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Gynäkologische Tumoren

„Von der Diagnose und Beratung über die Operation, medikamentöse Therapie und Strahlentherapie werden die Patientinnen bei uns kompetent und auf höchstem medizinischem Niveau betreut. Besonders wichtig ist hierbei ein zertifiziertes gynäkologisches Krebszentrum, in dem Spezialisten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen Hand in Hand auf Basis verbindlicher Leitlinien zusammenarbeiten. Dabei werden auch die in das Versorgungskonzept eingebundenen niedergelassenen Ärzte in das integrierte Behandlungskonzept eingebunden.“ (Univ.-Prof. Dr. Marcus Schmidt, Leiter der Abteilung für Konservative und Molekulare Gynäkologische Onkologie und Leiter des Gynäkologischen Krebszentrums)

Hintergrundinformation

Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane zählen zu den häufigeren Krebserkrankungen bei Frauen. Hierzu zählen Krebserkrankungen der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses, der Eierstöcke und Eileiter, der Schamlippen und der Scheide. Die Früherkennung sowie neue operative und medikamentöse Therapieformen haben in den letzten Jahren die Heilungschancen dieser Erkrankungen wesentlich verbessert.
 
Während Übergewicht der typische Risikofaktor für den Krebs des Gebärmutterkörpers ist, werden so gut wie alle Tumoren des Gebärmutterhalses, sogenannte Zervixkarzinome, durch Viren ausgelöst. Gegen diese Viren, die Humanen Papillomaviren (HPV), kann heute bereits erfolgreich geimpft werden. Für das Zervixkarzinom gibt es außerdem auch einfache Früherkennungs-Untersuchungen: Beim sogenannten PAP-Abstrich untersucht der Frauenarzt zuvor entnommene Zellen unter dem Mikroskop und kann so entzündliche Veränderungen, mögliche Krebsvorstufen oder Krebszellen erkennen. Bestätigt sich ein Krebsverdacht, ist schnelles Handeln gefragt. Bösartige gynäkologische Tumoren erfordern häufig eine komplexe und interdisziplinäre Behandlung. Die Operation spielt im Behandlungskanon aller gynäkologischen Tumoren eine entscheidende Rolle. Ist der Krebs schon fortgeschritten, ist oft auch eine Chemo- oder Strahlentherapie zusätzlich notwendig.

Im Gynäkologischen Krebszentrum arbeiten Spezialisten Hand in Hand zusammen

Das Gynäkologische Krebszentrum des UCT Mainz bietet das gesamte Spektrum gynäkologischer Karzinomoperationen an. Dabei wird zunehmend auf minimal-invasive Techniken gesetzt, die für die Patientinnen wesentlich schonender sind. Zudem profitieren sie vom "Konzept der sogenannten Wächterlymphknoten". Wenn der Krebs sich schon ausgebreitet hat, treten in diesen die Tumorzellen zuerst auf. Ist der Wächterlymphknoten tumorfrei, müssen keine weiteren Lymphknoten entnommen werden. Für die Patientinnen ist dies ein großer Vorteil, denn es wird nur so viel Gewebe wie nötig entfernt. 
 
Der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist besonders heimtückisch und zählt zu den aggressivsten Tumoren. In dreiviertel der Fälle wird er erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, wenn er sich bereits im Bauchraum ausgebreitet hat. Aufgrund der Tatsache, dass der Tumor meist schon auf die umliegenden Organe gestreut hat, stehen Chirurgen unterschiedlicher Fachgebiete gemeinsam am OP-Tisch. Während der Gynäkologe zunächst den eigentlichen Tumor entfernt, kümmern sich Viszeralchirurgen oder Urologen je nach Befund um die weiteren befallenen Organe, wie den Darm oder die Harnblase. Beim Eierstockkrebs gibt es eine genetisch bedingte Variante. Auslöser ist eine Veränderung in den beiden Genen BRCA1 und BRCA2. Sind in der Familie bereits mehrere Fälle von Eierstockkrebs aufgetreten, bietet das Gynäkologische Tumorzentrum den Patientinnen eine umfassende genetische Beratung an. 
 
Neben den klassischen Therapiebausteinen werden derzeit zahlreiche neue Therapiemethoden etabliert, so die zielgerichteten Therapien, die speziell bei BRCA-Mutationen wirken, sowie immuntherapeutische Ansätze. In der Forschung herrscht hier eine regelrechte Aufbruchsstimmung. So beschäftigen sich Forscher beispielsweise mit der Identifizierung prognostischer und prädiktiver Marker beim Ovarialkarzinom, um Tumoren besser charakterisieren und das Ansprechen auf eine Therapie einschätzen zu können. 
 
Ist der Krebs dann schon sehr weit fortgeschritten, rückt die Lebensqualität der Patientin mehr und mehr in den Fokus. Im Sinne eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts, das Körper und Seele einschließt, wird dann das Augenmerk auf die psychoonkologische Begleitung der Patientinnen gerichtet.