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3. June 2009

„MaiStep“ gestartet

Mainzer Kinder- und Jugendpsychiatrie setzt Fokus auf Essstörungen

Mit einer Informationsveranstaltung hat die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz das Präventionsprogramm „MaiStep – Mainzer Schultraining zur Essstörungsprävention“ gestartet. In Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF), dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur (MBWJK) sowie dem MädchenHaus Mainz, FemMa e.V., sollen hierbei Jugendliche Fähigkeiten und Strategien erlernen, um dem übertriebenen Streben nach einem möglichst schlanken und athletischen Körper selbstbewusst gegenüber zu stehen. Insgesamt werden 1800 rheinpfälzischen Schülerinnen und Schüler am Projekt teilnehmen. 

Mädchen, junge Frauen, aber auch Jungen streben immer häufiger nach einem möglichst schlanken und athletischen Körper. Dieses Verhalten ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung einer Essstörung, wie restriktives Essverhalten oder Erbrechen. Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte lassen sich eine deutliche Zunahme und ein früherer Krankheitsbeginn von Essstörungen, wie Magersucht oder Bulimie, verzeichnen. Auch zeichnet sich das Krankheitsbild durch einen früheren Krankheitsbeginn von Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie. Essstörungen nehmen unter den kinder- und jugendpsychiatrischen Störungen eine besondere Stellung ein, da sie schwer zu behandeln sind und zur Chronifizierung neigen. Häufig gehen sie mit schwerwiegenden körperlichen Schäden einher; nicht selten führen sie bis zum Tod.

Ab kommendem Schuljahr führt das Team um Prof. Dr. Michael Huss, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, in siebten und achten Klassen an Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen das Programm „MaiStep – Mainzer Schultraining zur Essstörungsprävention“ durch. Die Schülerinnen und Schülern sollen dabei Fähigkeiten und Strategien erlernen, um für schwierige Ereignissen und Situationen gerüstet zu sein. So gestärkt können die Jugendlichen dem sozialen Druck rund um das Thema Schönheit begegnen und damit gezielter umgehen. Im „MaiStep“-Programm setzen sich Schülerinnen und Schüler kritisch mit dem medialen Schönheitsideal auseinander. Auch sollen sie die Wahrnehmung und Akzeptanz des eigenen Körpers verbessern. Außerdem soll der Umgang mit negativen Emotionen und das Umsetzen eigener Wünsche und Bedürfnisse geübt werden. Der Nutzen und die Wirksamkeit des Programms werden dabei wissenschaftlich untersucht.

Neben vorbeugenden Ansätzen wurden auch bereits verschiedene therapeutische Maßnahmen initiiert. So nahm Anfang Januar diesen Jahres die Ambulanz der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie in Trägerschaft der Rheinhessen-Fachklinik ihre Arbeit auf. Dort erhalten schon viele Kinder- und Jugendliche, bei denen eine Essstörung vorliegt, eine ambulante Behandlung. Ab Sommer ist zudem die Eröffnung einer Station mit dem Schwerpunkt Essstörung im Gebäude des Zentrums Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz geplant. Hier können in Zukunft bis zu acht Patienten aufgenommen werden, bei denen zeitweise eine besonders intensive Behandlung erforderlich ist. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrums Kinder- und Jugendmedizin.  

Insgesamt sieht Prof. Dr. Michael Huss im Bereich der Essstörungen bei Kinder und Jugendlichen einen besonderen Handlungsbedarf und plant daher, das Thema Essstörungen zu einem Schwerpunkt auszubauen. „Im Zusammenhang mit diesem Störungsbild haben wir sehr viele Anfragen aus ganz Rheinland-Pfalz.“, berichtet Huss. „Wir möchten daher sowohl vorbeugend ansetzen, als auch therapeutische Angebote unterschiedlicher Intensität etablieren, so dass wir Maßnahmen möglichst gut auf den jeweiligen Einzelfall abstimmen können.“ So hoffen er und seine Mitarbeiter durch diese unterschiedlichen Ansätze zu einer verbesserten Vorbeugung von Essstörungen und Versorgung von betroffenen Kindern und Jugendlichen beitragen zu können. 

Nähere Informationen unter
http://www.klinik.uni-mainz.de/kinderpsychiatrie/uebersicht.html