Logo der Universitätsmedizin Mainz

Forschungsschwerpunkte

Ständer mit Reagenzgläser

Einfluss immunologischer Botenstoffe (Chemokine) und ihrer genetischen Grundlagen auf den klinischen Verlauf nach Lebertransplantation

Lebertransplantationen sind heute Standardtherapie terminaler Lebererkrankungen. Die Immunantwort des Organempfängers entscheidet letztlich über Akzeptanz oder Abstoßung des Organs. Diese wird durch das komplizierte Netzwerk zellulärer Botenstoffe, die sogenannten Chemokine und ihre Rezeptoren kontrolliert. Ziel unserer Forschung ist es, die lokalen immunologischen Mechanismen der Lebertransplantatabstoßung genauer zu charakterisieren. Aus diesem Grund untersuchen wir mit verschiedenen molekularbiologischen und proteinchemischen Methoden Chemokine (z.B. MIP-1a, MIP-1b, MCP-1, RANTES) sowie deren Rezeptoren (z.B. CCR2, CCR5) bei lebertransplantierten Patienten.
Jeder Mensch besitzt von Geburt an spezifische genetische Grundlagen. So kann zum Beispiel ein Gen in verschiedenen Variationen (Polymorphismen) vorliegen, die dazu führen können, dass ein Protein mehr oder weniger stark bzw. gar nicht produziert wird. Gerade in den Genen für Chemokine und deren Rezeptoren liegen eine Reihe von Polymorphismen vor, die die Ausprägung und Signaltransduktion der Chemokine deutlich beeinflussen. Da Chemokine entscheidenden Einfluss auf die Immunantwort haben, ist es von bedeutendem Interesse die Bedeutung dieser Genpolymorphismen auf die Immunantwort des Organempfängers und den klinischen Verlauf nach Lebertransplantation zu untersuchen. Eine Mutation des CCR5-Gens (CCRΔ32) wurde von uns bereits als Risikofaktor für die Entstehung bestimmter Gallengangsschäden nach Lebertransplantation, den sogenannten ‚ischemic type biliary lesions’ (ITBL), identifiziert (Moench et al. Liver Transplantation 2004; 10: 434). 

Angiogenetische Faktoren und ihr Einfluss auf die Entstehung und Therapie des hepatozellulären Karzinoms (HCC)

Als Angiogenese bezeichnet man das Wachstum von kleinen Blutgefäßen (Kapillaren). Solide Tumoren, wie das hepatozelluläre Karzinom (HCC) sind abhängig von einem mitwachsenden Kapillarnetz (Tumor-induzierte Angiogenese), das den Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es handelt sich um einen sehr komplexen Prozess, der unter anderem durch den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) aktiviert wird. Wir untersuchen die Ausprägung und den Verlauf angiogenetischer Faktoren bei HCC-Patienten nach Resektion und Lebertransplantation sowie bei der Entstehung von Tumorrezidiven. Wir gehen hierbei der Frage nach, ob eine erhöhte VEGF-Produktion mit einer schlechteren Prognose der HCC-Erkrankung einhergeht. Eine verstärkte Expression angiogenetischer Faktoren könnte durch genetische Polymorphismen beeinflusst werden. Wir versuchen zu klären, ob eine genetische Grundlage als Ursache für eine verstärkte VEGF-Produktion verantwortlich gemacht werden kann, was zum Beispiel wichtige therapeutische Konsequenzen für die Behandlung solcher Patienten nach sich führen könnte.

Chromosomale Veränderungen (Aneuplodie) und Rezidivbildung nach chirurgischer Resektion des HCC

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine der häufigsten Krebsformen weltweit. Obwohl die chirurgische Resektion eine potentiell kurative Therapie darstellt, ist die Rezidivrate (Wiederauftreten des Tumors) nach Resektion relativ hoch. Die Aneuplodie, bei der aufgrund einer fehlerhaften Zellkernteilung (Mitose) eine zum üblichen Chromosomensatz zusätzliche Anzahl von Chromosomen entsteht, ist ein Charakteristikum vieler Tumore. Umstritten ist jedoch, ob Aneuplodie von Krebszellen als Ursache oder Folge der Erkrankung zu sehen ist. Ziel unserer Untersuchungen ist zu klären, ob der Grad der Aneuplodie von Tumorzellen im primären Tumor eines hepatozellulären Karzinoms einen Einfluss auf das Auftreten von Rezidiven nach Resektion bzw. nach Lebertransplantation hat.