Visual Universitätsmedizin Mainz
Direktor: Prof. Dr. med. Schmidberger
Direktor: Prof. Dr. med. Schmidberger

Struktur, Aufgabe und Ausrichtung der Einrichtung


Die Klink und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie behandelt pro Jahr etwa 1400 neue Patienten mit malignen erkrankungen und etwa 150 Patienten mit gutartigen (entzündlichen oder degenerativen) Erkrankungen. Klinische Schwerpunkte: Multimodale Therapie von gastrointestinalen Malignomen, Präzisionsbestrahlung des Prostatakarzinoms, multimodale Therapie von Kopf-Hals-Tumoren und von Gehirntumoren, Radiotherapie bei den malignen Lymphomen, Radiotherapie von Lungentumoren, multimodale Therapie von Sarkomen, Radiotherapie beim Mammakarzinom und bei gynäkologischen Tumoren, palliative Strahlentherapie. Die Breite der klinischen Themen wird durch eine Subspezialisierung der Fachärzte/innen sowie durch interne Fortbildungskonzepte mit strukturierter Literaturauswertung ermöglicht. Der Direktor der Klinik ist in folgenden wissenschaftlichen Arbeitsguppen tätig: Europäische Leitlinie zu den Keimzelltumoren des Hodens, Leitlinie zum M. Hodgkin, Leitlinie zur Diagnose und Therapie des Magenkarzinoms, Leitlinie zur Diagnose und Therapie des Oesophaguskarzinoms, Panel der Deutschen Hodgkin Lymphom Studiengruppe, Panel der Deutschen Studiengruppe für aggressive Non-Hodgkin Lymphome

In den Jahren 2005 bis 2010 wurden die Behandlungsabläufe der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie komplett modernisiert. Folgende Meilensteine konnten während dieser Zeit gelegt werden:

  • 2006: Einführung der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT)
  • 2008: Einführung der PET-CT in die Therapieplanung
  • 2009: Einführung eines neuen Therapieplanungssystems (Varian Eclipse)
  • 2010: Aufbau eines modernen Linearbeschleunigers mit der Möglichkeit der Bildgestützten Bestrahlung (IGRT)

Klinische Studien 2010:

  • Maligne Lymphome: HD 18, HD 16, HD17 (vorbereitend); 
  • UNFOLDER Protokoll bei den aggressiven NHL;
  • MIR Studie bei Indolenten NHL;
  • Gastrointestinale Tumore: Neoadjuvante Radio-Chemotherapie bei fortgeschritteten Rektumkarzinomen;
  • Glioblastome: AVAGLIO-Studie;
  • Kopf-Hals-Tumore: pN1-Studie der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie;
  • Lunge: PET-Plan Studie zur evaluierung der PET-basierten Bestrahlungsplanung als Voraussetzung für die Dosiseskalation der Radiotherapie bei Lungenkarzinomen;
  • Prostatakarzinom: Vorbereitung der PREFERE Studie (stellvertretende Studienleitung): randomisierte Prüfung der Prostatektomie versus perkutane Radiotherapie versus LDR-Brachytherapie versus Active Surveillance beim low risk Prostatakarzinom;
PET basierte CT-Planung einer Radio-Chemotherapie beim Analkarzinom.
PET basierte CT-Planung einer Radio-Chemotherapie beim Analkarzinom. Die verbesserte Darstellung des Primärtumors und von befallenen Lymphknoten erlaubt eine bessere Therapieplanung. Befallene Lymphknoten können höher dosiert behandelt werden als nicht befallene. Die Abbildung zeigt die Dosisverteilung auf dem PET-Bild (großes Bild) und auf dem CT Bild (kleines Bild).

Translationale Forschung:

ISIMEP Forschungsverbund (Prof. Dr. Schmidberger, Frau Ebersberger): Der Forschungsverbund ISIMEP beschäftigt sich mit der Anwendung strahlenbiologischer Forschung für epidemiologische Fragestellungen. Förderung durch BMBF mit 1.703.222 € auf 3 Jahre (Anteil Radioonkologie 259.266 € Teilprojekt 2 und 7). Im Teilprojekt 2 werden im Laufe einer Radiotherapie bei Patienten periphere Lymphozyten gesammelt. Der Strahlenschaden in den Zellen wird mit Hilfe der Färbung des Histonproteins gamma-H2AX quantifiziert und mit der Dosis und dem Volumen der Teilkörperbestrahlung in Beziehung gesetzt. Aus dieser Untersuchung werden Standardkurven füe eine retrospektive biologische Dosimetrie gewonnen. Solche Daten können nach Strahlenunfällen bedeutsam sein, um die Exposition bzw. deren biologischen Effekt abzuschätzen. Das Teilprojekt 7 beschäftigt sich mit der Untersuchung von Fibroblasten, die von Langzeitüberlebenden einer kindlichen Krebserkrankung gewonnen wurden. Dabei werden zwei Gruppen von Probanden verglichen: Erwachsene die seit der erfolgreichen Krebstherapie ein zweites Malignom entwickelt haben und Erwachsene, die bei identischer Vorerkrankung und identischer Therapie keine zweite Krebserkrankung entwickelt haben. Durch Untersuchungen der DNA Reparatur und der strahleninduzierten Zellzykluskontrolle soll eruiert werden, ob sich beide Gruppen von Langzeitüberlebenden in der Verarbeitung von Gentoxischen Einflüssen unterscheiden.

Arbeitsgruppe Pathophysiologie von malignen Tumoren (Dr. A. Mayer, Prof. Dr. P. Vaupel): Die Arbeitsgruppe Pathophysiologie von malignen Tumoren beschäftigt sich mit dem Einfluss des Microenvironment auf das Ansprechen maligner Tumore auf eine Radiotherapie. Ein besondere Interesse liegt auf der Regulation von HIF1-alpha als Resistenzmarker und dessen Beeinflussung durch Medikamente. In vitro wird die Beeinflussung der HIF1-alpha Aktivität zur Überwindung der intrinsischen Radioresistenz geprüft. An histopathologischen Präparaten wird bei Glioblastomen und bei Rektumkarzinomen untersucht wie die sog. Hypoxiegene die Tumorinvasion beeinflussen und über welche Mechanismen eine Radiotherapie, eine Chemotherapie oder eine Veränderung der Signaltransduktion die Tumorinvasion hemmen kann.

Die Arbeitsgruppe Pathophysiologie von malignen Tumoren arbeit eng mit der Arbeitsgruppe funktionelle Bildgebung der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie zusammen (PD Dr. Oberholzer). Ziel ist es, die zellbiologischen und histopathologischen Mechanismen der Resistenz in der MRT Bildgebung sichtbar zu machen.

Bedeutende Publikationen

Bedeutende Projekte

Jost E, Roos WP, Kaina B et al. Response of pancreatic cancer cells treated with interferon-alpha or beta and co-exposed to ionising radiation.
INTERNATIONAL JOURNAL OF RADIATION BIOLOGY. 2010; 86 (9): 732-741.

Indirekte Strahlentherapie von Tumoren mit Nanopartikeln
Kooperationen: Prof. Dr. P Langguth, Institut für Pharmazie, PD Dr. T Nawroth, Institut für Pharmazie, Prof. Dr. H Decker, Institut für Molekulare Biophysik
Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. P Langguth, PD Dr. T Nwroth, Univ.-Prof. Dr. H Decker
Laufzeit: 2007 – 2010

Hille A, Hofman-Huther H, Kuhnle E et al. Spontaneous and radiation-induced chromosomal instability and persistence ofchromosome aberrations after radiotherapyin lymphocytes from prostate cancerpatients.
RADIATION AND ENVIRONMENTAL BIOPHYSICS. 2010; 49 (1): 27-37.

Intrinsische Strahlenempfindlichkeit: Identifikation, Mechanismen und Epidemiologie (ISIME P)
Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. M Blettner, Univ.-Prof. Dr. H Schmidberger, Univ.-Prof. Dr. B Kaina u. a.
Laufzeit: 2010 – 2013

Mayer A, Von Wallbrunn A, Vaupel P. Glucose metabolism of malignant cells is not regulated by transketolase-like (TKTL)-1.
INTERNATIONAL JOURNAL OF ONCOLOGY. 2010; 37 (2): 265-271.

ISIME P Teilprojekt 2: Biologische Dosimetrie
Kooperationen: Prof. Löbrich, Uni Darmstadt, Prof. Kaina, Universitätsmedizin Mainz, Institut für Toxikologie

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. H Schmidberger
Laufzeit: 2010 – 2014

Eich HT, Diehl V, Gorgen H et al. Intensified Chemotherapy and Dose-Reduced Involved-Field Radiotherapy in Patients With Early Unfavorable Hodgkin’s Lymphoma: Final Analysis of the German Hodgkin Study Group HD11 Trial.
JOURNAL OF CLINICALONCOLOGY. 2010; 28 (27): 4199-4206.

ISIME P TP 7: Sekundärmalignome nach Onkologischer Therapie und Verarbeitung von genotoxischem Stress
Kooperationen: Prof. Dr. Blettner IMBEI, Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Löbrich, Uni Darmstadt
Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. H Schmidberger
Förderung: BMBF Fördersumme: € 350.241
Laufzeit: 2010 – 2010

Kontakt

Sekretariat:
Frau Carmen Adler
Tel:  +49 6131 17-3851
Fax: +49 6131 17-6420
 E-Mail

Universitären Centrums für Tumorerkrankungen Mainz
Dekra Siegel: ISO 9001:2008