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Maligne Lymphome (Hodgkin und Non-Hodgkin Lymphome)

 

Diese Seite richtet sich an alle, die sich über Maligne Lymphome informieren möchten, insbesondere an Patienten und ihre Angehörigen. Wir möchten Ihnen hier einige Kerninformationen zu den Krankheitsbildern liefern und Sie auf diese Weise bei der Bewältigung der enormen Informationsfülle und deren Verständnis unterstützen. 

Ihr Ansprechpartner:
OA Prof. Dr. Georg Heß

Ein allgemeiner Überblick

Unter dem Begriff „Maligne Lymphome“ werden alle bösartigen Lymphknotenerkrankungen oder bösartigen Veränderungen des lymphatischen Systems im Körper bezeichnet. Umgangssprachlich finden auch Ausdrücke wie "Lymphknotenkrebs" Verwendung.  Gegenüber anderen Krebserkrankungen jedoch zeichnen sich Lymphome durch einen, im Allgemeinen, systemischen Befall aus. Dies bedeutet, dass aufgrund der Ausbreitung des lymphatischen Systems im gesamten Körper häufig verschieden Körperregionen  betroffen sein können.   

Maligne Lymphome werden in verschiedene Gruppen unterteilt. Insbesondere wird eine Gruppe als sogenannte "Hodgkin-Lymphome" bezeichnet, von diesen abgegrenzt werden die sogenannten "Non-Hodgkin-Lymphome". Die letzte Gruppe wird noch einmal in "indolente" und "aggressive Lymphome" unterteilt. Diese drei Gruppen werden mit spezifischen Behandlungsverfahren therapiert. 

Im Allgemeinen sind, wie bei anderen Tumoren auch, maligne Lymphome Erkrankungen des höheren Lebensalters, mit einem Altersgipfel in der siebten und achten Lebensdekade. Ausnahme hiervon ist der "Morbus Hodgkin", bei dem sich auch bei Patienten in der dritten Lebensdekade eine Häufung findet. 

Lymphom-Sprechstunde 

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Weitere Informationen

Symptome der Erkrankung sind in aller Regel, wie es bereits der Name nahelegt, Vergrößerungen der lymphatischen Strukturen, insbesondere der Lymphknoten, der Leber und der Milz oder des Waldeyerischen Rachenringes (Mandeln). Darüber hinaus können aber auch praktisch alle anderen Organsysteme betroffen sein. Die Schwellungen sind in aller Regel schmerzlos, Komplikationen treten insbesondere durch Kompression umliegender Strukturen auf bzw. werden durch das Einwachsen in diese bedingt. 

Da sich das lymphatische System auch im Knochenmark befindet, kommt es gehäuft zu einer Beteiligung dieses Ortes der Blutbildung. In Folge kommt es dann zu einer Anämie (Blutmangel), zu einem Mangel an Blutplättchen (Blutungsneigung) oder zu einem Abfall der normen Immunzellen, der dann nicht selten mit einer höheren Infektanfälligkeit einher geht. 

Typisch, aber nicht spezifisch ist das Auftreten sogenannter B-Symptome. Hierunter versteht man Allgemeinsymptome, wie Fieber ohne Ursache (> 38,5 Grad über einen längeren Zeitraum), das Auftreten von starkem Nachtschweiß oder ein ungewollter Gewichtsverlust von zehn Prozent des Körpergewichtes innerhalb von sechs Monaten. Aufgrund der unterschiedlichen Manifestationsorte kann es jedoch zu einem heterogenen  Bild an verschiedenen Symptomen kommen, so dass Ärzte bei ungeklärten Ursachen immer auch an ein malignes Lymphom denken sollten. 

Für eine Vielzahl von Patienten können keine spezifischen Risikofaktoren identifiziert werden. Bei einigen Erkrankungen spielen Virus- oder andere infektiöse Agenzien eine Rolle. Die Exposition gegenüber chemischen Stoffen, Tabakrauch oder eine Strahlenexposition können das Risiko für eine Krankheitsentstehung begünstigen. Bei den malignen Lymphomen, die ja eine große Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen darstellt, sind verschiedene Mechanismen beschrieben worden. In aller Regel kommt es hier zu genetischen Veränderungen, die eine Kaskade (schrittweise Entwicklung) von weiteren Ereignissen nach sich zieht, auf deren Basis dann letztendlich die jeweilige Lymphomerkrankung entstehen kann. Das Verständnis dieser Prozesse hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, da basierend auf diesem Verständnis zunehmend therapeutische Ansätze entwickelt werden könnten.

Wie oben aufgeführt wird zunächst der Morbus Hodgkin von den Non-Hodgkin-Lymphomen abgegrenzt. Bei den Non-Hodgkin-Lymphomen werden aggressive und indolente Lymphome unterschieden. Bei den aggressiven Lymphomen ist das sogenannte Diffus großzellige B-Zell-Lymphom der typische Vertreter, etwa 40 Prozent aller Lymphomerkrankungen in Deutschland sind diesem Subtyp zuzuordnen. 

Bei den indolenten Lymphomen ist das Follikuläre Lymphom der häufigste Vertreter, ca. 25 Prozent aller Patienten in Deutschland haben diese Diagnose bei einer Lymphomerkrankung. Weitere typische Erkrankungen sind das Marginalzonenlymphom, das Mantelzell-Lymphom oder der Morbus Waldenström. All diese Erkrankungen sind sogenannte B-Zell-Lymphome. 

Darüber hinaus gibt es auch noch T-Zell-Lymphome, die insbesondere in der Haut auftreten. Die typischen Vertreter sind Mycosis fungoides oder das sogenannte Sézary-Syndrom. Die Einteilung der malignen Lymphome ist überaus komplex. Von den zunächst wenigen Obergruppen haben sich mittlerweile mehr als 100 Subtypen differenziert, die hier aufgrund ihrer Spezifität nicht im Detail dargestellt werden können. 

Die Sicherung der Diagnose von malignen Lymphome erfolgt in aller Regel durch die Biopsie eines betroffenen Lymphknotens, der pathologisch analysiert wird und ggf. werden zusätzlich genetische Faktoren analysiert. Nach Diagnosestellung ist die erweiterte Anamnese, die körperliche Untersuchung und eine breite Labordiagnostik indiziert. Hier werden insbesondere Blutbild und Differentialblutbild, Leber- Nierenwerte, die Infektionsserologie sowie Eiweißparameter überprüft. 

Wichtig zum Verständnis der Ausbreitung der Erkrankung im Körper ist in der Regel die Durchführung einer Computertomographie vom Hals bis zu den Leisten und einer Knochenmarkpunktion. Basierend auf den Ergebnissen dieser Untersuchungen kann dann das Stadium der Erkrankung definiert werden. Hier unterscheidet man ein limitiertes Stadium (nur auf eine begrenze Region bezogen, Stadium I oder II) oder eine generalisierte (weit verbreitete, Stadium III oder IV) Ausbreitung. Es ist zu beachten, dass die Ausbreitung per se nicht eindeutig mit der Prognose (s. u.) kumuliert. Sie dient vor allen Dingen prinzipiell der Beschreibung vor Therapiebeginn, damit nach einer Therapie eine entsprechende Vergleichsbasis besteht.

Die  Prognose maligner Lymphome hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert und verbessert. Aufgrund der oben beschriebenen Vielzahl der Erkrankungsunterarten kann jedoch keine allgemeine Prognose angegeben werden. Heute werden insbesondere bei Patienten mit Morbus Hodgkin mehr als 80 Prozent dauerhaft geheilt. Die Ergebnisse beim Non-Hodgkin-Lymphom sind unterschiedlich. Bei aggressivem Lymphom können heute aber auch einer großer Teil der Patienten durch eine Therapie geheilt werden. Die indolenten Lymphome zeichnen sich dadurch aus, dass die Krankheiten sehr gut behandelt werden können, es jedoch häufig in einem sehr langen Krankheitsverlauf zu einem Rückfall kommen kann. Die Krankheitsverläufe können aber 25 bis 30 Jahre umfassen, im Sinne einer chronischen Erkrankung. Über die Prognose im Einzelnen kann Sie nur Ihr Arzt in einem ausführlichen Gespräch informieren.

Die Behandlung der malignen Lymphome ist überaus komplex. Verschiedene Therapieverfahren kommen zum Einsatz. In aller Regel sind das eine Chemotherapie (in Kombination verschiedener Medikamente), der Einsatz monoklonaler Antikörper, die Gabe von sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren, der Einsatz zellulärer Verfahren, wie der allogenen Transplantation, der Einsatz chimärer Antigenrezeptoren-tragender Zellen oder weiterer Antikörpermodifikationen.

Viele dieser Verfahren haben sich erst in den letzten Jahren entwickelt und der ideale Einsatz dieser Strategien zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich noch in klinischer Erprobung. Dennoch kann heute davon ausgegangen werden, dass für die überwiegende Mehrzahl der Patienten mit den o. g. therapeutischen Maßnahmen eine gute Therapie der Erkrankung möglich ist und für die überwiegende Anzahl der Patienten eine Heilung oder langfristige Tumorkontrolle erreicht werden kann. 

Aufgrund der Heterogenität der Therapie kann diese nur im Einzelfall mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden. Für Patienten mit fortgeschrittener Lymphomerkrankung bieten wir auch eine Vielzahl innovativer Therapiekonzepte an, diese werden in sogenannten klinischen Studien erprobt. Sollten Sie Interesse hieran haben, sprechen Sie uns gerne gezielt an. Wir werden hier alle Möglichkeiten für Sie in Erwägung ziehen.

 

 

Klinische Studien

Klinische Studien im Universitären Centrum für Tumorerkrankungen » hier

Alle Studien im Bereich Maligner Lymphome finden Sie dann unter "Studien mit aktueller Rekrutierung" und "Erwachsene - Lymphknoten".