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Diabetische Retinopathie

Diabetes und das Auge

Die Zuckerkrankheit (der Diabetes mellitus) ist eine der Allgemeinerkrankungen, die Folgeschäden am Auge hervorrufen können.
Eine lebenswichtige Energiequelle für die Zellen unseres Körpers ist Traubenzucker (Glucose). Wir gewinnen sie aus den Kohlehydraten, die in unserer täglichen Nahrung enthalten sind. Das Blut transportiert den Zucker zu den einzelnen Zellen, die ihn mit Hilfe des in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Hormons Insulin aufnehmen.
Wird dieses Hormon in zu geringer Menge oder überhaupt nicht produziert, entseht ein Zuckerdefizit in den Zellen, während der Blutzucker steigt. Erste Symptome der Erkrankung sind übergroßer Durst und reichliche Harnmengen.
Zunächst nicht erkennbar, entstehen im Laufe der Erkrankung Veränderungen an den Blutgefäßen. Auch das Auge ist davon betroffen. Wir sprechen von der diabetischen Netzhaut-Erkrankung -der diabetischen Retinopathie - einer chronischen Durchblutungsstörung der Netzhaut, die das Sehen beeinträchtigen und unter Umständen zur Erblindung führen kann.

Was versteht man unter diabetischer Retinopathie?

Bei der diabetischen Retinopathie erkranken als Folge der Stoffwechselstörung die Gefäße in der Netzhaut - der Retina. Sie dient der Lichtwahrnehmung. Sinneszellen in der Netzhaut nehmen die Lichtreize auf, die aus der Außenwelt auf das Auge treffen, und leiten sie zum Gehirn weiter. Dort werden sie zu dem von uns wahrnehmbaren Bild verarbeitet.
Für die Ernährung der Netzhaut sorgen ihre Gefäße. Die Erkrankung führt dazu, daß ein Teil zugrunde geht, andere werden für Blutbestandteile und Blut durchlässig. Es kommt zu immer wiederkehrenden Blutungen und schließlich zu Gefäßwucherungen.
Die diabetische Retinopathie entwickelt sich zwar sehr langsam, man muß aber damit rechnen, daß nach 10 bis 15 Jahren zwei Drittel aller Diabetiker von Durchblutungsstörungen der Netzhaut betroffen sind. Tritt die Zuckerkrankheit bereits in der Jugend auf, verläuft die Entwicklung rascher; bei Erkrankungen im höheren Alter dagegen meist langsamer und schleichend.
Wichtig ist die durch entsprechende Medikamente und Diät exakte Einstellung des Diabetes, um das Fortschreiten der Retinopathie hinauszuzögern.

Verlauf der diabetischen Retinopathie

Wir unterscheiden zwei Formen der diabetischen Retinopathie. Die einfache oder Hintergrunds-Retinopathie besteht in kleinen, herdförmig auftretenden Gefäßveränderungen, kleinen Blutungen in die Netzhaut und vermehrter Ablagerung von Fettsubstanzen. Bei der zweiten Form, der fortschreitenden oder proliferativen Retinopathie, kommt es zur Bildung neuer Blutgefäße, die in das Auge hineinwachsen und die Ursache für schwere Blutungen in das Augeninnere sind. Die immer wiederkehrenden Blutungen können schließlich zur Erblindung führen.