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AG Lieb/Klemperer

AG Interessenkonflikte

Leitung

Univ.-Prof. Dr. med. Lieb
Univ.-Prof. Dr. med. Klaus Lieb
Funktionen: Direktor
Leitung AG Interessenkonflikte und AG Therapieresponse und Therapieresponseprädiktion
Qualifikationen: Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

06131 17-7335
06131 229974
klaus.lieb@unimedizin-mainz.de
Weitere Informationen

Ko-Leitung

Prof. Dr. med. Klemperer
Prof. Dr. med. David Klemperer
Funktionen: Ko-Leitung AG Interessenkonflikte
Qualifikationen: Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen

david.klemperer@oth-regensburg.de
Weitere Informationen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

PD Dr. Nadine Dreimüller

Marlene Stoll, M.Sc.

Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Dr. Cora Koch

Lara Hubenschmid, M.Sc.

Janosch Weißkircher, M.A. 

Themengebiet

Medizinisches und wissenschaftliches Denken und Handeln sollte sich stets am Patientenwohl orientieren. Ärztinnen und Ärzte befinden sich jedoch stets in einem System divergierender Interessen und Handlungsmöglichkeiten. Direkte finanzielle Interessenkonflikte und indirekte Interessenkonflikte können das Urteilsvermögen und die Entscheidungsfindung (un)bewusst beeinflussen und das Patientenwohl beeinträchtigen. Einem besonders starken Einfluss sind Ärztinnen und Ärzte durch die pharmazeutische Industrie ausgesetzt, die für ihre Geschäftserfolge auf die Ärzteschaft angewiesen ist. Einem zunehmenden Druck, finanzielle Erwägungen in ihrem Handeln zu berücksichtigen, sind Ärztinnen und Ärzte aber auch insbesondere im Krankenhaus ausgesetzt.

Im klinischen Alltag wie in der Forschung stellen sich Fragen wie die folgenden: Wie nehmen Ärztinnen und Ärzte nicht-medizinische Einflussnahme auf ihr Handeln wahr? Sind sie sich der Interessenkonflikte bewusst? Wie gehen sie damit um? Wie verhalten sie sich, wenn das Patientenwohl durch fachfremde Einflüsse gefährdet ist? Wie stehen sie zu Regelungen zum Umgang mit Interessenkonflikten? Damit einher geht auch die Frage, wie im Prozess der gemeinsamen Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient die Präferenzen des Patienten geklärt und in medizinisches Handeln umgesetzt werden können.

Gefährdungen der Integrität der klinischen Medizin und der medizinischen Forschung sind das Leitthema unserer Arbeitsgruppe.

Projekte

Strategien im Umgang mit Interessenkonflikten

Das Projekt SoCIReM (Second order effects of Conflict of Interest Regulations in Medicine) basiert auf der Beobachtung, dass die zunehmende Regulierung von Interessenkonfikten in der Medizin ungewollte und negative Auswirkungen auf die Unabhängigkeit der Wissenschaft und den wissenschaftlichen Fortschritt haben kann. 

Interessenkonflikte in der Psychotherapieforschung

Dieses Projekt widmet sich den Faktoren, die Einfluss auf Psychotherapieforschung nehmen sowie den Verzerrungen in Publikationen der Psychotherapieforschung.

Interessenkonflikte und Leitlinien

Vertrauenswürdigkeit ist ein essentielles Qualitätsmerkmal von medizinischen Leitlinien. Interessenkonflikte durch Beziehungen zu Herstellern von Arzneimitteln und Medizinprodukten, aber auch die Eigeninteressen von Personen, Fachgruppen und Fachgesellschaften erhöhen das Risiko für Bias in Leitlinien. Offenlegung und Management von Interessenkonflikten sind daher notwendig. In diesem Projekt wird untersucht, wie unterschiedliche Akteure Interessenkonflikt-Policies wahrnehmen, beurteilen und befolgen. 

Industrie und Interessenkonflikte

Hersteller von Arzneimitteln und Medizinprodukten geben häufig das Patientenwohl als ihr primäres Interesse an. Dabei ergeben sich unvermeidlich Konflikte mit ihrer Verpflichtung, die finanziellen Interessen ihrer Anteilseigner zu wahren. Diesem Zielkonflikt und den Lösungsmöglichkeiten widmet sich dieses Projekt.

Lehre zu Interessenkonflikten

Interessenkonflikte wurden im Medizinstudium bislang wenig behandelt. Wir haben ein evidenz-basiertes Curriculum zu Interessenkonflikten und Risikokommunikation entwickelt und dieses Lehrmaterial frei zugänglich gemacht. Im Rahmen des Curriculums wird den Studierenden Wissen zur Thematik vermittelt und ihnen wird beigebracht, Informationen korrekt einzuschätzen und zu kommunizieren.

Sonstige Forschung

Unser Forschungsinteresse gilt zudem den Verzerrungen im Verschreibungsverhalten von ÄrztInnen und wie diese durch zertifizierte Fortbildung und unabhängige Medikamentenstudien modifiziert werden können.  

 

 

Drittmittelförderung

Ausgewählte Publikationen