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13. November 2015

„ADHS: Verstehen und behandeln“

Universitätsmedizin Mainz und Medizinische Gesellschaft Mainz setzen am 18. November ihre Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” fort

"Ob der Philipp heute still Wohl bei Tische sitzen will?" – so beginnt die Geschichte vom Zappel-Philipp aus dem Kinderbuch Struwwelpeter (1845). Die Figur dient heutzutage häufig als Umschreibung für die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS). Diese nicht heilbare Krankheit ist Thema des Vortrags am 18. November von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Michael Huss, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und – psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Er findet im Rahmen der Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung“ statt. In die Thematik einführen und den Abend moderieren wird Univ.-Prof. Dr. Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz. Die Veranstaltungen der gemeinsamen Vortragsreihe von Universitätsmedizin Mainz und der Medizinischen Gesellschaft „Medizin: Faszination Forschung” finden statt jeweils mittwochs ab 19.15 Uhr im Hörsaal der Chirurgie (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz). Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Die Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) gehört zu den häufigsten kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen. Kennzeichnend für diese nicht heilbare Krankheit sind Störungen in den Bereichen Wahrnehmung bzw. Aufmerksamkeit, Sozialisation und Motorik. Von ADHS-Betroffene lassen sich beispielsweise leicht ablenken, verfügen über ein geringes Durchhaltevermögen, sind sehr vergesslich und sie neigen zu impulsivem, spontanem Handeln ohne vorheriges Nachdenken. Zudem reagieren sie empfindlich gegenüber Kritik und weisen eine verminderte Frustrationstoleranz auf. Regeln einzuhalten bereitet ihnen ebenso Schwierigkeiten wie der Aufbau stabiler Freundschaften. Die Risikofreudigkeit der Kinder führt zu gehäuften Unfällen und Verletzungen. Darüber hinaus ist die Grob- und Feinmotorik gestört, was sich in ungeschickten Körperbewegungen und einer ausgeprägten Zappeligkeit bemerkbar macht. Insbesondere letztere hat der Psychiater Heinrich Hoffmann (*1809 bis † 1894) schon vor über 150 Jahren in seinem Bilderbuch vom "Struwwelpeter", in welchem er die psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters beobachtet und in besonderer Form dargestellt hat, berühmt gemacht. Die Symptomatik ist bei jedem ADHS-Betroffenen individuell ausgeprägt und kann auch in positiven Eigenschaften wie Ideenreichtum, künstlerischer Kreativität, Begeisterungsfähigkeit und Hilfsbereitschaft zum Tragen kommen.

Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Michael Huss, befasst sich seit Jahren mit den Ursachen und der Behandlung von ADHS. Schwerpunkt seiner Forschung sind die Bedeutung einer Langzeit-Psychotherapie sowie einer medikamentösen Behandlung mit Ritalin und deren Kombination. Bei „Medizin: Faszination Forschung“ referiert er über aktuelle Forschungsergebnisse zur Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Störung und stellt die komplexen und je nach Ausprägung unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten sowie die Lebensperspektive von betroffenen Kindern dar. Denn auch wenn ADHS nicht heilbar ist, der bestmögliche Umgang mit ihr ist erlernbar.

Die Besucher von „Medizin: Faszination Forschung” können Mainzer Spitzenforscherinnen und -forscher hautnah erleben und zudem aktuelle Trends im persönlichen Gespräch diskutieren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen in der gemeinsamen Vortragsreihe der Universitätsmedizin Mainz und der Medizinischen Gesellschaft die Schwerpunkte ihrer Forschung vor.

 

Weitere Termine:
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17.02.2016              
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16.03.2016              
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Als Vertreter der Presse sind Sie herzlich willkommen!

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Die Veranstaltungen finden Sie auch auf unserem YouTube-Kanal: www.youtube.com/UnimedizinMainz


Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger e. m.,
Vorsitzender der Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Telefon: 06131 17-4168, Fax: 06131 17-5516,
E-Mail:  junginger@uni-mainz.de

 

Pressekontakt:
Barbara Reinke,
Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon: 06131 17-7428, Fax: 06131 17-3496,
E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de   

 

Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V. ist ein Verein zur Förderung und Verbreitung medizinwissenschaftlicher Erkenntnisse. Nicht nur Ärzte, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen über aktuelle medizinische Themen durch Vorträge informiert werden. Mehr Infos zu den Veranstaltungen und das Programm der Gesellschaft finden Sie im Internet unter: http://www.mg-mainz.de/aktuelles.html