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Ambulanz für sexuelle Gesundheit

Leitung

Dr. med. Dr. rer. biol. hum. D. Turner

Prof. Dr. med. Wolfgang Retz

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Nach Vereinbarung

Hintergrund, Aufgaben und Ziele

Die sexuelle Gesundheit hat eine fundamentale Bedeutung für das allgemeine Wohlbefinden der meisten Menschen. Hierbei ist die Sexualität in hervorgehobener Weise von den persönlichen Einstellungen, Werten und Überzeugungen eines jeden Einzelnen abhängig sowie vom kulturellen und sozialen Kontext, was die Komplexität einer zufriedenstellenden Sexualität herausstellt. Internationale repräsentative Befragungen haben ergeben, dass etwa 40-45% aller erwachsenen Personen, zumindest einmal in ihrem Leben unter sexuellen Problemen leiden, wobei hieraus nicht immer ein Therapiebedarf resultiert. Es kann aber professionelle Hilfe notwendig werden. Trotz der herausgehobenen Bedeutung der Sexualität für das allgemeine Wohlbefinden und die Beziehungsqualität wird professionelle Hilfe aus unterschiedlichen Gründen, zum Beispiel aus Unsicherheit, an wen man sich wenden soll, aber auch aus Unsicherheiten auf Seiten der Behandler, häufig zu spät initiiert. Für Personen mit sexuellen Problemen soll unsere Ambulanz für sexuelle Gesundheit daher eine erste Anlaufstelle bieten, um in einem geschützten Rahmen eine fachliche Einschätzung der Problematik und eine fachliche Beratung zu Therapiemöglichkeiten zu erhalten.

Sexuelle Probleme, die in unserer Ambulanz behandelt werden, sind die folgenden:

1.)    Sexuelle Funktionsstörungen

Sexuelle Funktionsstörungen verhindern die von der betroffenen Person gewünschten sexuellen Aktivitäten und Beziehungen. Dies kann zu Leidensdruck oder Beziehungskonflikten führen. Unterschieden werden Störungen des sexuellen Verlangens (z.B. vermindertes oder gesteigertes sexuelles Verlangen), Störungen der sexuellen Erregung (z.B. Ausbleiben oder deutliche Verminderung der sexuellen Erregung), Orgasmusstörungen (z.B. fehlender oder ausbleibender Orgasmus bei Frauen, vorzeitige oder verzögerte Ejakulation beim Mann) und sexuelle Schmerzstörungen (z.B. Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, die den Geschlechtsverkehr verhindern oder deutlich einschränken).

2.)    Ungewöhnliche sexuelle Wünsche oder Neigungen

Die menschliche Sexualität ist einer großen Bandbreite sexueller Vorlieben, Verhaltensweisen und Fantasien unterworfen, sodass sexuelle Wünsche, die nicht der „sogenannten Norm“ entsprechen, erstmal keinen Krankheitswert haben. Sollte es allerdings dazu kommen, dass eine Person unter ihren ungewöhnlichen sexuellen Vorlieben leidet oder führen diese zu Beziehungskonflikten oder tragen die individuellen sexuellen Neigungen dazu bei, dass die Person sich selbst oder andere gefährdet, können die ungewöhnlichen sexuellen Wünsche oder Neigungen krankheitswert erreichen. Dies kann z.B. im Zusammenhang mit bestimmten Formen des Fetischismus  oder auch im Rahmen von sadomasochistischen sexuellen Praktiken der Fall sein.

Menschen mit einem sexuellen Interesse an Kindern, die bisher nicht straffällig geworden sind, werden in der „Kein-Täter-Werden“ Ambulanz  behandelt. Menschen, die bereits aufgrund einer sexuellen Straftat verurteilt wurden, werden in unserer Forensisch-Psychiatrischen Ambulanz  behandelt.

3.)   Gesteigertes sexuelles Verhalten (Hypersexualität)

Bei Menschen, die ihr sexuelles Verhalten kaum noch kontrollieren können und die hierunter leiden oder wenn das gesteigerte sexuelle Verhalten zu wiederkehrenden Beziehungskonflikten führt, ist es möglich, dass eine Behandlung notwendig wird. Hierbei kann sich das gesteigerte sexuelle Verhalten zum Beispiel in häufiger Masturbation, häufigem Pornographiekonsum oder in partnerschaftlichem sexuellem Verhalten äußern. Letztlich kann sich das gesteigerte sexuelle Verhalten aber in jeglicher Verhaltensweise äußeren, die zu sexueller Erregung führt und mit dem Ziel einen Orgasmus zu erleben durchgeführt wird. Die Ambulanz steht in enger Kooperation mit der Ambulanz für Psychotherapie Online-Sexsucht der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

4.)    Transsexualität, Transgender und Trans*

Bei Menschen mit einer Transsexualität stimmt das selbst erlebte Geschlecht nicht mit den körperlichen Merkmalen überein. Dabei ist der Begriff Transsexualität mittlerweile aber überholt. Leidet eine Person unter der fehlenden oder beeinträchtigten Übereinstimmung zwischen Geschlecht, Identität und Körper, kann von einer Geschlechtsdysphorie gesprochen werden. In diesem Zusammenhang bieten wir eine erste Beratung und Aufklärung über mögliche Therapiemöglichkeiten an. Ggfs. kann auch eine Indikationsstellung für hormonelle und/oder weitere geschlechtsangleichende Maßnahmen erfolgen. Bitte beachten Sie, dass aktuell noch nicht die Möglichkeit einer alltagsbegleitenden psychotherapeutischen Betreuung möglich ist. Sobald unsererseits weiterführende therapeutische Möglichkeiten angeboten werden können, wird dies hier veröffentlicht werden.