DRUCKEN

Subpelvine Stenose

- auch ureteropelvine Stenose oder Harnleiterabgangsstenose genannt

Bei der subpelvinen Stenose handelt es sich um eine angeborene Einengung am Übergang vom Nierenbecken zum Harnleiter, die zu Harntransportstörungen, Entwicklungseinschränkungen der Niere, oder sogar zu einer Verminderung der Nierenfunktion führt. Die Erkrankung trittt bei Jungen 2-mal häufiger als bei Mädchen auf. Zu 60% ist die linken Seite betroffen. Bei 10 bis 40% findet sich eine beidseitige subpelvine Stenose.

Im Säuglingsalter sind die Krankheitszeichen uncharakteristisch: Gedeihstörungen, Appetitlosigkeit, wiederkehrendes Erbrechen oder auch ein tastbarer Oberbauchtumor. Bei älteren Kindern und Erwachsenen können wiederholte  Oberbauchbeschwerden oder starke, krampfartige Flankenschmerzen, insbesondere nach größeren Trinkmengen, wegweisend sein.

Die Therapie der subpelvinen Stenose erfolgt immer individuell an Hand der Krankheitszeichen, des Ultraschallbefundes von Nierenbecken- und Kelchsystem und einer nuklearmedizinischen Untersuchung, der MAG-III-Clearance, zur Beurteilung der seitengetrennten Abflussverhältnisse der Nieren. Bei nuklearmedizinisch unbedeutender Harnabflussbehinderung und/oder guter Nierenfunktion kann bei Patienten ohne Krankheitszeichen eine engmaschige Überwachung erfolgen. Spontane Verbesserung der Abflussverhältnisse bei Säuglingen, auch mit initial ausgeprägter Harnabflussstörung, machen eine operative Korrektur bei einigen Kindern unnötig.
Bei Zunahme oder weiter bestehender Abflussbehinderung sollte die operative Korrektur erwogen werden. Die Nierenbeckenplastik nach Anderson und Hynes hat sich weltweit als Standardverfahren zur operativen Korrektur einer subpelvinen Stenose durchgesetzt. Sie kann schon im Säuglingsalter sicher durchgeführt werden. Bei älteren Kindern und bei Erwachsenen kombiniert die robotisch-assistierte Nierenbeckenplastik die Vorteile der minimal-invasiven Technik (geringere Schädigung der Haut und des Gewebes) mit der gleichzeitigen Möglichkeit einer exakten Rekonstruktion des Nierenbeckens.