Visual Universitätsmedizin Mainz

Wachtherapie

Als Wachtherapie (Schlafentzugstherapie) wird die therapeutische Einschränkung des Nachtschlafes bezeichnet.

Wirkung

Die Hauptindikation des Schlafentzuges ist die depressive Episode. Die Schlafentzugstherapie wird in der Regel als ergänzende Maßnahme zu anderen antidepressiven Therapien eingesetzt werden. Entscheidend für die Wirksamkeit einer Wachtherapie ist, dass der Patient im Verlauf des darauffolgenden Tages nicht schläft.

Wirkmechanismus

Der exakte Wirkmechanismus ist bis heute nicht geklärt. Eine Erklärung ist, dass depressive Menschen häufig Störungen der Schlafarchitektur haben. Die sog. REM-Phasen sind vorverlagert und verlängert. Durch die Schlafentzugstherapie kommt es zu einer Wiederherstellung der gesunden Schlafarchitektur.

Durchführung

Die Wachtherapie wird in unserer Klinik als partieller Schlafentzug durchgeführt, das bedeutet dass Teilnehmer im Rahmen einer Kleingruppe die zweite Nachthälfte ab ca. 1:00 Uhr wach bleiben. Die Wachtherapie wird in der Regel zwei Mal pro Woche durchgeführt.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Wachtherapie gilt als ein nebenwirkungsarmes Therapieverfahren. Patienten mit zerebralen Krampfleiden, wahnhafter Depression oder akuter Suizidalität sollten nicht an einer Wachtherapie teilnehmen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen.

Anmeldung:

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