Visual Universitätsmedizin Mainz

Ärztliche Gesprächsführung

„Allgemeines Ziel des ärztlichen Gespräches ist die Herstellung eines medizinisch psychologisch und oft juristisch bedeutsamen Konsenses zwischen Arzt und Patient.“ (Wilker et al. 1994)1

Ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch zu führen kann immer wieder als Herausforderung an die Ärztin und den Arzt angesehen werden. Dabei darf die Tragweite dieser Kommunikation nicht unterschätzt werden. Mit dem Gespräch wird die Grundlage des Vertrauensaufbaus zwischen Arzt und Patient gelegt. Die sich daraus ergebende Arzt-Patientenbeziehung ist wiederum der Grundstein für viele weitere Kompetenzen der Patientin und des Patienten, für Ergebnisse des Arbeitsbündnisses zwischen Arzt und Patient und wie sich mit vielen empirischen Ergebnissen belegen lässt auch für den medizinischen Outcome belegen2-6.

Somit haben alle in den letzten Jahren entwickelten Reformcurricula in der medizinischen Ausbildung die Ausbildung von kommunikativen Kompetenzen aufgenommen 7-12.

Auch der Masterplan 2020 legt ein besonderes Augenmerk auf die Arzt-Patienten-Kommunikation, die maßgeblich die Arzt-Patienten-Beziehung, den Behandlungserfolg und das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten beeinflusst. Im Studium sollen daher die Grundlagen für eine gute ärztliche Gesprächsführung als zentrales Element in der ärztlichen Tätigkeit gelegt werden. Wir wissen, dass entsprechende kommunikative Kompetenzen nachweislich verbessert werden können, wenn sie möglichst früh ausgebildet und dann kontinuierlich weiterentwickelt werden 13.

Themen: Modelle der Gesprächsführung, Grundhaltungen im Arzt-Patientengespräch, Juristische Aspekte, Aufklärungsgespräche in unterschiedlichen Kontexten

1.    Wilker F.-W., Bischoff C. NP. Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Baltimore: Urban  & Schwarzenberg; 1994.

2.    Devine EC, Cook TD. Clinical and cost-saving effects of psychoeducational interventions with surgical patients: a meta-analysis. Res Nurs Health. 1986;9(2):89–105.

3.    Di Blasi Z, Harkness E, Ernst E, Georgiou A KJ. Influence of context effects on health outcomes: a systematic review. Lancet. 2001;357:757–62.

4.    Kim SS, Kaplowitz S, Johnston M V. The effects of physician empathy on patient satisfaction and compliance. Eval Health Prof. 2004;27(3):237–51.

5.    Stewart M a. Effective physician-patient communication and health outcomes: a review. CMAJ. 1995;152(9):1423-33.

6.    Ong LM, Ong LM, de Haes JC, de Haes JC, Hoos a M, Hoos a M, et al. Doctor-patient communication: a review of the literature. Soc Sci Med. 1995;40(7):903–18.

7.    Hargie O, Boohan M, McCoy M MP. Current trends in communication skills training in UK schools of medicine. Med Teach. 2010;32:385–91.

8.    Swing SR. The ACGME outcome project: retrospective and prospective. Med Teach. 2007;29(7):648–54.

9.    Kiessling C, Dieterich A, Fabry G, Hölzer H, Langewitz W, Mühlinghaus I, et al. Communication and social competencies in medical education in German-speaking countries: The Basel Consensus Statement. Results of a Delphi Survey. Patient Educ Couns. 2010;81(2):259–66.

10.  Frank JR, Danoff D. The CanMEDS initiative: implementing an outcomes-based framework of physician competencies. Med Teach. 2007;29(7):642–7.

11.  Albanese MA, Mejicano G, Anderson WM GL. Building a competency-based curriculum: the agony and the ecstasy. Adv Heal Sci Educ Theory Pract. 2010;15:439–54.

12.  Simpson M, Buckman R, Stewart M, Maguire P, Lipkin M, Novack D, et al. Doctor-patient communication: the Toronto consensus statement. BMJ. 1991;303(6814):1385–7.

13.  2017-03-31_Masterplan Beschlusstext.pdf (bmbf.de) letzter Zugriff 09.04.2021