Visual Universitätsmedizin Mainz

Öffentliche Veranstaltung Faszination Forschung
Leberkrebs im 21. Jahrhundert - von der Lebervorsorge zur individualisierten Tumortherapie


Veranstalter: Universitätsmedizin Mainz
Medizinische Gesellschaft Mainz
Akademie für Ärztliche Fortbildung Rheinland-Pfalz


    Die Leberzirrhose stellt die gemeinsame Endstrecke des fortschreitenden bindegewebigen Umbaus der Leber bei allen Leberkrankheiten dar. Im Frühstadium der Leberzirrhose sind die Patienten in der Regel symptomfrei, es sind noch keine Organkomplikationen aufgetreten, und die Leberfunktion ist weitgehend erhalten. Späte Stadien (sog. Komplikationsstadien) sind dadurch gekennzeichnet, dass eine fortgesetzte Schädigung des Organs zu schwerwiegenden Komplikationen wie inneren Blutungen (Öso-phagusvarizenblutung), Bauchwassersucht (Aszites) oder Leberkoma (hepatische Enzephalopathie) bis hin zur Entwicklung  von Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom) führt.  Obwohl die durchschnittliche Lebenserwartung von Patienten mit Leberzirrhose um 10 bis 20 Jahre niedriger als die der Gesamtpopulation liegt, existieren keine strukturierten Programme zur Frühdiagnose einer Leberzirrhose in Deutschland. Im Rahmen einer neuen Versorgungsform zur Lebervorsorge „Strukturierte Früh-Erkennung einer Asymptomatischen Leberzirrhose (SEAL)“ überprüfen wir aktuell in Rheinland-Pfalz und im Saarland, inwieweit die Frühdiagnose von Patienten mit Leberzirrhose und fortgeschrittener Leberfibrose durch Anwendung eines einfachen Algorithmus im Rahmen der GKV-Check-Up-Untersuchung verbessert werden kann. Die Implementierung dieser Lebervorsorge birgt hierbei ein hohes Potential das Auftreten von Komplikationen zu verhindern. Die tödlichste Komplikation einer Leberzirrhose und gleichzeitig der bedeutendste Risikofaktor ist das HCC. Das HCC ist ein hochmaligner Tumor mit einer steigenden Inzidenz  in der westlichen Welt. Angesichts der häufig zugrunde liegenden Leberzirrhose sind Therapiestrategien v. a. im fortgeschrittenen Stadium begrenzt und erfordern eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und multimodale Behandlungskonzepte. Die morphologische und molekulargenetische Heterogenität des HCC ist die größte Herausforderung für neue Therapieansätze. Zur Verbesserung der Prognose von HCC Patienten erscheinen daher individualisierte Therapieansätze der Präzisionsmedizin unerlässlich. Die Etablierung und Evaluierung von repräsentativen, patienten-bezogenen Modellen ist ein Hauptfokus der Lichtenberg Forschungsgruppe für molekulare Hepatokarzinogenese. Mit Hilfe von Next-Generation Technologien versuchen wir diese Modelle als zuverlässige präklinische Plattform die systematische Testung von individualisierten Therapieansätzen bei Leberkrebs einzusetzen.   

     

Veranstaltungsdetails
Zielgruppe

Ärzte, Studenten, interessierte Laien

Datum Mittwoch 20. Juni 2018
Uhrzeit 19:15 - 21:00 Uhr
Ort

Hörsaal Chirurgie

Dozent/in

Jun. Prof. Dr. med. Jens U. Marquardt, Mainz

Univ.-Prof. Dr. med. Wilfried Roth, Mainz

Externe Kosten

Eintritt frei

Fortbildungspunkte 3
Teilnehmerzahl unbegrenzt
Kontakt

Prof. Dr. Th. Junginger, junginger@uni-mainz.de