Visual Universitätsmedizin Mainz

Häufigkeit

 In Deutschland wird bei 4,8% der Kinder und Jugendlichen eine ADHS diagnostiziert (Schlack et al. 2007). Weltweit liegen die geschätzten Häufigkeiten bei 5,3% (Polanzcyk et al. 2007). Jungen sind häufiger von der Erkrankung betroffen, wobei das Geschlechtsverhältnis je nach Studie zwischen 1:2 bis 1:10 variiert. Vermutlich wird ADHS bei Mädchen auch deshalb seltener erkannt, weil diese in der Schule seltener durch unruhiges und impulsives Verhalten den Unterricht stören.

Komorbidität

ADHS gehört zu den Störungsbildern, die häufig nicht einzeln sondern in Kombination mit einer weiteren psychiatrischen Erkrankung auftreten. Bei bis zu zwei Drittel der Kinder können folgende komorbide Erkrankungen diagnostiziert werden:

  • Störung des Sozialverhaltens (häufig im jüngeren Alter als oppositionelle Verhaltensstörung),
  • umschriebene Entwicklungsstörungen (Legasthenie, motorische Entwicklungsstörung)
  • Angststörung,
  • depressive Störungen und/oder negatives Selbstkonzept,
  • Tic-Störungen
  • Autistisches Spektrum

Anhand der erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass Kinder mit ADHD an einer Begleiterkrankung leiden, ist es für den behandelnden Psychiater/Psychologen unerlässlich, diesen Sachverhalt in die Diagnostik und Therapie zu integrieren.