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Angststörungen

Effekte eines Biofeedbacktrainings auf die Herzratenvariabilität und Immunantwort bei Patient*innen mit Panikstörung

In der vorliegenden Studie sollen die Wirkmechanismen eines Herzratenvariabilitäts (HRV)-Biofeedbacktrainings auf die HRV, Symptomschwere und Zytokinkonzentration bei Patient*innen mit Panikstörung untersucht werden. Patient*innen mit Angststörungen, und insbesondere Patient*innen mit Panikstörung, weisen reduzierte HRV-Maße auf. Eine erste Studie weist zudem auf einen Zusammenhang zwischen der Panikstörung und erhöhten Konzentrationen von pro-entzündlichen Zytokinen hin. Die Wirksamkeit von HRV-Biofeedback in der Behandlung psychischer Störungen, die mit Veränderungen in der autonomen Regulation assoziiert sind, ist bekannt. Weitestgehend unbekannt ist bisher, ob ein HRV-Biofeedbacktraining als alleinige Intervention wirksam ist, da die meisten Studien Biofeedback als zusätzliche Intervention zur üblichen psychotherapeutischen Behandlung implementiert haben. Unbekannt ist bisher auch, ob ein HRV-Biofeedbacktraining die Zytokinproduktion positiv beeinflussen kann. Sechs Wochen nach der letzten Biofeedbacktrainingseinheit sollen die HRV, Symptomschwere und Zytokinkonzentration erneut erfasst werden. Mit dieser Studie würde erstmals überprüft werden, ob (1) HRV-Biofeedback eine effektive Methode in der Behandlung der Panikstörung darstellt, und (2) ob HRV-Biofeedback positiv auf die Zytokinproduktion einwirken kann.

Einschlusskriterien:

Ausschlusskriterien:

Expositionstherapie mittels virtueller Realität bei Patient*innen mit Agoraphobie

Agoraphobie mit oder ohne Panikstörung (PD) ist eine Angststörung, die durch die Vermeidung bestimmter Orte wie öffentliche Verkehrsmittel oder Brücken gekennzeichnet ist. Aufgrund der hohen Belastung der Betroffenen ist sie eine der häufigsten Diagnosen in der ambulanten Psychotherapie. Dabei gilt die kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition in vivo aufgrund konstant hoher therapeutischer Effekte als „Goldstandard“ psychotherapeutischer Behandlung. Studien zeigen jedoch, dass 90% der agoraphoben Patient*innen Psychopharmaka erhalten und nur 8% eine Expositionstherapie. Stattdessen führen Therapeuten hauptsächlich interozeptive oder in sensu-Exposition durch. Hindernisse bei der Umsetzung von in vivo-Expositionen, wie großer Zeit- und Kostenaufwand, könnten mit Expositionstherapie in virtueller Realität (VRET) überwunden werden. Es wurde bereits gezeigt, dass VRET bei spezifischen Phobien und sozialer Phobie wirksam ist. Einige Studien zeigen auch eine Reduktion subjektiv berichteter Symptome und Arousal von Patient*innen mit PD und Agoraphobie. Hauptprobleme dieser Studien sind die Erfassung überwiegend subjektiver Symptome, wobei psychophysiologische Maße meist vernachlässigt, die Ergebnisse selten repliziert, nur kleine Stichprobengrößen untersucht und keine realen Bilder für die VR-Szenarien verwendet wurden. Die geplante Studie untersucht die Effektivität von VRET im Vergleich zur kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) ohne in vivo-Exposition bei Patient*innen mit Agoraphobie hinsichtlich subjektiver Symptombelastung. Zusätzlich werden während der Expositionssitzungen psychophysiologische Maße wie Herzfrequenz (HR), Herzfrequenzvariabilität (HRV), Pulswellenlaufzeit (PWV), Hautleitfähigkeit (SC) und Speichelcortisol erhoben.

Einschlusskriterien:

Ausschlusskriterien:

Vergleich der Habituationsprozesse zwischen Gesunden und Patient*innen mit Sozialer Phobie vor und nach Konfrontationsbehandlung

Die Soziale Phobie ist eine der häufigsten Angsterkrankungen, an der beinahe jede siebte Person irgendwann in ihrem Leben leidet. Es wird angenommen, dass die Störung durch Anwendung maladaptiver Strategien zur Angstbewältigung aufrechterhalten wird, wodurch den Betroffenen kein Neulernen in und Habituieren an angstbesetzte Situation gelingt. Die Therapie der Wahl ist die Konfrontation in vivo im Rahmen einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung. Ziel der Therapie ist es, dass die Patient*innen wiederholt angstauslösende Situationen aufsuchen und mit ihrer Angst nicht-konforme Erfahrungen machen, eine abgeschwächte Orientierungsreaktion auf die ursprünglich angstauslösende Situation entwickeln, die Situation kognitiv umbewerten und eine reduzierte physiologische Reaktion auf ursprünglich angstauslösende Reize zeigen. So führt die Konfrontation zu einer Korrektur sozialphobischer Kognitionen und zu einer Habituation. Bisher ist unklar, warum ein Teil der Patient*innen nicht von einer manualisierten Expositionsbehandlung profitiert. Es wird angenommen, dass dies unter anderem auf Sicherheitsverhalten sozial phobischer Patient*innen zurückzuführen sein könnte. Zusätzlich scheinen Unterschiede in der Habituationsfähigkeit, also die Abnahme der durch das autonome Nervensystem und die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-(HPA) Achse vermittelten physiologischen Reaktionsstärke nach wiederholter Darbietung des angstauslösenden Stimulus, eine entscheidende Rolle zu spielen. Wird eine standardisierte Aufgabenkombination wie der TSST zur Stressinduktion bei Sozialer Phobie ohne Komorbidität genutzt, so zeigt sich deutlich eine Cortisol-Hyperreaktivität. Dies untermauert die Annahme von Unterschieden in der Habituationsfähigkeit sozial phobischer Patient*innen verglichen mit Gesunden. Aufgrund der derzeitigen Studienlage ist unklar, ob eine veränderte Stress-Responsivität in Zusammenhang mit unterschiedlichen Habituationsverläufen und dem Therapieerfolg steht und ob eine Veränderung sozialphobischer Kognitionen durch die Therapie in Zusammenhang mit einer Veränderung der Stress-Responsivität steht.

Einschlusskriterien Patient*innenstichprobe:

Einschlusskriterien Gesunde Kontrollgruppe:

Generelle Ausschlusskriterien:

Um weitere Informationen zu erhalten, kontaktieren Sie bitte unter Angabe der jeweiligen Studie:

Dr. Mareike Ernst, Telefonnummer: 06131-17-7649,
 mareike.ernst@unimedizin-mainz.de

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 SPE@unimedizin-mainz.de

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Studienzentrum Psychische Erkrankungen
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