Visual Universitätsmedizin Mainz

1. Dynamics of Mental Health of Migrants (DMHM) – Analyzing dynamics of resilience and vulnerabilities using a synthesis of socio-structural and psychological approaches

Team

Leitung:
Dr. phil. nat. Dipl.-Psych. Ana Nanette Tibubos

Mitarbeiterinnen:
B. Sc. Manuela Rottschäfer (Wissenschaftliche Hilfskraft)
B. Sc. Lina Krakau (Wissenschaftliche Hilfskraft)

Forschungsgegenstand

In Deutschland und anderen klassischen Einwanderungsländern hat gut jede fünfte Person einen Migrationshintergrund. Wie es um die seelische Gesundheit dieser Bevölkerungsgruppen steht, ob und warum sie sich ändert und vor allem inwieweit Mobilität, Migration und mentale Gesundheit zusammenhängen, das wollen wir in diesem Forschungsprojekt herausfinden und so bestehende Forschungslücken schließen. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Inwiefern beeinflussen individuelle Merkmale, wie beispielsweise Persönlichkeitseigenschaften und kulturelle Prägung, die Entwicklung der psychischen Gesundheit bei Migrantinnen und Migranten? Welche psychologischen und sozio-strukturellen Faktoren können als stärkende Ressourcen beziehungsweise als Risikofaktoren gewertet werden? Wie hat sich die psychische Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, Großbritannien, USA und Australien entwickelt? Lassen sich im Vergleich von klassischen Zuwanderungsländern beziehungsweise Ländern mit kolonialer Vergangenheit und Ländern mit arbeitsbedingter Migration systematische Unterschiede herausfinden, die im Zusammenhang stehen mit der Migrationshistorie und dem Gesundheitssystem des jeweiligen Landes?

Die gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse sollen weltweit Public Health Initiativen dabei unterstützen, effektive Präventionsarbeit zu leisten sowie adäquate und effizientere Therapiemaßnahmen für immigrierte Menschen anbieten zu können. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung  (DIW Berlin).

Laufzeit: März 2019- Februar 2022

Förderung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 415809395, Gesamtvolumen ca. 548.786,00 Euro, TI 1049/1-1 311.561,00 Euro

Projektlink
: www.researchgate.net/project/DMHM-Dynamics-of-Mental-Health-of-Migrants-Analyzing-dynamics-of-resilience-and-vulnerabilities-using-a-synthesis-of-socio-structural-and-psychological-approaches

2. Migration und psychische Gesundheit – Identifizierung von psychosozialen und migrationsspezifischen Risiko- und Schutzfaktoren in repräsentativen Bevölkerungsstichproben

Team

Leitung:
Univ.-Prof. Dr. Manfred E. Beutel

Mitarbeiterin:
Dipl.-Psych. Eva M. Klein

Forschungsgegenstand

Angesichts des steigenden Anteils von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland von über 22 % (Statistisches Bundesamt, 2017) gewinnt die Erforschung von psychosozialen Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit von Migranten und Migrantinnen zunehmend an Bedeutung. Studien zufolge wird Migration nicht per se als Risikofaktor für verringertes psychisches Wohlbefinden verstanden, sondern wird vielmehr durch migrationsassoziierte Stressoren erklärt. Jedoch existieren kaum Studien, die aus einer „Life course“-Perspektive frühkindlicher Erfahrungen der Migrantinnen und Migranten berücksichtigen. Daher ist das Hauptziel des Dissertationsprojekts den Einfluss vom Erinnertes Elterlichen Erziehungsstil und Kindheitsbelastungen auf die psychische Gesundheit von erwachsenen Migranten und Migrantinnen in bevölkerungsbasierten Stichproben zu untersuchen (Gutenberg Gesundheitsstudie und REP-Befragungen). Implikationen für ein adäquates und interkulturelles Versorgungsangebot im Gesundheitssystem sollen abgeleitet werden.


Laufzeit: 04/2017-03/2020

Förderung: DFG Graduiertenkolleg “Life Sciences, Life Writing” (GRK2015/2)

Projektlink: www.grk.lifesciences-lifewriting.uni-mainz.de/people/research-projects/eva-m-klein-migration-and-mental-health/

3. START - Evaluation eines Programms zur Erststabilisierung von traumatisierten minderjährigen Flüchtlingen: Modul Adoleszenz und junges Erwachsenenalter

Team

Leitung:
Univ.-Prof. Dr. Manfred E. Beutel
Dr. sc. hum. Dipl.-Psych. Klaus Wölfling

Mitarbeiterin:
M.Sc. Lisa Mader

Forschungsgegenstand

„FLUCHT-021 START-Konsortium: Projekt A3 Start Junge Erwachsene“ wird als eine Evaluation einer adaptierten verhaltenstherapeutischen Gruppenbehandlung (Stress-Traumasymptoms-Arousal-Regulation-Treatment; START) bei geflüchteten Patienten mit schweren Defiziten in der Emotionsregulation und defizitären Alltagsbewältigungsstrategien im Übergang von der Adoleszenz zum jungen Erwachsenenalter als eine Machbarkeitsstudie realisieren.
In der Intervention soll traumatischer Distress reduziert und Anteil adaptiver Stressbewältigungsstrategien erhöht werden. Das adaptierte START Programm beinhaltet psychoedukative Elemente sowie Elemente zur Achtsamkeit, Stress- und Emotionsregulation, welche angelehnt sind an Trainingsmodule des DBT-Programms. Weiterhin werden kognitive Elemente aus der traumafokussierte-kognitiven Verhaltenstherapie (Tf-KBT) zur Entspannung und Stabilisierung sowie Basisübungen aus der Alptraumtherapie und ein Biofeedback-Training eingesetzt. Zielgruppe sind junge Erwachse (im Alter von 18 bis 25 Jahren) mit Migrationshintergrund, welche Defizite in der Emotionsregulation und –kontrolle aufweisen.
Die Studie ist notwendig, um eine bestehende Versorgungslücke zu schließen und empirisches Wissen über die mentale Gesundheit der Flüchtlingspopulationen zur Verfügung zu stellen. Diese Untersuchungspopulation ist belang wenig beforscht und es liegen nur vereinzelte heterogene Befunde vor.
Die Wirksamkeit und Machbarkeit des adaptierten achtwöchigen START Programms für die Altersgruppe des Übergangs aus der Jugend in das junge Erwachsenenalter für Migranten soll evaluieret werden, indem über einen gesamten Zeitraum von elf Monaten fortlaufende Testungen erfolgen. Die nachhaltige Verbesserung der psychosozialen Symptomlage, die Verbesserung von Alltagsbewältigungsstrategien und die Etablierung von adaptiven Stressverarbeitungsmechanismen sollen abschließend evaluiert werden.


Laufzeit: 02/2019-01/2022

Förderung:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 01EF1807D, Gesamtvolumen: 151.940,00 Euro

Projektlink: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/start-evaluation-eines-programms-zur-erststabilisierung-von-traumatisierten-minderjahrigen-8840.php

Weitere Forschungsprojekte unserer Klinik, die sich mit dem Zusammenspiel von Migration und psychische Gesundheit beschäftigen, sind:

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