Visual Universitätsmedizin Mainz

Arbeitsgruppe „Interessenkonflikte und Bias in der Medizin”

Leitung:

Prof. Dr. Klaus Lieb

Mitarbeiter:

Dr. med. Nadine Dreimüller, Oberärztin der Klinik
Dr. med. Cora Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Marlene Stoll, MSc, Doktorandin
Janosch Weißkircher, MSc, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Ärztliches Handeln im Sinne des Patientenwohls kann gelegentlich durch Sekundärinteressen beeinflusst werden. Die Arbeitsgruppe „Interessenkonflikte und Bias in der Medizin“ widmet sich dem Verständnis des Einflusses solcher Sekundärinteressen, sowie den Strategien des Umgangs mit solchen Sekundärinteressen, um Forschung, Lehre und Krankenversorgung möglichst patientenorientiert zu gestalten.

Interessenkonflikte sind Situationen, in denen das Risiko besteht, dass professionelles (z.B. ärztliches) Urteilsvermögen oder Handeln, welches sich auf ein primäres Interesse bezieht, durch sekundäre Interessen unangemessen beeinflusst wird. In der Medizin entstehen Interessenkonflikte aus unterschiedlichen Konstellationen, beispielsweise durch finanzielle Beziehungen zu Unternehmen (Pharmazie/Medizinprodukte) oder Krankenkassen, durch drittmittelfinanzierte Forschung oder durch nicht-finanzielle sekundäre Interessen wie die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Therapieschule oder dem Engagement in einem Berufsverband. Sie können zu einer verzerrten Wahrnehmung (Bias) von Ärzten führen, die wiederum Einfluss auf zahlreiche ärztliche Entscheidungen sowohl in der Forschung als auch in der Lehre oder Patientenversorgung haben kann. Zahlreiche Studien legen nahe, dass Interessenkonflikte ärztliche Entscheidungen tatsächlich beeinflussen. Zu dieser Erkenntnis haben auch Arbeiten unserer Arbeitsgruppe beigetragen. Nun werden zunehmend Schritte ergriffen, die einen solchen Einfluss verhindern sollen; die Auswirkungen dieser Umgangsstrategien sind bisher jedoch noch wenig untersucht.

Ziel unserer Arbeitsgruppe ist es, die Wirkmechanismen von Interessenkonflikten besser zu verstehen, Ursachen für Bias in medizinischer Forschung und Patientenversorgung zu identifizieren und die Strategien im Umgang mit Interessenkonflikten zu untersuchen. Damit wollen wir einen Beitrag leisten, Forschung, Lehre und Patientenversorgung in der Medizin unabhängiger von Sekundärinteressen und damit patientenorientierter zu gestalten.

Foschungsschwerpunkte: 

  • Psychologische Mechanismen der Wirkung und Regulierung von Interessenkonflikten (Kooperation: Prof. Egloff, Psychologisches Institut Mainz)

  • Kontakte von Ärzten und Medizinstudierenden zur Industrie – Häufigkeiten und Einstellungen

  • Veränderung des Verordnungsverhaltens von Ärzten, z.B. durch Sponsoring oder Teilnahme an Anwendungsbeobachtungen (Kooperation: Prof. Kölbel, LMU München)

  • Nicht-finanzielle Interessenkonflikte in der Psychotherapie-Forschung (Kooperation: Dr. Barth, Universität Bern, Prof. P. Cuijpers, Vrije Universiteit Amsterdam)

  • Curriculum zu Interessenkonflikten für Medizinstudierende (Kooperation: Prof. Jünger, IMPP)

  • Auswirkungen von Interessenkonflikt-Regulierung auf die Unabhängigkeit der Forschung (Kooperation: PD Dr. Gläser (TU Berlin), Prof. Schimank (Universität Bremen), Prof. Wilholt (Leibniz Universität Hannover))

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Barth, Bern

Prof. Dr. Egloff, Psychologisches Institut Mainz

PD Dr. Gläser, Berlin

Prof. Dr. Jünger, IMPP Mainz

Prof. Dr. Klemperer, Regensburg

Prof. Dr. Kölbel, München

Prof. Dr. Lempert, Berlin

Prof. Dr. Ludwig, Berlin

Dr. Schott, Berlin

Prof. Dr. Schimank, Bremen

Prof. Dr. Wilholt, Hannover

Wichtige Links: 

Wichtige Publikationen: