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Bindegewebserkrankungen

Ehlers-Danlos 1. Stufe

COL5A1, COL5A2, COL1A1, COL1A2, COL3A1 (5 Gene)

Erweitertes Gen-Set

COL5A1, COL5A2, COL1A1, COL1A2, COL3A1, PLOD1, ADAMTS2, B3GALT6, B4GALT7, CHST14, DSE, SLC39A13, TNXB, FKBP14, B3GAT3, ZNF469, CHST3 (17 Gene)

Das Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) ist eine Bindegewebsstörung, die in mehrere Typen eingeteilt werden kann. Ursache sind Defekte in der Struktur, Produktion oder Verarbeitung von Kollagen oder Proteinen, die mit Kollagen interagieren. Kollagen ist ein wichtiger Baustein für die körperliche Stärke von Haut, Gelenken, Bändern, Muskeln, viszeralen Organen und Blutgefäßen und hilft dem Gewebe, Verformungen zu widerstehen. Verändertes Kollagen macht diese Strukturen elastischer. In einigen Fällen kann EDS lebensbedrohlich sein. EDS kann auch zu neuromuskulären Komplikationen führen, einschließlich Augenkomplikationen. Es gibt keine Heilung für EDS und die Behandlung ist unterstützend, einschließlich einer genauen Überwachung des Verdauungs-, Ausscheidungs- und insbesondere des Herz-Kreislaufsystems. Ergotherapie, Physiotherapie, Stütz- und Korrekturmaßnahmen können bei Verletzungen und Schmerzen hilfreich sein, die bei bestimmten Arten von EDS gehäuft auftreten können. EDS kann phänotypische Überlappungen mit verschiedenen Erkrankungen wie dem Marfan-Syndrom und Cutis laxa aufweisen. Da ein nicht diagnostiziertes EDS bei bestimmten Typen mit einem erhöhten Risiko eines plötzlichen Todes oder schwerer chirurgischer Komplikationen verbunden sein kann, ist eine korrekte Diagnose essentiell. Die Gesamthäufigkeit des Ehlers-Danlos-Syndroms ist schwer abzuschätzen, die kombinierte Prävalenz aller Arten wird jedoch weltweit auf etwa 1 von 5.000 Personen geschätzt.

Marfan Syndrom und Typ 1 Fibrillinopathien

FBN1, TGFBR2, TGFBR1 (3 Gene)

Die Diagnose des Marfan-Syndroms kann erschwert sein, da einige Merkmale auch in der Normalbevölkerung festgestellt werden, Merkmale altersabhängig auftreten und erhebliche phänotypische Unterschiede zwischen den Patienten bestehen können. Es gibt auch erhebliche Überschneidungen mit anderen Bindegewebsstörungen wie dem Loeys-Dietz-Syndrom (LDS), dem Ehlers-Danlos-Syndrom, dem arteriellen Tortuosity-Syndrom, dem Shprintzen-Goldberg-Syndrom und der angeborenen kontrakturale Arachnodaktylie (CCA). LDS-Symptome, die beim MFS nicht auftreten, sind Hypertelorismus (weiter Augenabstand), Gaumenspalte und/oder Uvula bifida. Bei dem LDS besteht im Gegensatz zum MFS kein erhöhtes Risiko für Linsenluxationen. Die beiden Hauptmerkmale des Marfan-Syndroms sind Augenprobleme (Kurzsichtigkeit, Linsenluxation = Ectopia lentis) sowie arterielle Aneurysmen und Dissektionen insbesondere der Aorta. Diese Gefäßkomplikationen können lebensbedrohlich sein. Darüber hinaus ist das Risiko für eine Mitralklappeninsuffizienz erhöht. Menschen mit Marfan-Syndrom sind typischerweise groß und schlank, haben verlängerte Finger und Zehen und eine in Relation zur Körpergröße zu große Armspannweite. Andere häufige Merkmale sind eng gestellte Zähne, ein langes und schmales Gesicht, eine Duralektasie, eine Skoliose und Brustkorbanomalien. Die Merkmale des Marfan-Syndroms können sich jederzeit zwischen dem Säuglingsalter und dem Erwachsenenalter manifestieren. Abhängig vom Diagnosealter und der Schwere der Symptomatik kann das Marfan-Syndrom früh im Leben tödlich sein, die Mehrheit der Betroffenen überlebt jedoch das mittlere bis späte Erwachsenenalter. Die Häufigkeit wird mit 1: 100.000 angegeben.

Thorakale Aortenaneurysmen und Aortendissektion (TAAD)

ACTA2, COL3A1, FBN1, MYH11, MYLK, SMAD3, TGFB2, TGFBR1, TGFBR2, TGFB3, PRKG1, MFAP5 (12 Gene)

Eine Aortendilatation bezeichnet einen auf mehr als 110% des Referenzwerts vergrößerten Aortendurchmesser (abhängig von Alter, Geschlecht und Körperoberfläche). Die fortschreitende Aortendilatation führt zur Entstehung eines Aortenaneurysmas (mehr als 150% des Referenzwerts). Normalerweise wird die Bildung von Aortenaneurysmen durch einen verringerten Elastingehalt und Fragmentierung mit gleichzeitigem Verlust glatter Muskelzellen angetrieben, ein Prozess, der als zystische mediale Degeneration bezeichnet wird. Dieser Prozess wird normalerweise als Folge des Alterns gesehen, ist bei genetisch bedingten Aortenaneurysmen jedoch beschleunigt. Die meisten Aortenaneurysmen sind die Folge einer nicht-syndromalen Dilatation. Mindestens 20% der Aortenaneurysmen stehen jedoch im Zusammenhang mit syndromalen Erkrankungen wie dem Marfan-Syndrom (MFS), dem Loeys-Dietz-Syndrom (LDS), dem Shprintzen-Goldberg-Syndrom (SGS) und dem Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS). Bei Personen mit Aortenaneurysmen besteht ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Herztodes aufgrund einer Ruptur oder Dissektion.

ABCC6, ACTA2, ADAMTS10, ADAMTS2, ADAMTSL4, ALDH18A1, ATP6V0A2, ATP7A, B3GAT3, B4GALT7, CBS, CHST14, CHST3, COL11A1, COL11A2, COL1A1, COL1A2, COL2A1, COL3A1, COL4A1, COL5A1, COL5A2, COL9A1, COL9A2, DSE, EFEMP2, ELN, FBLN5, FBN1, FBN2, FKBP14, FLNB, GORAB, LTBP2, LTBP4, MAT2A, MFAP5, MYH11, MYLK, NOTCH1, PLOD1, PLOD3, PRDM5, PRKG1, PYCR1, RIN2, SKI, SLC2A10, SLC39A13, SMAD3, SMAD6, TGFB2, TGFB3, TGFBR1, TGFBR2, TNXB, ZNF469 (57 Gene)

Legende

F= Fragment-Analyse

M= Duplikations-/Deletions-Screening mittels MLPA oder XON-Array

P= Pyro-Sequenzierung

S= Sanger-Sequenzierung

= Auswahl der am wahrscheinlichsten betroffenen Gene für gesetzliche krankenversicherte Patienten bis zu 25 kb nach klinischer Symptomatik und bioinformatischer Auswertung.


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