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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
 

Zielgruppe

Das Gruppentraining sozialer Kompetenzen richtet sich diagnoseübergreifend an alle Patienten der Psychiatrischen Klinik, die im Umgang mit anderen Menschen durch Unsicherheit und mangelnden Austausch im Alltag beeinträchtigt sind. Leider können aufgrund der Anforderungen dieser Gruppentherapie Patienten, die unter gravierenden kognitiven oder affektiven Beeinträchtigungen leiden, nicht teilnehmen.  

Inhalte

Als Soziale Kompetenz wird die Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen bezeichnet, die in bestimmten sozialen Situationen zu einem langfristig günstigen Verhältnis von mehr positiven und weniger negativen Konsequenzen für den Handelnden und die soziale Umgebung führen. Das Gruppentraining (nach Hinsch und Pfingsten, 1991, 2002) beinhaltet die Vermittlung von Informationen über und die gemeinsame Erarbeitung von sozial angemessenem selbstsicheren Verhalten und dessen Abgrenzung von selbstunsicherem und aggressivem Verhalten. Dies wird sowohl theoretisch fundiert vermittelt als auch mittels Diskriminationstraining, in Selbstlobeübungen, und in speziell vorbereiteten Rollenspielen mit Videofeedback praktisch geübt.

Auf theoretischer Ebene wird ein Erklärungsmodell zur Rolle negativer Selbstverbalisation für nachfolgendes Verhalten sowie ein Erklärungsmodell zur Entwicklung sozialkompetenten Verhaltens erarbeitet. Zentraler Bestandteil des Trainings sind die Rollenspiele mit den Therapeuten. Die Rollenspiele behandeln die thematischen Inhalte „Recht durchsetzen“, „Gefühle und Bedürfnisse äußern“ und „um Sympathie werben“. Direkt im Anschluss an die Rollenspiele erfolgt ein qualifiziertes Feedback. Die Videoaufzeichnung wird gemeinsam mit den Therapeuten anhand zuvor definierter Kriterien ausgewertet. Die Trainingsteilnehmer lernen, sich selbst zu bestärken. Kritik wird dabei in der Form von Verbesserungsvorschlägen formuliert "Beim nächsten Mal möchte ich versuchen, ..." (also als konstruktiver Vorsatz). Bei allen Rollenspielen spielt der Trainer den Gegenpart und alle Rollenspiele werden mindestens einmal wiederholt. Das Training sozialer Kompetenzen kommt bei verschiedenen psychischen Störungen zum Einsatz und ist auf die Situation psychiatrischer Patienten angepasst. Es führt in klinischen Studien zu einer signifikanten Reduktion der Selbstunsicherheit, die auch in der Follow-Up-Erhebung zwischen 14 und 21 Monate später weiterhin erhalten bleibt (Pfingsten, 1987).