Visual Universitätsmedizin Mainz

Wirksamkeit psychodynamischer Kurzzeitpsychotherapie depressiver Erkrankungen bei Brustkrebspatientinnen

Depressive Störungen stellen die häufigste psychische Komorbidität von Krebserkrankungen dar. Unbehandelt führen depressive Leiden (bei 10-50% der Patienten) zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität, zu ungünstigem Krankheitsverhalten und verschlechterten Krankheitsverläufen. Bisher fehlen kontrollierte Studien zur psychotherapeutischen Behandlung depressiver Begleiterkrankungen bei Krebspatienten. Die beantragte Studie soll die Wirksamkeit der in der Depressionsbehandlung bewährten, manualisierten „supportiv-expressiven psychodynamischen Kurzzeittherapie“ bei Brustkrebspatientinnen mit komorbider Depression im Hinblick auf die depressive Symptomatik und die Lebensqualität untersuchen. Besondere Beachtung findet dabei der Einfluss der Persönlichkeit auf den Therapieverlauf. Damit soll ein Beitrag zur Evidenzbasierung psychoonkologischer Interventionen geleistet werden.

Das Forschungsvorhaben ist eine kontrollierte, randomisierte prospektive Interventionsstudie. Eingeschlossen werden deutschsprachige Patientinnen, die im Screening eine erhöhte Depressivität aufweisen (HADS >=8) und unter einer gesicherten Brustkrebserkrankung leiden, welche kurativ behandelt wird. Insgesamt 180 Patientinnen der Studienzentren Mainz und Leipzig werden zufällig den Gruppen „Psychotherapie“ oder „Treatment as usual“ zugeordnet. Die „Psychotherapiegruppe“ erhält eine – für Krebspatienten adaptierte – manualisierte psychodynamische Kurzzeittherapie nach Luborsky (Luborsky 2000, Beutel et al. 2007) mit bis zu 20 Sitzungen über einen Zeitraum von maximal 6 Monaten. Die Befolgung und Qualität der Durchführung dieses Manuals wird (anhand von Video-Aufzeichnungen der Sitzungen) mittels reliabler und valider Adhärenz- und Kompetenzskalen gesichert.Den Patientinnen der „Treatment as usual“- Gruppe steht es frei, alle zur Verfügungen stehenden Behandlungs- und Bewältigungsmöglichkeiten zu nutzen, die ihnen bekannt sind. Eine entsprechende Patienteninformation bzw. Flyer von psychosozialen Beratungsstellen (z.B. Tumorzentrum Mainz) bekommen alle Patientinnen. Die Wirksamkeit der therapeutischen Intervention wird durch Patientinnen- und Fremdeinschätzungen zu Depression und Lebensqualität jeweilig zu Behandlungsbeginn, -ende und 6-Monatskatamnese gemessen. Zusätzlich wird nach Beendigung der Therapie die Einschätzung der Therapeuten hinsichtlich erfolgreicher Konfliktbearbeitung einbezogen

Studienzentrum Mainz:

Projektleitung: Prof. M.E. Beutel, Dr. R. Zwerenz
Mitarbeit: Dr. A. Haselbacher, Dipl.-Psych. B. Imruck

Kooperationen:

Studienzentrum Leipzig:

  • Universität Leipzig, Institut für Arbeits- & Sozialmedizin, Selbständige Abteilung Sozialmedizin, Prof. Dr. med. Dipl. Soz. Reinhold Schwarz, Dipl.-Psych. Y. Barthel, Dipl.-Psych. S. Kuhnt

Gynäkologische Kliniken und Radioonkologie:

  • Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden, Brustzentrum, Chefarzt Dr. med. V. Heyl
  • Deutsche Klinik für Diagnostik (DKD), Klinik für Gynäkologie, Wiesbaden, Prof. Dr. H. Madjar
  • Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK), Klinik für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie Brustzentrum, Wiesbaden, Prof. Dr. A. du Bois
  • Frauenklinik am Kath. Klinikum Mainz St. Vincenz, Prof. Dr. W. Wiest, Dr. med. Ch. Hack
  • Frauenklinik, Uni Mainz, Brustzentrum, Prof. Dr. H. Kölbl, Dr. med. A. Lebrecht
  • Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Josefs-Hospital, Wiesbaden, Prof. Dr. G. Hoffmann, Dipl.-Psych. W. Hassemer
  • Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, Uni Mainz, Prof. Dr. H. Schmidberger, Dr. med. U. Metzmann
  • Radiologische Gemeinschaftspraxis, Wiesbaden, Prof. Dr. F.-J. Prott
  • Praxis f. Hämatologie u. Onkologie, DKD, Dr. med. K. Josten
  • Tumorzentrum Rheinland-Pfalz e.V., Dr. A. Werner

Weitere Kooperationen

  • Tumorzentrum Rheinland-Pfalz e.V., Dr. A. Werner

Förderung:

Das Projekt wird von der Deutschen Krebshilfe im Förderschwerpunkt „Psychosoziale Onkologie“ unterstützt (Laufzeit: 01.10.2007 – 30.09.2010)

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Untere Zahlbacher Str. 8
55131 Mainz

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Mo - Do 08.00 – 16.00 Uhr
Fr         08.00 – 13.00 Uhr

Tel. 06131 17-7381
Fax 06131 17-6439 

Lageplan (Pdf , 1,4 MB)

Kontakt

Dr. Rüdiger Zwerenz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Universitätsklinikum Mainz
Untere Zahlbacher Straße 8
55131 Mainz
06131 17- 7381 (Sekr.)
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