Kognitiv-behaviorale Behandlung
„Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Vorstellungen von den Dingen “ Epiktet.
Grundannahme aller kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapieansätze (KVT) ist, dass unsere Gedanken, Einstellungen, Bewertungen und Überzeugungen bestimmen, wie wir uns fühlen, körperlich empfinden und uns verhalten. Danach kann der Mensch über seine „Vorstellungen“ (Kognitionen) sein Erleben und Verhalten in entscheidendem Maße selbst bestimmen bzw. zumindest beeinflussen –eine Auffassung der sowohl die KVT als auch moderne Psychoanalyse weitgehend zustimmen. Wie sieht eine solche Behandlung nun praktisch aus? In der Therapie lernt der Patient zunächst seine wiederkehrenden (automatischen) und unangemessenen (dysfunktionalen) Gedanken, Denkmuster und problematische Verhaltensweisen zu erkennen, diese in einem weiteren Schritt mit Unterstützung seines Therapeuten auf ihre Angemessenheit in der aktuellen Lebenssituation zu überprüfen und zu verändern und letztendlich die korrigierten Einstellungen in ein konkretes Verhalten umzusetzen. Dies wird in unserer Klinik z. B. in Form eines sozialen Kompetenztrainings, in therapeutischen Rollenspielen und Konfronta-tionsverfahren geübt.
Ziel des sozialen Kompetenztrainings ist es, Fähigkeiten wie Selbstbehauptung, Selbstsicherheit, Durchsetzungsvermögen, Kontaktfähigkeit zu erwerben oder zu verbessern. Das klar strukturierte Trainingsprogramm erfolgt unter psycho-therapeutischer Leitung in kleinen Gruppen von 6- 8 Teilnehmern. U. a werden theoretisch sowie in praktischen Übungen (z. B. Rollenspiele) nachfolgende Fertigkeiten vermittelt und geübt.
- Äußern eigener Wünsche und Bedürfnisse, z.B. in Partnerschaft oder Freundeskreis, Nein Sagen
- Konstruktiver Umgang bzw. Äußern von Kritik
- Abgrenzen von unberechtigten Forderungen oder Grenzüberschreitungen
Konfrontationsverfahren sind wirksame Methoden, die insbesondere bei der Behandlung von Ängsten, spezifischen Phobien und Zwangssymptomen angewandt werden. Grundvoraussetzung ist, dass der Patient zunächst zum Experten in eigener Sache wird und insbesondere über die Grundlagen der körperlichen Veränderungen z. B. bei einem Angstanfall und über die Entstehung und Aufrechterhaltung von Ängsten informiert ist. Erst nach dieser ausführlichen Vorbereitung wird sich der Patient mit therapeutischer Begleitung den angstbesetzten (z. B. Fahrstuhl Fahren) oder unangenehmen Situationen (vor anderen eine Rede halten) gezielt und in zumeist zunehmender Dosis aussetzen. Gemeinsames Ziel aller Konfrontationsverfahren ist die Verhinderung eines Vermeidungsverhaltens in diesen Situationen, um so zu erleben, dass die erwarteten unangenehmen Folgen ausbleiben.
