Visual Universitätsmedizin Mainz

13. Oktober 2015

Mehr als 1000 Katheter-gestützte Herzklappeneingriffe in sieben Jahren

Kardiologische Versorgung an der Universitätsmedizin Mainz auf hohem Niveau

Patienten, die unter einer hochgradigen Verengung der Aortenklappe oder einer undichten Mitralklappe leiden, kann ein minimal-invasiver Eingriff helfen. Eine Öffnung des Brustkorbs ist dabei nicht erforderlich. Seit dem Jahr 2008 führen die Spezialisten der Universitätsmedizin Mainz diese Herzklappeneingriffe mittels modernster Kathetertechnik durch. Vor kurzem konnte der insgesamt 1000ste Patient mit diesen Verfahren minimal-invasiv behandelt werden.

Bei den angewandten Verfahren handelt es sich zum einen um einen Klappenersatz bei einer Verengung der Aortenklappe (Transcatheter aortic valve implantation = TAVI) sowie zum anderen um eine Rekonstruktion der Mitralklappe bei Undichtigkeit (perkutane Mitralklappenrekonstruktion der Segel oder des Klappenrings). Beide Prozeduren werden in erster Linie bei Patienten mit hohem Operationsrisiko als Alternative zu einem offenen, chirurgischen Eingriff eingesetzt. Die Eingriffe führen Ärzte der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik in Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie durch.

In der überwiegenden Zahl der Fälle erfolgt der Eingriff schonend über die Blutgefäße der Leiste. Aufgrund der zunehmenden Erfahrung und exzellenter Studienergebnissen hat die Zahl an kathetergestützten Herzklappeneingriffen in Deutschland und somit auch an der Universitätsmedizin Mainz in den letzten Jahren stark zugenommen. Kürzlich führten die Kardiologen der Universitätsmedizin Mainz den insgesamt 1000ste Herzklappeneingriff durch.

„Deutliche technische Verbesserungen der Herzklappen und ihrer Einführsysteme haben dazu geführt, dass die Verfahren insgesamt sehr sicher geworden sind und nur eine geringe Komplikationsrate haben. Es sind zumeist ältere Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen, die einen solchen Eingriff erhalten“, sagt Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik. Diese Einschätzung hat auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK), Professor Hamm, bei der Herbsttagung der DGK bestätigt. Laut Prof. Hamm sind rund 62 Prozent der Patienten, die sich einem Aortenklappeneingriff unterziehen, älter als 80 Jahre. Exakt diese Zahl weist auch der sogenannte AQUA-Qualitätsbericht 2014 des Instituts für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (AQUA) aus.

Wie Prof. Münzel betont, ist das Erreichen des Meilensteins bei den Katheter-gestützten Herzklappeneingriffen in hohem Maße auch den Kooperationspartnern der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik zu verdanken: „Ein Erfolgsgarant ist weiterhin die enge Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie von Prof. Christian Vahl, was eine optimale Mitbehandlung garantiert. Zahlreiche Zuweisungen von Patienten durch Kooperationspartner aus dem Herznetz Mainz dokumentieren zudem das große Vertrauen in unser Herzklappenteam.“

Vor diesem Hintergrund bietet die Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz vielfältige Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für zuweisende Ärzte aber auch Patienten an. Diese können das Bewusstsein für potentiell lebensbedrohliche Herzklappenerkrankungen schärfen und gleichzeitig den Zugang zu einer gründlichen Abklärung sowie erfolgreichen Therapie für Betroffene schaffen.

 

Kontakt für Ärzte und Patienten

Herzklappenambulanz der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik
der Universitätsmedizin Mainz
PD Dr. Eberhard Schulz und Dr. Stephan von Bardeleben
Tel: 06131-177267
E-Mail: klappenambulanz-m2@unimedizin-mainz.de

 

Pressekontakt

Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131  17-7424, Fax 06131  17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de