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Lungenkrebs

"Lungenkrebs wird oft zu spät erkannt – deshalb ist er so gefährlich. Auch gibt es bis heute keine verlässliche Methode zur Früherkennung von Lungenkrebs. Umso wichtiger ist rasches und zielgerichtetes Handeln, wenn die Diagnose feststeht. Bei uns können sich Patienten auf ein kompetentes Netzwerk an Spezialisten verlassen." (Univ.-Prof. Dr. R. Buhl, Leiter des Schwerpunkts Pneumologie der III. Med. Klinik und Poliklinik)

Hintergrundinformation

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Menschen. Jeder vierte bösartige Tumor ist ein Lungenkarzinom. Wichtigster Risikofaktor ist Tabakrauchen, das für über 90 Prozent der Lungenkrebs-Erkrankungen verantwortlich ist. Mediziner unterscheiden vor allem zwei Typen – den eher seltenen kleinzelligen Lungenkrebs und den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, der in acht von zehn Fällen vorliegt. In Abhängigkeit von den Ergebnissen der diagnostischen Untersuchungen wird ein Lungenkarzinom durch eine Operation, eine Bestrahlung oder mit Medikamenten behandelt, nicht selten mit einer Kombination mehrerer Verfahren. Der kleinzellige Lungenkrebs etwa hat die unangenehme Eigenschaft, bereits in einem sehr frühen Stadium Metastasen zu bilden. Aus diesem Grund ist eine Operation oft nicht zielführend, wohingegen eine Chemotherapie in Kombination mit Bestrahlung das Mittel der Wahl ist. Beim nicht-kleinzelligen Tumor verspricht hingegen oftmals eine Operation die größte Aussicht auf Heilung.
 
In den letzten Jahren wurden über die klassischen, etablierten Methoden hinaus neue Medikamente und Verfahren zur Therapie des Lungenkarzinoms entwickelt: Wie bei vielen anderen Tumorarten machen sich die Mediziner dabei das Prinzip zunutze, mit bestimmten Wirkstoffen sehr gezielt in den Stoffwechsel der Krebszellen einzugreifen und dadurch das Tumorwachstum zu hemmen. Große Fortschritte sind in den letzten Jahren auch bei der Immuntherapie zur Behandlung von Lungenkrebs erzielt worden. Voraussetzung für deren Einsatz sind bestimmte Merkmale der Tumorzelle, die durch eine sorgfältige feingewebliche und molekulare Untersuchung des Tumorgewebes nachgewiesen werden. Die Therapie wird dann für jeden Patienten sozusagen "maßgeschneidert". Die Entwicklung und Etablierung dieser individualisierten Medizin ist einer der großen Fortschritte der letzten Jahre.

Patienten mit Lungenkrebs erhalten am UCT Mainz eine umfassende Betreuung auf höchstem Niveau

Am Schwerpunkt Pneumologie des UCT Mainz wird die klinische Kompetenz der in die Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Lungenkrebs an der Universitätsmedizin Mainz eingebundenen Fachdisziplinen gebündelt. Patienten mit gut- und bösartigen Lungengeschwülsten werden hier sowohl stationär als auch ambulant auf der Grundlage aktueller Leitlinien behandelt und dies immer mit dem Anspruch, ihnen die jeweils bestmöglich verfügbare Diagnostik und Behandlung zukommen zu lassen. So entnehmen Mediziner beispielsweise im Rahmen einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) Gewebeproben zur Bestimmung des Karzinomgewebetyps, die anschließend im Labor untersucht werden. Am Schwerpunkt Pneumologie kommen hierzu modernste Verfahren zum Einsatz, die bei Bedarf innerhalb der Bronchien durch Ultraschall gesteuert werden. So können Gewebeproben zuverlässig und mit hoher Präzision unter minimaler Belastung gewonnen werden.
 
Auch Arzneimittelprüfungen spielen am Schwerpunkt Pneumologie des UCT Mainz eine sehr wichtige Rolle, da nur durch klinische Studien neue Behandlungsverfahren bei Lungenkrebs entwickelt werden können – sei es in Form neuer Wirkstoffe oder durch die Verfeinerung der Diagnostik und der medikamentösen, operativen und Strahlentherapie. Für Patienten, denen keine etablierten Behandlungsverfahren zur Verfügung stehen und für Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen stellen klinische Prüfungen mit neuen therapeutischen Weiterentwicklungen und innovativen Therapieansätzen sehr häufig eine wichtige Option und Hoffnung dar. Am Schwerpunkt Pneumologie werden daher zahlreiche klinische Studien für viele Formen und Stadien des Lungenkrebses durchgeführt.