Posttraumatische Belastungsstörung
Die posttraumatische Belastungsstörung kann nach der Konfrontation mit Ereignissen auftreten, die intensive Gefühle von Angst und Hilflosigkeit ausgelöst haben - hierzu zählen z.B. das Erleiden sexueller oder physischer Gewalt, Kriegserlebnisse, das Miterleben von Naturkatastrophen oder die Verwicklung in einen Unfall. Schwerwiegende Krankheitserfahrungen (z.B. Wiederbelebung nach Herzstillstand, Fehlgeburt) können gleichfalls eine posttraumatische Belastungsstörung auslösen.
Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung können Alpträume oder nicht willentlich herbeigeführte Erinnerungen an das belastende Ereignis sein, sogenannte Flashbacks, in denen die Erinnerung an das Geschehen wie ein Film vor dem inneren Auge abläuft. Oft entwickelt sich ein Zustand erhöhter Anspannung und Gereiztheit, es kann zu Konzentrationsschwierigkeiten und erhöhter Schreckhaftigkeit kommen. Daher neigen die Betroffenen dazu, Situationen zu vermeiden, die an das belastende Ereignis erinnern (Huber & Beutel, 2006).
Die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung ist relativ neu, obwohl es schon im 1. Weltkrieg Beschreibungen des Symptombilds gegeben hat. Diese psychische Störung wird gerade bei älteren Menschen, die z.B. als Kinder oder Jugendliche von den Folgen des 2.Weltkriegs betroffen waren, zu selten erkannt (Beutel et al., 2007).
Manchmal tritt die mit der traumatischen Erfahrung verbundene Belastungsstörung auch erst auf, wenn es zu einer Destabilisierung (z.B. durch körperliche Krankheit) kommt. Bei plötzlich einsetzenden oder sich steigernden Zeichen von Angst, Angespanntheit oder mit Alpträumen verbundenen Schlafstörungen sollte an eine bisher nicht symptomatisch gewordene posttraumatische Belastungsstörung gedacht werden.
In unserer Trauma-Spezialsprechstunde erfolgt ein ausführliches diagnostisches Gespräch sowie eine umfassende psychologische Testung. Außerdem bekommen Hilfesuchende eine Beratung bezüglich ambulanter, stationäre oder rehabilitativer Therapien.
