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Graduiertenkollegs

In der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sieht die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eine zentrale Aufgabe. In den vergangenen Jahren hat die Universität ein umfassendes Programm zur strukturierten Graduiertenausbildung geschaffen, das alle Bereiche der Hochschule umfasst, bestehende Aktivitäten der Nachwuchsförderung neu strukturiert und neuartige Angebote entwickelt.

Dem Exzellenzgedanken folgend verfügt die strukturierte Doktorandenausbildung über drei Ebenen: Als Basis bietet ein universitätsweites Allgemeines Promotionskolleg fachübergreifende Ausbildungselemente wie soft skills zentral an. In den speziellen Promotionskollegs werden nach Fächergruppen fachbezogene und methodische Fragestellungen behandelt, um die Phase der Promotion stärker zu strukturieren. Auf der zweiten Ebene sind die zwei Graduiertenkolleg der DFG (GK 1043: Immuntherapie und GK 1044: Entwicklungsabhängige und krankheitsinduzierte Modifikationen im Nervensystem), internationale Promotionsprogramme und die Graduiertenschule der Exellenz angesiedelt.

Mit der dritten Ebene, der Gutenberg-Akademie für Wissenschaftlichen Nachwuchs, verfolgt die Universität Mainz ein exklusives Mentoringkonzept, das den 25 universitätsweit besten Doktorandinnen und Doktoranden sowie Künstlerinnen und Künstlern der Universität vorbehalten ist. Das Programm bietet interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch auf höchstem Niveau. Den Juniormitgliedern sind sowohl erfahrene Wissenschaftler der Universität zugeordnet als auch externe Mentoren, allesamt herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Dieses Gesamtkonzept der Promotionsstudien bündelt die vielfältigen Maßnahmen der Universität zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und schafft damit ideale Bedingungen zur Ausbildung hochqualifizierter Nachwuchswissenschaftler in einer erstklassigen wissenschaftlichen Umgebung. Dies soll langfristig ermöglichen, die besten Doktoranden der beteiligten Fachgebiete zu gewinnen und die bereits vorhandenen exzellenten Forschungsbereiche zu stärken. Der Mainzer Universität ist daran gelegen, durch ihre Aktivitäten die Exzellenzbereiche mit der allgemeinen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu verbinden. Dabei können die Exzellenzbereiche Vorbildfunktion für die gesamte Nachwuchsförderung übernehmen.

GK 1043: Immuntherapie

Die Entwicklung antigenspezifischer Immuntherapien ist für die Prävention und Behandlung infektiologischer, allergologischer und onkologischer Erkrankungen von zentralem Interesse. Im Graduiertenkolleg "Immuntherapie" sollen Nachwuchswissenschaftler/innen die immunologischen, biochemischen und molekularbiologischen Grundlagen von Vakzinationsstrategien und Immuntherapien erforschen und zu deren Umsetzung in der klinischen Anwendung beitragen.

Das Graduiertenkolleg weist durch seine Thematik und seine Ausrichtung im Bereich "Klinische Immunologie" eine enge Assoziation zu den an der Medizinischen Fakultät Mainz etablierten immunologisch und infektiologisch orientierten Sonderforschungsbereichen (SFB 432, SFB 490, SFB 548) auf. Am Graduiertenkolleg beteiligt sind Arbeitsgruppen der klinischen Institute (I. Medizinische Klinik und Poliklinik, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Hautklinik und Poliklinik sowie Klinik und Poliklinik für Neurologie), klinisch-theoretische Institute (Immunologie, Virologie) und der Fachbereich Biologie (Institut für Zoologie, Institut für Molekulare Biophysik). Um an der Schnittstelle zwischen Klinik und Grundlagenforschung effektiv und auf hohem wissenschaftlichen Niveau arbeiten zu können, richtet sich das Graduiertenkolleg neben Biologen auch an Mediziner mit abgeschlossener experimenteller Doktorarbeit. Hierzu wurde im Rahmen einer Kooperation zwischen den Fachbereichen Biologie und Medizin ein interfakultäres Ausbildungsprogramm etabliert, in dem Mediziner mit abgeschlossener Doktorarbeit beziehungsweise Biologen mit abgeschlossenem Studium (Diplom oder MS) langfristig an die Arbeit in der klinischen Forschung herangeführt werden sollen. Hierbei wird angestrebt, exzellente Nachwuchswissenschaftler/innen für eine befristete Phase auszubilden und sie im Rahmen des Fakultäts-Schwerpunktes "Immunologie" an die Klinische Immunologie und die Arbeit der Sonderforschungsbereiche heranzuführen. Im Rahmen des Graduiertenkollegs stehen Stellen für fünfzehn Stipendiaten und fünf Kollegiaten zur Verfügung. Außerdem besteht für eine begrenzte Anzahl von Doktoranden die Möglichkeit der Assoziierung mit dem Kolleg.

GK 1044: Entwicklungsabhängige und krankheitsinduzierte Modifikationen im Nervensystem

Neuropathologische Veränderungen reaktivieren genetisch determinierte Programme und aktivitätsabhängige Prozesse, wie sie während der frühen Normalentwicklung des Organismus auftreten. Diese zentrale Forschungsidee wird im DFG-Graduiertenkolleg 1044 "Entwicklungsabhängige und krankheitsinduzierte Modifikationen im Nervensystem" an verschiedenen Modellorganismen, einschließlich dem Menschen, und unter Anwendung modernster molekularbiologischer, zellphysiologischer und klinischer Techniken, einschließlich bildgebender Verfahren, bearbeitet.

Im Teilbereich "Ontogenese des Nervensystems" werden Mechanismen der Zellmigration, Synaptogenese, des axonalen Wachstums und der Axon-Glia-Interaktionen untersucht. Im Teilbereich "Neurodegeneration und -regeneration" werden die molekularen Grundlagen pathophysiologischer Prozesse bei akuten und progredienten neuronalen Schädigungen analysiert, wobei auch entwicklungsabhängige Prozesse, zum Beispiel Apoptose, betrachtet werden. Ziel dieses Teilbereichs ist unter anderem die Entwicklung neuer Therapiestrategien. Klinische Aspekte, von der Molekularbiologie des GABAA-Rezeptors bis zur funktionellen Bildgebung, werden im Teilbereich "Sensorische Funktion und Dysfunktion" untersucht. Durch die Interaktionen und Kooperationen zwischen diesen drei Teilbereichen sollen sowohl neue Forschungsansätze als auch neue interdisziplinäre Studienprogramme realisiert werden.

Naturwissenschaftliche und medizinische Doktoranden erhalten im Rahmen einer Ringvorlesung, eines Gästekolloquiums, eines Jahresarbeitstreffens und verschiedener theoretischer und praktischer Fortbildungsveranstaltungen eine inhaltlich und methodisch breit gefächerte Ausbildung in den Neurowissenschaften. Ein enges und kontinuierliches Betreuungskonzept während der gesamten Promotionsphase gewährleistet eine zügige und qualitativ hochwertige Ausbildung. Ziel ist neben der forschungsorientierten Ausbildung auch die Förderung von Auslandsaufenthalten in Partnerlabors.