Visual Universitätsmedizin Mainz

19. November 2015

Universitätsmedizin Mainz – Neue Sektion in der Neurologie

Neue Sektion für Bewegungsstörungen und Neurostimulation zielt auf ambulante und stationäre Behandlung von Patienten mit Parkinson, verschiedenen Tremorformen und anderen Bewegungsstörungen ab

Die jetzt in der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz etablierte Sektion für Bewegungsstörungen und Neurostimulation hat einen ganz zentralen Anspruch: Die Symptome der Parkinson Erkrankung, verschiedener Tremorformen und anderer Bewegungsstörungen deutlich verbessern. Vielversprechende neue Therapieoptionen kommen dort zur Anwendung. Des Weiteren hat die neue Sektion ein umfassendes Spektrum an klinischer und apparativer Diagnostik.

„Gerade bei Parkinson und verschiedenen Bewegungsstörungen lässt sich der Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Das belegen sowohl zahlreiche Studien, als auch unsere Erfahrungswerte im Umgang mit Patienten“, sagt Professor Dr. Sergiu Groppa, Leiter der Sektion für Bewegungsstörungen und Neurostimulation in der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Mainz. „Vor diesem Hintergrund war es unser Anspruch, hier alles unter einem Dach zu haben – angefangen von der Diagnostik mit der klinischen Beurteilung und Testung der Bewegungsabläufe im Motoriklabor bis hin zu stationären Therapien.“

Die neu eingerichtete Sektion bietet eine integrative und multidisziplinäre Versorgung der Patienten mit Bewegungsstörungen. So erfolgt die ambulante und stationäre Behandlung in enger Zusammenarbeit von Experten verschiedener medizinischer Bereiche. Dazu zählen neben Ärzten auch Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und speziell ausgebildete Pfleger.

Zum Therapieangebot zählt unter anderem die Botulinumtoxintherapie bei Tremor-Erkrankungen, Dystonien und Spastik. Dabei wird den Patienten Botox zur Behandlung krankhaft überaktiver Muskeln verabreicht. Unter Dystonien versteht man eine Gruppe von Bewegungsstörungen, deren neurologischer Ursprung in den motorischen Zentren im Gehirn liegt. Darüber hinaus kommen moderne Pumpverfahren wie die intrathekale Baclofentherapie zum Einsatz. Hierbei wird das Spastik reduzierende Medikament durch die im Bauchraum implantierte Pumpe fortwährend in die Rückenmarkflüssigkeit abgegeben. Dadurch gewinnen die Patienten wieder mehr Lebensqualität und häufig sogar mehr Selbständigkeit zurück. Weitere in der neuen Sektion zum Einsatz kommende Therapieoptionen sind L-Dopa beziehungsweise Apomorphinpumpen bei der Parkinson-Krankheit. Zudem erfolgt in Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurochirurgie der Universitätsmedizin Mainz die Anwendung der tiefen Hirnstimulation als etablierte Behandlung von Bewegungsstörungen.

 

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
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Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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