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Ernährung und Lebensgewohnheiten – was Sie für sich tun können

Wir werden oft gefragt, was man als Patient tun kann, um die Therapie zu unterstützen oder die Bestrahlungstherapie gut vertragen zu können.

Der erste Rat lautet dann: „Falls Sie rauchen, bitte geben Sie es auf.“ Rauchen verringert die Wirksamkeit einer Strahlentherapie deutlich und verstärkt sogar die Nebenwirkungen (1,2).

Tabletten - Strahlentherapie Mainz
Foto: Hr. Pulkowski

Auch wenn es häufig empfohlen wird, raten wir davon ab, Vitamine oder Selen als Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen. Vitamine, in künstlich hohen Dosen zu sich genommen, können die Wirksamkeit einer Strahlentherapie nachteilig beeinflussen (3). Bei Patienten mit Tumoren aus dem Magen-Darm-Trakt haben Untersuchungen gezeigt, dass Vitamin A, C, E, Betacarotin und Selen als Nahrungsergänzungsmittel die Prognose verschlechtern (4). Vitamin E in hoher Dosierung scheint auch das Risiko für Prostatakrebs zu erhöhen (5). 

Obst und Gemüse - Optimale Ernährung
Foto: Fr. Keuchel

Wenn Sie sich also etwas Gutes tun wollen, nehmen Sie bitte die Vitamine in natürlicher Form auf, das heißt durch eine gesunde Ernährung mit einem hohen Anteil von Obst und Gemüse. Welches die beste Ernährung während Ihrer Strahlentherapie ist, besprechen wir gerne individuell mit Ihnen.

Sehr positiv während und vor allem auch nach einer Krebsbehandlung sind Sport und Bewegung. Dabei müssen Sie keinen Marathon laufen. Es reicht vollkommen aus, 3-5 mal pro Woche einen flotten 30 minütigen Spaziergang zu machen (6). Dies reduziert die therapiebedingte Müdigkeit und verbessert die Prognose der Erkrankung in vielen Fällen. Sprechen Sie uns an, welche Aktivitäten Sie auch während der Strahlentherapie machen können.

 

  1. Sharp L, Johansson H, Hatschek T, Bergenmar M. Smoking as an independent risk factor for severe skin reactions due to adjuvant radiotherapy for breast cancer. Breast 2013 Oct;22(5): 634-638.

  2. Sharp L, McDevitt J, Carsin AE, Brown C, Comber H. Smoking at diagnosis is an independent prognostic factor for cancer-specific survival in head and neck cancer: findings from a large, population-based study. Cancer Epidermiol Biomarkers Prev. 2014 Nov;23(11):2579-2590.

  3. Bairati I, Meyer F, Jobin E, Gélinas M, Fortin A, Nabid A. Antioxidant vitamins supplementation and mortality: a randomized trial in head and neck cancer patients. Int J Cancer. 2006;119:2221-2224.

  4. Bjelakovic G, Nikolova D, Simonetti RG, Gluud C. Antioxidant supplements for prevention of gastrointestinal cancers: a systematic review and meta-analysis. Lancet. 2004;364:1219-1228.

  5. Klein EA, Thompson IM, Tangen CM, Crowley JJ, Lucia MS, Goodman PJ. Vitamin E and the risk of prostate cancer: the selenium and vitamin E cancer prevention trial (SELECT). JAMA. 2011;306:1549-1556.

  6. Holmes MD, Chen WY, Feskanich D, Kroenke CH, Colditz GA. Physical activity and survival after breast cancer diagnosis. JAMA. 2005;293:2479-2486.