Arbeitsgruppe Abhängigkeitserkrankungen
Leitung
PD Dr. Christoph Fehr
Mitarbeiter
Dipl.-Psych. Nina Bernow
Dipl.-Psych.
Bernadette Hachgenei
Markus Lorscheider
Christiana Müller
Dr. Daniel Sommerlad
Mit einer Lebenszeitprävalenz von 10% für männliche und 2,5% für weibliche Personen stellt die Alkoholabhängigkeit ein häufiges und oft chronisch verlaufendes psychiatrisches Krankheitsbild dar. In der Arbeitsgruppe Abhängigkeitserkrankungen werden mit Hilfe genetischer Untersuchungen mögliche Risikofaktoren der Alkohol- und Nikotinabhängigkeit und mit Hilfe bildgebender Verfahren neurobiologische Korrelate der Alkoholwirkung, Alkoholabhängigkeit und Nikotinabhängigkeit untersucht. Zusammen mit anderen internationalen Gruppen konnten wir u.a. zeigen, dass genetische Varianten in der alpha2 Untereinheit des GABAA Rezeptors das Risiko zur Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit deutlich steigern kann. Tierexperimentelle Studien in Kooperation mit dem Portland Alcohol Research Center in den USA zeigen, dass synaptosomale Gene, welche u.a. das Clustering von prä- und postsynaptischen Molekülen steigern, ebenfalls zur genetischen Varianz der Alkoholabhängigkeit beitragen. Einige dieser Gene werden inzwischen auf ihre genetische Relevanz am humanen Modell untersucht.
In Zusammenarbeit mit der Klinik für Nuklearmedizin und dem Institut für Neuroradiologie werden bildgebende Verfahren (18FDG-PET, 18F-Fallyprid-PET, DTI und MRS) dazu eingesetzt, neurobiologische Veränderungen bei alkohol- und nikotinabhängigen Patienten und neuronale Veränderungen unter Einfluss von Alkohol bei gesunden Kontrollprobanden zu untersuchen. Die Studien zeigen bei nikotinabhängigen Rauchern ein hypofunktionelles, mesolimbisches Dopaminsystem, wie es auch bei anderen Abhängigkeitserkrankungen, wie z.B. der Alkohol- und Kokainabhängigkeit nachweisbar ist. Mit Hilfe von 18-FDG-PET werden pharmakologische Interventionsmöglichkeiten am Rewardsystem untersucht.
Im klinischen Teil des wissenschaftlichen Schwerpunktes Abhängigkeitserkrankungen haben alkoholabhängige Patienten die Möglichkeit, an experimentellen Rückfallprophylaxestudien zur Alkoholabhängigkeit teilzunehmen.
- Einzelne Forschungsprojekte
- Kooperationspartner
- Ausgewählte Publikationen
