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Psychische Belastungen im Kontext körperlicher Erkrankungen

epos - emotionsbasierte psychoonkologische Online-Selbsthilfe

Das emotionsbasierte psychoonkologische Online-Selbsthilfeprogramm epos will die psychosoziale Versorgung von Krebspatient*innen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus verbessern. epos wurde in einer ersten Projektphase auf der Grundlage psychoonkologischer Behandlungsleitlinien sowie eigener wissenschaftlicher Vorarbeiten in den Bereichen Psychoonkologie, E-Mental Health und psychodynamischer sowie emotionsbasierter Therapiekonzepte entwickelt und soll Betroffene im Umgang mit ihren seelischen und körperlichen Belastungen ihrer Krebserkrankung unterstützen. Aktuell wird in einer zweiten Projektphase die Akzeptanz und die Wirksamkeit von epos in einer randomisiert kontrollierten Studie geprüft.

Einschlusskriterien:

Ausschlusskriterien:

 

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Teambasierte Versorgung für psychisch belastete Patient*innen mit chronischer koronarer Herzkrankheit

Patient*innen mit einer koronaren Herzerkrankung weisen häufig eine erhöhte Stressbelastung und Schwierigkeiten damit auf, gesund zu leben bzw. die kardiovaskulären Risikofaktoren zu reduzieren (z. B. das Rauchen einzustellen und sportlich aktiv zu werden).

Die TEACH-Studie prüft vor diesem Hintergrund ob eine einjährige Behandlung durch ein Team, bestehend aus einer Behandlungsassistentin und einem psychosomatischen Experten, die Lebensqualität und die Risikofaktorenkontrolle der Patient*innen im Vergleich zur Routinebehandlung verbessert.

Einschlusskriterien:

Ausschlusskriterien:

 

(Englischer Projekttitel: TEACH - Efficacy of team-based care for distressed patients in secondary prevention of chronic coronary heart disease: a randomized controlled Trial)

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Kumulatives Haarcortisol vor einem Verkehrsunfall mit Schädel-Hirn-Trauma als Prädiktor für die Entstehung und Verlauf von Traumafolgestörungen

Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) kommt in Deutschland mit einer Häufigkeit von 323 pro 100.000 Einwohner jährlich vor. Studien konnten einen Zusammenhang zwischen einem SHT und Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen, psychischen Symptomen (depressive Verstimmung, Aggressivität) sowie Traumafolgestörungen zeigen. Bekannt ist, dass Traumafolgestörungen, durch Hypo- oder Hypercortisolismus gekennzeichnet sind, welche die Immunparameter und Krankheitsverläufe beeinflussen. Unbekannt ist allerdings noch, ob das veränderte Stresshormonniveau bereits vor dem Trauma bestand oder erst durch das traumatische Ereignis entsteht. In der vorliegenden Studie soll untersucht werden, ob das Stresshormon Cortisol im Haar vor dem Verkehrsunfall mit Schädel-Hirn-Trauma als Prädiktor für die Entwicklung von Traumafolgestörungen und einem problematischen Krankheitsverlauf dient. Untersucht werden soll eine Stichprobe von N = 192 Patient*innen mit SHT nach einem Verkehrsunfall sowie N = 192 gesunde Kontrollpersonen. Hierfür wird eine Haarsegmentprobe kurz nach dem Verkehrsunfall sowie nach drei und sechs Monaten entnommen und psychische Symptombeschwerden, Konzentration und Aufmerksamkeit überprüft. Die gewonnenen Ergebnisse dieser Studie wären für die Entwicklung von effektiven Präventionsmaßnahmen von großem Interesse.

1. Gruppe:

Patient*innen mit SHT und Traumafolgestörung nach einem Verkehrsunfall N = 192 (excl. Drop Out)

Einschlusskriterien:

Ausschlusskriterien:

Eine Kontrollgruppe mit Verkehrsunfallopfern ohne Entwicklung psychischer Symptome (gesunde Kontrollgruppe) soll im Rahmen der konsekutiven Erhebung in der Klinik für Unfallchirurgie erhoben werden. Diese gesunde Kontrollgruppe ist erforderlich, da ein möglicher Einflussfaktor z. B. das Auswaschen des Cortisols im Haar spezifiziert bzw. kontrolliert werden muss.

2. Gruppe:

Patient*innen mit SHT ohne Traumafolgestörung nach einem Verkehrsunfall, N = 192 (excl. Drop Out)

Ein- und Ausschlusskriterien sind identisch zur ersten Gruppe. Ausnahme: Bei dieser Gruppe dürfen keine psychiatrischen Erkrankungen vorliegen. Die Teilnehmer*innen der Untersuchungsgruppe (mit Traumafolgestörung) werden in Bezug auf Alter und Geschlecht zu den Patient*innen ohne Traumafolgestörung gematcht. Die Einnahme oraler Kontrazeptiva, Schmerzmedikation und Raucherstatus werden als Kontrollvariablen miterfasst.

Gliompatient*innen in der ambulanten Versorgung - Optimierung der psychosozialen Versorgung bei neuroonkologischen Patient*innen (GLIOPT)

Patient*innen mit Hirntumoren leiden häufig unter hoher psychosozialer Belastung und haben großen Unterstützungsbedarf hinsichtlich sozialrechtlicher Beratung, Rehabilitation, psychischer Unterstützung und palliativmedizinischer Aspekte verbunden. Nicht immer sind sie aber in der Lage, diese Belastung und diesen Bedarf anhand eines Fragebogens anzugeben.

Mit dieser cluster-randomisierten multizentrischen soll daher folgende Frage beantwortet werden: Ist der Anteil der psychosozial belasteten Gliompatient*innen, die eine psychosoziale Versorgung erhalten, höher, wenn die psychosoziale Belastung im Arztgespräch ermittelt wird im Vergleich zu einem Screening durch Fragebögen? Arbeitshypothese: In einer Bedarfserhebung zur Belastung, die direkt durch behandelnde Ärzt*innen durchgeführt wird und bei dem die Ärzt*innen mit den Patient*innen sprechen, werden mehr psychosozial belastete Gliompatient*innen korrekt erfasst und einer Versorgung zugeführt als bei einer Erhebung durch Fragebogen.

Es handelt sich um eine cluster-randomisierte Studie, daher wurden primär Kliniken (Cluster) eingeschlossen und randomisiert. Patient*innen der teilnehmenden Kliniken können teilnehmen, wenn sie folgende Kriterien erfüllen:

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Wege ebnen für Männer - Geschlechtsspezifische Zuweisung und Konzepte für die ambulante Krebsberatung (WAG-ES!)

Männer sind genauso häufig psychosozial belastet wie Frauen. Wenn man ihnen im Krankenhaus entsprechende Unterstützung anbietet, nehmen sie diese auch genauso häufig wahr wie Frauen. Im ambulanten Bereich sieht es aber anders aus – nur 30% aller Ratsuchenden in Krebsberatungsstellen sind Männer. Nachdem untersucht wurde, was es Männern schwer macht, den Weg in die Beratung zu finden, soll nun in einer bundesweiten multizentrischen randomisierten Studie geprüft werden, ob ihnen dieser Weg etwas geebnet werden kann.

Ein Versorgungsangebot kann nur dann wirksam werden, wenn es in Anspruch genommen wird. Dies trifft natürlich auch auf psychoonkologische Versorgung zu. Bekannt ist, dass Männer psychoonkologische Versorgung im ambulanten Bereich seltener in Anspruch nehmen als Frauen. Dieser Geschlechtsunterschied ist im stationären Bereich nicht so deutlich zu finden. Bisherige Studien zeigen, dass Männer durchaus Bedarf und Interesse an psychoonkologischer Versorgung haben.

Welche geschlechtsspezifischen Hürden der Inanspruchnahme von Krebsberatungsstellen entgegen stehen und wie die Angebote gestaltet sein müssten, um Männern eher zu entsprechen, wurde bereits wissenschaftlich untersucht. Daraus wurde ein Katalog mit konkreten Maßnahmen entwickelt, wie Männern der Weg in Krebsberatungsstellen geebnet werden könnte.

In der WAG-ES-Studie möchten wir dieses Maßnahmenpaket weiterentwickeln und evaluieren. Die Maßnahmen sollen zunächst von Schlüsselpersonen (Patient*innen, Angehörigen, Entscheidungsträger*innen, Mitarbeiter*innen von Krebsberatungsstellen, Ärzt*innen, Medizinischen Fachangestellten, Selbsthilfevertreter*innen etc.) überprüft und weiterentwickelt werden.

Danach werden sie in einer Region in Deutschland pilotiert. Anschließend werden sie in verschiedenen Regionen implementiert und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit in einer cluster-randomisierten kontrollierten Studie überprüft. Ziel der Maßnahmen ist es, Männern mit Versorgungsbedarf den Weg in Krebsberatungsstellen zu erleichtern. Es handelt sich um eine cluster-randomisierte Studie. Dabei wurden Krebsberatungstellen als Cluster eingeschlossen und randomisiert. Die Daten werden auf Clusterebene ausgewertet, so dass kein individueller Patienteneinschluss erfolgt.

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Vergleich von psychoonkologischer Behandlung und Bewegungstherapie zur Steigerung der Lebensqualität bei Krebs: eine randomisierte Nicht-Unterlegenheitsstudie (COPS)

Im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs fördert das BMBF praxisverändernde Studien zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krebs. Ziel der Akteure ist es, Neuerkrankungen vorzubeugen und die Lebensqualität sowie Heilungschancen von Krebskranken weiter zu erhöhen. COPS ist eine Therapievergleichsstudie unter der Gesamtleitung von Prof. Dr. Hans-Christoph Friederich, Universitätsklinikum Heidelberg, die alle Krebspatient*innen adressiert. Die Studie prüft, ob im Hinblick auf die Verbesserung der Lebensqualität eine Bewegungstherapie mindestens so gut wirkt wie eine psychoonkologische Behandlung. Die Studie wird in Mainz durchgeführt von Prof. Beutel/ PD Wiltink in Kooperationen mit Dr. Betz, Institut für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation und Prof. Simon, Institut für Sportmedizin, Prävention & Rehabilitation. Die Studie startet mit einer Konzeptualisierungsphase, die in Heidelberg lokalisiert ist. Eine Besonderheit ist, dass Patient*innen aktiv in den Forschungsprozess einbezogen werden und ihn mitgestalten können. In der multizentrischen Therapievergleichsstudie unter Beteiligung von 8 Krebszentren (u. a. UC T Mainz) sollen rund 2.700 Krebspatientinnen eingeschlossen werden, die entweder eine psychoonkologische Behandlung oder eine Sporttherapie über 12 Wochen erhalten. Eine Follow-up Erhebung wird 3 und 12 Monate nach Ende der Therapie stattfinden.

Einschlusskriterien:

Ausschlusskriterien:

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Duale Lotsenstruktur zur Abklärung unklarer Diagnosen in Zentren für seltene Erkrankungen

Patientinnen und Patienten, die sich wegen des Verdachts auf eine seltene Erkrankung in einem Zentrum für seltene Erkrankungen vorstellen, leiden oft unter einer komplexen Symptomatik. Oft sind die Beschwerden begleitet oder sogar verursacht durch psychiatrisch-psychosomatische Erkrankungen. Die Diagnosestellung wird dadurch weiter erschwert.

Mit dem Projekt ZSE-DUO wollen wir herausfinden, ob sich die Situation durch eine neue Versorgungsform verbessern lässt. Im Rahmen des Projekts wird deutschlandweit in elf Zentren für seltene Erkrankung eine duale Lotsenstruktur eingeführt. Das bedeutet, dass neben einer Spezialistin oder einem Spezialisten für körperliche Beschwerden eine Spezialistin oder ein Spezialist für psychiatrisch-psychosomatische Erkrankungen die Abklärung der Beschwerden von Anfang an und dauerhaft begleitet.

Um weitere Informationen zu erhalten, kontaktieren Sie bitte unter Angabe der jeweiligen Studie:

Dr. Mareike Ernst, Telefonnummer: 06131-17-7649,
 mareike.ernst@unimedizin-mainz.de

oder

die allgemeine Emailadresse des Studienzentrums:
 SPE@unimedizin-mainz.de

Universitätsmedizin Mainz
Studienzentrum Psychische Erkrankungen
Untere Zahlbacher Str. 8
55131 Mainz