Visual Universitätsmedizin Mainz

Interpersonelle Kompetenzen

Das Studium der Medizin gehört zu den wenigen Hochschulausbildungen, deren Ziel es ist auf ein konkretes wissenschaftliches und praktisches Berufsbild vorzubereiten, an dessen Ende die eigenverantwortlich und selbständig ausgeübte ärztliche Tätigkeit steht. Dabei sind neben den grundlegenden Kenntnissen, Fähigkeiten und medizinisch-praktischen Fertigkeiten in allen (medizinischen) Fächern auch berufsübergreifende Gesichtspunkte genannt. Dazu zählt die Approbationsordnung u.a. die ärztlicher Gesprächsführung und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Ärzten und mit Angehörigen anderer Berufe des Gesundheitswesens auf.

Dieses Themenfeld, das in der Literatur häufig auch mit dem Begriff der sozialen Kompetenzen beschrieben oder in Abgrenzung zu den beruflich-fachlichen Kompetenzen als Soft-Skills bezeichnet wird, gewinnt in der Medizin zunehmend an Bedeutung und wird unlängst als Teil eines übergeordneten Kompetenzbereichs wahrgenommen. Mit Blick auf die aktuellen Reformbestrebungen in der medizinischen Ausbildung, werden hier neben der ärztlichen Gesprächsführung insbesondere interprofessionelle Kompetenzen, Management und Führung sowie professionelles Handeln hervorgehhoben.

In Anlehnung an gängige Beschreibungen zur Darstellung von Handlungskompetenzen in Hochverlässlichkeitsbranchen, wird in Abgrenzung zu den fachlich-medizinischen und methodisch-prozeduralen, von interpersonellen Kompetenzen als dritte Säule der Handlungskompetenz gesprochen. Letzteres schließt die sozialen, Persönlichkeits- und Selbstkompetenzen mit ein. Im Kontext der Lehrveranstaltungen sollen diese einen praxisnahen Überblick bieten, das eigene Handlungsfeld in diesem Kompetenzgebiet erweitern und auf zukünftigen Anforderungen in den klinischen Fächern, den praxisbezogenen Veranstaltungen, den Examen und dem Einstieg in das Berufsleben vorbereiten.