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13.06.2014

Symposium für Wegbereiter der Mainzer Krebsforschung

Universitätsmedizin Mainz ehrt Christoph Huber aus Anlass seines 70. Geburtstags

Im Bereich der Krebsforschung hat sich der ehemalige Direktor der III. Medizinischen Klinik, Univ.-Prof. Dr. Christoph Huber, national und international einen Namen gemacht. Unter seiner Ägide entwickelte sich die Klinik in den 90er-Jahren und eingangs des 21. Jahrhunderts zu einer international führenden Einrichtung zur Behandlung bösartiger Blut- und Tumorerkrankungen und einem Zentrum für Stammzelltransplantation und Palliativmedizin. Aus Anlass seines 70. Geburtstags veranstaltete die Universitätsmedizin Mainz heute in Schloss Waldthausen ein Symposium, zu dem einerseits Gäste aus Politik und Wissenschaft und andererseits Wegbegleiter geladen waren. Dabei wurde deutlich: Prof. Huber hat auch nach der Emeritierung Herausragendes beim Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung geleistet. So ist er Mitgründer der Biotechfirmen Ganymed-Pharmaceuticals und BioNTech und war unter anderem maßgeblich an der Einrichtung des Instituts für translationale Onkologie (TRON) an der Universitätsmedizin Mainz und dem Spitzentechnologie-Cluster „Individualisierte Immuntherapie“ beteiligt.

„Das Rhein-Main-Gebiet zählt mit seiner starken Forschungslandschaft und seinen vielen innovativen und leistungsfähigen Biotechnologieunternehmen unbestritten zu einer weltweit beachteten Region. Um dies zu erreichen, braucht es große Visionäre wie Prof. Huber. In seiner über 40-jährigen Tätigkeit als Mediziner, aber auch privat hat er sich dem Kampf gegen den Krebs mit unermüdlichem Engagement verschrieben. Dies gilt für seine erfolgreiche Arbeit an der Universitätsmedizin Mainz ebenso wie bei der Umsetzung klinischer Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche Anwendung. Dafür danke ich Prof. Huber herzlich“, sagte Wissenschaftsstaatssekretärin Vera Reiß anlässlich des heutigen Symposiums.

„Die Mainzer Wissenschaftslandschaft hat Prof. Huber über Jahre hinweg in herausragender Weise mitgeprägt. Er kann sich den Aufbau eines international führenden Forschungsprogramms zur Krebsimmuntherapie auf seine Fahnen schreiben“, sagte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, über den gebürtigen Wiener und ergänzt: „Prof. Huber hatte maßgeblichen Anteil daran, die Mainzer Medizin in der deutschen Forschungslandschaft zu platzieren.“ Es gelang ihm unter anderem, einen Sonderforschungsbereich und eine klinische Forschergruppe am Hochschulstandort Mainz zu etablieren. Darüber hinaus war und ist er Mitgründer und Vorsitzender der europaweit führenden Wissenschafts- und Kommunikationsplattform Cancer Immunotherapy (CIMT).

„Von 1990 bis 2009 war der Onkologe und Hämatologe Prof. Huber Direktor der III. Medizinischen Klinik. In dieser Zeit hat er sich in außerordentlicher Weise um den Standort verdient gemacht. Im Mittelpunkt seines Handelns stand dabei stets das Wohl des Patienten. Ihm ist es zu verdanken, dass die Klinik über die Landesgrenzen hinweg zu einer der modernsten onkologischen Einrichtungen wurde“, unterstrich die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand, Prof. Dr. Babette Simon. „Mein besonderer Dank gilt Prof. Huber dafür, dass er neben seinem Engagement für Klinik und angewandte Forschung an der Universitätsmedizin Mainz auch die Palliativmedizin mit auf den Weg gebracht hat.“

Auch nach seiner Zeit als Direktor der III. Medizinischen Klinik hat Prof. Huber seinen Weg als Pionier in der Krebsforschung erkennbar fortgesetzt: Er ist unter anderem Geburtshelfer und strategischer Berater des Instituts für translationale Onkologie (TRON)  im Jahr 2010 und war 2009 an der Gründung des Biotechunternehmens BioNTech beteiligt. Auch darf er sich auf seine Fahnen schreiben, einer der Mitbegründer und 2. Vorstand des länderübergreifenden Spitzentechnologieclusters CI3 zu sein.

Zur Person:

Prof. Dr. Christoph Huber wurde am 14. Februar 1944 in Wien geboren. Er studierte an der Leopold Franzens Universität in Innsbruck Medizin, wo er auch seine Facharztausbildung in Innerer Medizin und 1976 die Habilitation zum Abschluss brachte. Im Jahr 1983 begründete er dort eine der ersten europäischen Stammzelltransplantations-Einrichtungen. 1986 wurde er an der Leopold-Franzens Universität in Innsbruck zum Professor für Klinische Immunbiologie und Leiter der gleichnamigen Abteilung ernannt.

Zahlreiche Forschungsaufenthalte führten Prof. Huber u. a. 1971 an das Karolinska Institute for Cancer Research in Stockholm, 1974/75 und 1978 an das Institute for Immunology des Wallenberg Research Institutes in Uppsala und 1981 zum späteren Nobelpreisträger Prof. Thomas an das Knochenmarktransplantations-Zentrum am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle (USA). 1990 erreichte ihn dann der Ruf zum Ordinarius für Innere Medizin und Leiter der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. Dieser Ruf war mit der Erwartung der Etablierung eines international wahrnehmbaren Forschungs- und Versorgungszentrums für Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation verbunden. Neben diesen Schwerpunkten hat sich Prof. Huber in der Folge erfolgreich für den Neubau der Kliniken für Innere Medizin, den Ausbau des Schwerpunkts Pneumologie und ganz besonders für die nun erfolgte Etablierung der akademischen Palliativmedizin an der Universitätsmedizin Mainz eingesetzt. Die gestellten Aufgaben wurden gelöst und eine führende Schule für Hämatologie, Onkologie und Immunologie begründet, die inzwischen zahlreiche Ordinariate in Deutschland und anderen europäischen Ländern besetzt hat.

Prof. Huber hat seine Forschungsschwerpunkte der Tumorabwehr, Onkologie und Stammzelltransplantation in den von ihm gegründeten und als Sprecher geleiteten Spitzenforschungsinitiativen des Sonderforschungsbereiches 432 der DFG "Mechanismen der Tumorabwehr und ihre therapeutische Beeinflussung", der klinischen Forschergruppe 183 der DFG "Optimierte allogene Lymphozytentherapie", dem "Immunology Centre of Excellence" der Landesregierung und der internationalen Association Cancer Immunotherapy CIMT entwickelt und zu einem der international hoch beachteten Forschungscluster geformt. Zur klinischen Umsetzung dieser Forschungen hat er seit 2001 mit Partnern und führenden Finanzinvestoren die BioTech-Firmen Ganymed Pharmaceuticals und anschließend im Jahr 2009 BioNTech mit gegründet. Mehrere hoch-innovative Krebsimmuntherapeutika dieser Firmen befinden sich derzeit schon in klinischer Prüfung. Er war oder ist heute in wissenschaftlichen Beratergremien, Aufsichtsräten ausländischer Universitäten und Gesundheitsunternehmen, Großforschungseinrichtungen wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und dem Max-Delbrück Zentrum Berlin sowie in großen Pharmaunternehmen und mehreren Biotechnologiefirmen tätig.

Von 1990 bis 1998 war Prof. Huber Vorsitzender des Tumorzentrums Rheinland-Pfalz und von 1997 bis 2008 Vorsitzender des Klinikausschusses des Universitätsklinikums Mainz. 1997 wurde Prof. Huber Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2004 erhielt er die Landesverdienstmedaille Rheinland Pfalz und 2007 verlieh ihm die Medizinische  Universität Innsbruck den Ehrendoktortitel. Er ist Autor von mehr als 450 wissenschaftlichen Publikationen in Spitzenzeitschriften, Herausgeber zahlreicher internationaler Wissenschaftsjournale, des deutschsprachigen Standardlehrbuchs "Die Innere Medizin", des ersten Leitfadens "Krebsimmuntherapie" und Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften. Prof. Huber gehörte oder gehört in prominenten Funktionen den Forschungsfördergremien der DFG, der EU, der Deutschen Krebshilfe, der Cancer Research UK, des Schweizer Nationalfonds und anderer Organisationen an.

 

Bildunterzeile:

Der Vizepräsident für Forschung an der Johannes Gutenberg-Universität, Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister (links), die Staatssekretärin im Wissenschaftsministerium, Vera Reiß (zweite von links), die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Babette Simon (zweite von rechts), und der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann (rechts), gratulierten neben Dr. Veronika Huber (dritte von links) Univ.-Prof. Dr. Christoph Huber  (dritter von rechts) zu seinem 70. Geburtstag.

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131  17-7424, Fax 06131  17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de