf eine Wirksamkeit auch bei anderen depressiven Störungen auf.

Wirkmechanismus

Als möglicher Wirkmechanismus wird eine durch die Lichttherapie vermehrte Stimulation des Nucleus suprachiasmaticus und somit eine Verbesserung der zirkadianen Rhythmik postuliert.

Durchführung

Die Lichttherapie wird mit einem Lichttherapiegerät (Lichttherapielampe) durchgeführt, welches weißes Licht abgibt, bei dem der UV-Anteil herausgefiltert wird. Die Beleuchtungsstärke beträgt meist 10.000 Lux. Die tägliche Therapiedauer dauert ca. 30 Minuten. Die Behandlung sollte morgens, möglichst zeitnah nach dem Aufstehen, durchgeführt werden.

Risiken und Nebenwirkungen

Prinzipiell bestehen keine Kontraindikationen. Bei gleichzeitiger Therapie mit photosensibilisierenden Medikamenten durch Herabsetzung der Lichtreizschwelle der Haut sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. An Nebenwirkungen können meist nur in leichter Form überanstrengte Augen, Sehstörungen, Kopfschmerzen und Übelkeit auftreten.

Anmeldung:

Über das jeweilige Behandlungsteam Ihrer Station.