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Vorbereitende (neoadjuvante) und nachbereitende (adjuvante) Chemotherapie

Wenn der Magenkrebs zwar noch operabel aber schon relativ weit lokal fortgeschritten ist (Tumoren T2-4.N0 und T1-4, N+) , verbessert die sogenannte perioperative Chemotherapie vor und nach der Operation klar die bessere erfolgreiche Tumorentfernung und den Heilungserfolg . Dabei kommen Medikamente zum Einsatz, die den Tumor in seinem Wachstum hemmen sollen und auch bereits bei Patienten mit Metastasen gut getestet und zugelassen sind. Diese Wirkstoffe können mit Nebenwirkungen verbunden sein, die aber präoperativ gut kontrollierbar sind.

Durch einen klar belegten Überlebensvorteil empfiehlt die neue S3 Leitlinie als Standard eine vorbereitende und nachbereitende Chemotherapie bei fortgeschrittenen Tumoren, die grundsätzlich für eine Operation geeignet sind. Diese Behandlung sollte/soll vor der Operation begonnen werden (vorbereitende, „neoadjuvante“ Chemotherapie) und nach der Operation fortgesetzt werden (ergänzende, „adjuvante“ Chemotherapie).

Chemotherapie

In der Chemotherapie werden sogenannte Zytostatika eingesetzt. Das sind Medikamente, die auf unterschiedliche Art die Zellteilung verhindern. Da gerade Krebszellen sich besonders rasch teilen, sind sie hier besonders wirksam. Allerdings wirken sie nicht nur auf Krebszellen, sondern auch zum Teil auf gesunde Zellen, die sich ähnlich schnell teilen (zum Beispiel Haarwurzelzellen oder Schleimhautzellen). Deshalb kann es bei der Behandlung zu Nebenwirkungen wie Haarausfall und Veränderungen des Blutbildes kommen. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen häufig vor. Viele Nebenwirkungen kann man jedoch sehr gut vorbeugend behandeln.

Eine Chemotherapie erhalten Sie in der Regel über einen oder mehrere Tage verteilt als Infusion. Manche Wirkstoffe kann man auch als Tablette einnehmen. Eine Chemotherapie besteht aus mehreren „Zyklen“, das bedeutet: Die Medikamente werden Ihnen in ganz bestimmten Abständen wiederholt gegeben. Dazwischen gibt es Pausen (meist etwa zwei Wochen), in denen der Körper sich wieder erholen und die Medikamente abbauen kann. Die Dauer richtet sich danach, ob der Tumor auf die Behandlung anspricht und ob Sie diese vertragen. Außerdem dürfen Sie natürlich auch jederzeit entscheiden, eine Therapie abzubrechen, wenn für Sie der Vorteil nicht erkennbar ist. Beim Magenkrebs kann sich eine Chemotherapie über etwa 24 und längere Wochen hinziehen. Falls Sie dazwischen Therapiepausen haben wollen, sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrem Arzt.

Bei der Behandlung von Magenkrebs kommt in der Regel eine Kombination mehrerer Wirkstoffe zum Einsatz. Studien haben gezeigt, dass Patienten, die mit einer Wirkstoffkombination behandelt wurden, einen Überlebensvorteil von durchschnittlich eineinhalb Monaten gegenüber Patienten hatten, die nur einen Wirkstoff erhalten hatten.