Visual Universitätsmedizin Mainz

Resilienzforschung

Resilienz bezeichnet die jedem Menschen innewohnende „seelische Widerstandskraft“, die hilft, Herausforderungen, Belastungen und schwierige Situationen wirkungsvoll zu meistern und dabei mental gesund zu bleiben.

Viele psychische Erkrankungen wie Depressionen, Sucht, Angst- oder Verhaltensstörungen entstehen zumindest teilweise durch umweltbedingte Faktoren wie Stress, Traumata oder belastende Lebensumstände. Doch nicht jeder entwickelt unter solchen Umständen eine psychische Erkrankung. Dies lässt vermuten, dass es Schutzmechanismen im Gehirn gibt, welche die Entwicklung von stressbedingten Erkrankungen verhindern. Resilienz ist somit der Prozess der Aufrechterhaltung oder Rückgewinnung der psychischen Gesundheit während oder nach aufreibenden Lebensereignissen.

Das Forschungszentrum Translationale Neurowissenschaften (FTN), ein Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die in der biomedizinischen Forschung arbeiten, hat sich die Untersuchung der sogenannten Resilienzfaktoren zum Ziel gesetzt.  Resilienzfaktoren sind die Mechanismen, die verhindern, dass Menschen auf Stress mit einer psychischen Erkrankung reagieren. Diese Mechanismen sollen auf neurobiologischer und psychologischer Ebene untersucht werden, um daraus empirisch untermauerte präventive Maßnahmen ableiten zu können.

Dazu wurde im Juli 2014 in Mainz das Deutsche Resilienz-Zentrum (DRZ; http://www.drz.uni-mainz.de) gegründet, eine fachübergreifende Einrichtung der Johannes Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin Mainz, in der Neurowissenschaftler, Mediziner, Psychologen und Sozialwissenschaftler interdisziplinär an der Erforschung der Resilienzmechanismen zusammenarbeiten.

Das DRZ widmet sich so auf innovative Art der Frage der Gesundheitsförderung und schließt eine wichtige Lücke in der deutschen Forschungslandschaft, da es europaweit das erste Zentrum dieser Art ist.

Aktuell findet die Rekrutierung für zwei Projekte statt:

  1. Die Gutenberg Brain Study (GBS), die sich mit „Genetischen und umweltbedingten Faktoren der Hirngesundheit“ beschäftigt. Ihr Ziel ist es, eine große bevölkerungsrepräsentative Stichprobe gesunder Menschen zu untersuchen, um natürlich vorkommende Genvarianten zu identifizieren, die für die Aufrechterhaltung der Hirngesundheit eine Rolle spielen. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.ftn.cic.uni-mainz.de/gbs-studieninformation
  2. Das Mainzer Resilienz Projekt (MARP), das junge, gesunde Studienteilnehmer über mehrere Jahre mittels Fragebögen und bildgebender Verfahren untersuchen wird, um deren psychische Gesundheit und Stressfaktoren, denen sie ausgesetzt sind, zu erfassen. Dadurch sollen Resilienzfaktoren, also die Schutzmechanismen des Gehirns gegen Stress, identifiziert werden. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.ftn.nic.uni-mainz.de/arbeitsgruppe/resilienz

Weitere Informationen und Veranstaltungen können Sie der Website des DRZ (http://www.drz.uni-mainz.de) und der Website des FTN (http://www.ftn.uni-mainz.de) entnehmen.