Visual Universitätsmedizin Mainz

7. Dezember 2013

Tag des brandverletzten Kindes am 7. Dezember - Kinderchirurgie informiert im Rahmen einer Telefonaktion der Allgemeinen Zeitung

Experten der Universitätsmedizin Mainz geben Auskunft zur Versorgung von brandverletzten Kindern

Die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie beteiligt sich aus Anlass des Tages des brandverletzten Kindes am 7. Dezember an den deutschlandweiten Aktionen. Die Mainzer Allgemeine Zeitung führt am Freitag, dem 6. Dezember, zwischen 13 und 15 Uhr eine Telefonaktion zum Thema „Kindliche Verbrennungen und Verbrühungen“ durch. Im Fokus stehen Prävention und Therapie bei Brandverletzungen und Verbrühungen. Folgende Experten stehen dabei zur Verfügung und beantworten Fragen zum Thema: Dr. Veronika Engel und Dr. Cordula Scherer (beide Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz), Ulrike Pykal, Ergotherapeutin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie der Orthopädietechnikmeister Ludwig Groß Sanitätshaus am Klinikum Darmstadt).

Jedes Jahr müssen allein in Deutschland mehr als 30.000 Kinder unter 15 Jahren mit Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich versorgt werden, zirka 6.000 Kinder verletzen sich so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen. Um auf die Folgen von thermischen Verletzungen im Kindesalter, deren Behandlung, die Unfallgefahren und die Erste Hilfe aufmerksam zu machen, ruft die „Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V.“ jährlich am 7. Dezember zum bundesweiten "Tag des brandverletzten Kindes" auf. Daran beteiligt sich auch die Universitätsmedizin Mainz mit einer Telefonaktion der Mainzer Allgemeinen Zeitung (AZ) am 6.12.2013 und mit einem Artikel auf der Kinderseite der AZ am 7.12.2013.

Die Klinik für Kinderchirurgie hält zwei Betten für schwerbrandverletzte Kinder vor und ist in Rheinland Pfalz die einzige Klinik für schwerbrandverletzte Kinder. Jährlich werden etwa 60 Patienten mit großflächigeren Verbrennungen und Verbrühungen stationär behandelt. Bei Kindern stehen als Unfallurasche Verbrühungen mit heißen Flüssigkeiten im Vordergrund. Im Alter von ein bis drei Jahren werden die Kinder zunehmend mobil und es reicht ein unbeobachteter Moment und die Tasse mit heißem Wasser, eine Tischdecke oder das Kabel des Wasserkochers ist in Reichweite des Kindes und das Kind zieht den Gegenstand zu sich. Latzverbrühungen und Verbrühungen der Oberschenkel und der Unterarme sind die Folge. Ebenso Kontaktverletzungen, die durch die aktive Mithilfe beim Kochen entstehen. Das Kind sitzt auf der Arbeitsplatte und kann so auf das heiße Ceranfeld mit der flachen Hand greifen. Auch gläserne Kaminfenster wecken die Neugierde bei kleinen Kindern und führen dann zur Kontaktverbrennung der Hand.

Verbrennungen sind in der Regel Verletzungen, die alle Schichten der Haut betreffen und operativ mit einer Hauttransplantation versorgt werden müssen. Verbrühungen sollten initial mit Wasser auf Raumtemperatur für wenige Minuten gekühlt werden. Kein kaltes Wasser, denn dieses würde die Kinder auskühlen und ist auch für die Wunde nicht förderlich. Eltern sollten den Notarzt verständigen und eine Klinik aufsuchen. Salben, Mehl oder Honig sind tabu in der Erstversorgung. Handelt es sich um eine Verletzung im Gesicht, der Hände oder sind mehr als 5 Prozent der Körperoberfläche betroffen, muss ein Kind stationär behandelt werden. Die Behandlung einer Verbrühung und Verbrennung ist langwierig und zeichnet die Kinder nach einer Hauttransplantation für ihr Leben lang. Nach der stationären Behandlung folgen ambulante Therapiemaßnahmen mit Physiotherapie/Ergotherapie sowie eine Behandlung mit Kompressionswäsche über mindestens ein Jahr, um die überschießende Narbenbildung zu unterdrücken. Falls sich im Gelenkbereich Narbenstränge ausbilden, müssen diese durch operative Hautplastiken behoben werden. Durch die Aktionen am Tag des brandverletzten Kindes wird der Fokus der Öffentlichkeit auf die notwendige Aufklärung und Prophylaxe gelegt, um die Zahl der verletzten Kinder jährlich zu minimieren.

 

Weitere Informationen zum Tag des brandverletzten Kindes:
www.paulinchen.de

 

Kontakt
Dr. Cordula Scherer
Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131  17-3865
Fax 06131  17-6523
E-Mail:  cordula.scherer@unimedizin-mainz.de

Dr. Veronika Engel
Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131  17-3865
Fax 06131  17-6523
E-Mail:  veronika.engel@unimedizin-mainz.de 

 

Pressekontakt
Oliver Kreft
Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131  17-7428
Fax 06131  17-3496
E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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