Visual Universitätsmedizin Mainz

Deutsch-Französisches Doktorandenkolleg

Das strukturierte DFDK „Kultur, Philosophie und Ethik der Medizin“ wird von der deutsch-franzö­sischen Hochschule (DFH) gefördert. Der Themen­schwer­punkt der ersten Förderperiode (2008 bis 2011) lag auf epistemologischen, historischen und ethischen Fragen der Neurowissenschaften, Neurologie und Psychiatrie. In der aktuellen Förderperiode (2012 bis 2014) wird der Umgang mit Grenzziehungen in der (Bio-)Medizin und deren Einfluss auf menschliche Biografien thematisiert. In der Förderperiode 2015 - 2017 widmet sich das Kolleg dem Thema "Narrative Praktiken der Medizin. Historische, soziologische, philosophische und ethische Diskurse". 

Koordinatorin

 Claudia Buir

Zielgruppen und Inhalte

Das DFDK richtet sich primär an Doktoranden, die eine wissenschaftliche Karriere in GTE oder einem  historischen oder philosophischen Fach (z.B. Ethik Wissenschaftsgeschichte, oder Wissenschaftsphilosophie) anstreben.
Das Kolleg umfasst die Bereiche:

  • Grundlagen der Wissenschaftsphilosophie und Medizintheorie
  • Geschichte der Medizin und der Lebenswissenschaften
  • Medikale Kulturen
  • Interkulturelle Medizin- und Forschungsethik
  • Angewandte Medizinethik

Das wissenschaftliche Hauptziel der Kooperation besteht in der interdisziplinären und interkulturellen Etablierung eines Diskurses über Fragen und Probleme an der Schnittfläche zwischen Medizin, Lebenswissenschaften, Technologie, Kultur und Gesellschaft sowie in der Durchdringung der spezifischen epistemologischen und ethischen Fragen, die sich in diesen Bereichen stellen. Methodisch leitend ist dabei das relativ neue Konzept der «Medicine Studies», die in Anlehnung an die «Science Studies» die Analyse, Rekonstruktion und kritisch-epistemologische Untersuchung von historischen und rezenten Entwicklungen und gegenwärtigen Prozessen im oben skizzierten Schnittbereich für die Beantwortung normativer Fragestellungen nutzbar machen.

Die jeweiligen Forschungs- und Lehrkulturen in Deutschland und Frankreich werden dabei selbst einen ausdrücklichen Schwerpunkt des binationalen Doktorandenkollegs bilden und entlang bestehender gemeinsamer Forschungsinteressen aus dem Bereich der Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und den Lebenswissenschaften methodisch fundiert begleitet.

Das strukturierte Doktorandenkolleg sieht für Mainz u. a. vor:

Das gesamte strukturierte Ausbildungsprogramm basiert auf dem Konzept der «engen Betreuung», d. h. jeder Nachwuchswissenschaftlerin und jedem Nachwuchswissenschaftler wird im jeweiligen Land eine Mentorin bzw. ein Mentor zur Seite gestellt. Diese bzw. dieser begleitet die Doktorandin bzw. den Doktoranden nicht nur in Forschung und Lehre, sondern erarbeitet mit ihr bzw. ihm auch ein Konzept zur beruflichen Fortentwicklung. Dabei ist insbesondere die internationale Vernetzung der Kooperationspartner als Mehrwert für die akademische Fortentwicklung der im Projekt betreuten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu sehen.

Aufenthalt im Partnerland

  • Zwischen 2 Wochen und 18 Monaten

Die Vorbereitung und Betreuung des Aufenthalts im Partnerland durch die verbundene Institution umfasst:

  • eine gemeinsame Erarbeitung des Promotionsprojekts,
  • eine Visitation, d.h. Vorstellung der Doktorandin bzw. des Doktoranden bei den Kooperationspartnern,
  • ein auf das jeweilige Forschungsfeld abgestimmte Lektüreprogramm von Schlüsseltexten,
  • sowie die Möglichkeit vorbereitender bzw. begleitender Sprachkurse.

Im Rahmen des deutsch-französischen Doktorandenkollegs können die teilnehmenden Doktorandinnen und Doktoranden bis zu 18 Monaten im Partnerland verbringen. Ein Auslandsaufenthalt muss mindestens 15 Tage andauern. Die DFH unterstützt dabei die Doktorandin bzw. den Doktoranden finanziell („Mobilitätsbeihilfe“). Diese Unterstützung kann mit anderen Stipendien kombiniert werden.

Bei der besonderen Befähigung der Doktorandin bzw. des Doktoranden besteht die Möglichkeit zur Eröffnung eines binationalen Promotionsverfahrens (cotutelle de thèse).

Förderungen der DFH

  • 600,- €/pro Monat während des Auslandsaufenthalts (Mobilitätsbeihilfe)
  • Teilnahme an den deutsch-französischen Workshops (Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten)
  • Möglichkeit zur Beantragung zusätzlicher Mittel für Sprachkurse etc. (Infrastrukturmittel)

Bewerbungsfirsten und –formalitäten

Eine Bewerbung ist jederzeit möglich. Bewerber müssen nicht an der Uni Mainz oder der ENS Paris eingeschrieben sein. Folgende Unterlagen sind im Institut GTE (Kontaktinformationen siehe Flyer und Merkblatt) einzureichen:

  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Motivationsschreiben (1-2 Seiten)
  • Exposé der Dissertation (max. 3 Seiten)
  • Nachweis von Französischkenntnissen (DELF/DALF oder äquivalent)

Download DFDK-Merkblatt:
DFDK_Merkblatt_2012 (Pdf , 82,5 KB)