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13.05.2019

Beruf als Berufung: Pfleger des Jahres 2019 kommt aus Mainz

Wertschätzung für die Pflege: Marcel Becker zum „Pfleger des Jahres 2019“ gekürt

Marcel Becker ist Deutschlands Pfleger des Jahres. Der 24-jährige examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger leitet trotz seines jungen Alters bereits zwei Stationen in der Urologie der Universitätsmedizin Mainz. Becker wurde unter mehr als 1.000 nominierten Pflegekräften für die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ausgewählt. Auf dem zweiten Platz landete Katrin Jäger (49) aus Müllrose bei Frankfurt/Oder (Brandenburg) und der dritte Platz ging Lisa Conrad (40) aus Homburg (Saarland). Für ihr Lebenswerk erhielt die 85-jährige Ordensschwester und Pflegepionierin Liliane Juchli aus dem schweizerischen Kloster Ingenbohl einen Sonderpreis. Insgesamt ist der vom Personaldienstleister „Jobtour medical“ initiierte Pflege-Award mit 10.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wurden die Preisträgerinnen und Preisträger am Samstagabend (11. Mai) in Berlin, passend zum Internationalen Tag der Pflege, der am 12. Mai gefeiert wird. Er geht auf den Geburtstag der im 19. Jahrhundert wirkenden britischen Pionierin der modernen Krankenpflege Florence Nightingale zurück.

Der Pflege-Award Pfleger des Jahres wurde zum dritten Mal ausgeschrieben. Unter dem Motto „Herz & Mut“ wurden bundesweit Pflegekräfte gesucht, die auf besondere Weise Herz und Mut täglich unter Beweis stellen. Insbesondere Angehörige, Patienten und Arbeitskollegen haben Pflegerinnen und Pfleger vorgeschlagen – und zwar so viele wie noch nie. Mit mehr als 2.000 Teilnehmern und gut 1.000 Nominierten verzeichnet der Wettbewerb einen neuen Rekord. Eine siebenköpfige Fachjury wählte unter den teils sehr berührenden Vorschlägen die Pflegerinnen und Pfleger aus, die ihre Arbeit auf besonders vorbildliche und nachahmenswerte Weise ausüben. Außerdem flossen auch biografische Besonderheiten der Pflegerinnen und Pfleger in die Bewertung mit ein. Am Ende hat sich die Jury für Marcel Becker als „Pfleger des Jahres“ entschieden.

Der in Hessen geborene Becker hat in Bad Hersfeld seine Ausbildung zum examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger gemacht und ist danach nach Mainz gezogen, um in der Universitätsmedizin zu arbeiten. „Ich wollte an eine Universitätsklinik, da es dort High-end Medizin gibt.“ In Mainz hat der damals 21-Jährige zuerst eineinhalb Jahre in der Notaufnahme gearbeitet, ehe er in die Urologie als Stationsleiter wechselte. Ein Jahr später übernahm er auch die Leitung der Aufnahmestation in der Urologie, sodass Becker heute ein rund 12-köpfiges Team führt.

Nominiert wurde Becker von Dr. Joachim Heil von der Servicestelle für Patienten mit kognitiven Einschränkungen oder Demenz der Universitätsmedizin Mainz. „Es ist beeindruckend, wie Marcel Becker mit seinen 24 Jahren Verantwortung übernimmt und permanent daran arbeitet, die Qualitätsstandards auf seinen Stationen und darüber hinaus weiter zu erhöhen. Es geht ihm stets darum, Verbesserungen in der Praxis zu erreichen, die den Patienten den Klinikaufenthalt trotz funktionalisierter Abläufe so angenehm und reibungslos gestalten, wie möglich“, so Dr. Heil und ergänzt: „Er setzt ein deutliches Zeichen, dass auch junge Menschen im Pflegedienst etwas erreichen und verändern können. Marcel ist Gesundheits- und Krankenpfleger aus Leidenschaft und hat bereits heute das Ansehen für den Pflegeberuf enorm gestärkt.“

“Wir freuen uns sehr, dass unser Mitarbeiter Marcel Becker aus so vielen Bewerbungen zum Pfleger des Jahres gewählt wurde“, gratuliert Marion Hahn, Pflegevorstand der Universitätsmedizin Mainz. „In Zeiten, in denen die Themen Fachkräftemangel und Pflegenotstand zunehmend die öffentliche Wahrnehmung bestimmen, ist es besonders wichtig, die Attraktivität und gesellschaftliche Bedeutung des Pflegeberufs bewusst zu machen. In der Pflege arbeiten viele tolle, motivierte und außerordentlich qualifizierte Menschen. Sie alle verdienen unsere Wertschätzung und Anerkennung – das müssen wir verstärkt in der Öffentlichkeit transportieren. Die Auszeichnung als Pfleger des Jahres leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.“

Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Platz geht an Katrin Jäger (49) aus Müllrose bei Frankfurt/Oder (Brandenburg). Sie ist leitende Palliativschwester des Klinikums Frankfurt (Oder) und Onkologische Fachschwester. Sie hat am Klinikum trotz großer familiärer Belastungen den Aufbau der Palliativabteilung mit großem persönlichen Einsatz angestoßen und war beim Aufbau der Abteilung maßgeblich beteiligt, die sie von Beginn an auch leitet.

Den dritten Platz und 2.000 Euro Preisgeld sprach die Jury Lisa Conrad (40) aus Homburg im Saarland zu. Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin wurde von einer Familie nominiert, in der sie zuerst die schwerstkranke Mutter bis zu deren Tod gepflegt hat. Als dann später auch deren Sohn, der in Kalifornien lebte, schwer an Parkinson erkrankt ist, hat sie in ihrer Arbeitsstelle Überstunden und Urlaubstage angesammelt und ist für mehrere Wochen in die USA gegangen, um den 55-jährigen Mann dort ebenfalls bis zum Tod zu pflegen.

Darüber hinaus geht ein Sonderpreis für das Lebenswerk an die 85-jährige Ordensschwester und Pflegepionierin Liliane Juchli aus dem Kloster Ingenbohl unweit des Vierwaldstätter Sees in der Schweiz. Sie hat die Pflege in den vergangenen 60 Jahren maßgeblich geprägt und weiterentwickelt, begründet die Jury ihre Entscheidung. In St. Gallen baute Schwester Juchli in den 1960er-Jahren das Ausbildungsangebot für Pflegekräfte auf. Das Lehrmaterial fasste sie für die Ausbildung der Pflegekräfte zusammen, und 1973 erschien die erste Auflage von „Krankenpflege“. Es gilt bis heute als Standardwerk der Pflege und ist auch bekannt als „der Juchli“. Mittlerweile gibt es dieses Standardwerk in der 12. Auflage.

Mirjam Rienth, Geschäftsführerin des Preisinitiators Jobtour medical, lobte die Preisträger bei der Preisverleihung als „vorbildliche Pflegerinnen und Pfleger, die ihren Beruf als Berufung leben. Durch den Preis und die Kampagne Herz & Mut wollen wir die Bedeutung der Pflege in das öffentliche Bewusstsein rücken und für eine höhere Wertschätzung der Pflegekräfte werben.“ Es müsse immer wieder laut gesagt werden, so Rienth, dass „in der Pflege viele Tausend hervorragend qualifizierte, hoch motivierte und empathische Menschen tagtäglich einen gesellschaftlich überaus wertvollen Beitrag leisten.“

Diesen Ansatz unterstützt auch die Jury, bestehend aus: Manuel Benz, Leiter einer Berufsfachschule für Altenpflege in Bühl/Baden, Helena Dyck, Gesundheits- und Krankenschwester in Ulm sowie Botschafterin der Pflege, Kristina Kelm, stellvertretende Pflegedirektorin des Marienhospitals Stuttgart, Havva Özkan, Krankenpflegerin in Bonn und  Pflegerin des Jahres 2018, Sandro Plett, Altenpfleger und Pflegeblogger, Marcus Rasim, Leiter einer Altenpflegeschule bei Würzburg und Bundestrainer der Nationalmannschaft der Pflegeberufe-EM und -WM, sowie Andreas Renner, Politikchef der EnBW und Kurator der Stiftung Lebenshilfe Singen,

Nominierungen für den Pfleger des Jahres 2020 können unter www.herzundmut.de eingereicht werden

 

Pressekontakt:
Gernsbeck Kommunikation
Marcus Gernsbeck
Tel.: +49 7221 398 66-11; E-Mail:  gernsbeck@gernsbeck-kommunikation.de