Visual Universitätsmedizin Mainz

Gutenberg COVID-19-Studie

Epidemiologie von COVID-19 in der rheinland-pfälzischen Bevölkerung – Die Gutenberg COVID-19 Studie (Eine Ergänzungsstudie zur Gutenberg-Gesundheitsstudie)

Studienleitung:

  • Univ.-Prof. Dr. med. Philipp Wild, M.Sc. (Koordinierender Studienleiter)
  • Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel 
  • Univ.-Prof. Dr. Karl J. Lackner
  • Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel
  • Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer
  • Univ.-Prof. Dr. Konstantin Strauch 

Thema

Bevölkerungsstichprobe, SARS-CoV-2

Studiendesign

Monozentrische, bevölkerungsbasierte, prospektive Kohortenstudie

Studienteilnehmer

Die Altersspanne der Teilnehmer*innen reicht von 25 bis 88 Jahren. Die in die GCS einbezogenen Personen nehmen überwiegend bereits an der Gutenberg-Gesundheitsstudie teil.

Stichprobengröße

10.250 Studienteilnehmer*innen

Ziele

Übergeordnetes Ziel der Gutenberg COVID-19-Studie ist es, die Auswirkungen der SARS-CoV2-Pandemie in Rheinland-Pfalz für Prävention und Gesundheit auf Individual- und Bevölkerungsebene zu erheben und zu analysieren.
Das primäre Ziel der GCS ist es, die Belastung durch asymptomatische und symptomatische SARS-CoV2-Infektionen in der rheinhessischen Allgemeinbevölkerung in Rheinland-Pfalz zu untersuchen.
Weitere Ziele der GCS umfassen:

  • Untersuchung der Ausbreitung der SARS-CoV2 Infektion in der Bevölkerung
  • Analyse von Immunisierung gegen SARS-CoV2 (durch Infektion oder Impfung) und Determinanten für einen Infektionsschutz
  • Quantifizierung der Auswirkungen der Pandemie auf die Gesellschaft
  • Evaluation von Änderungen in der Inanspruchnahme medizinischer Versorgung während der Pandemie
  • Untersuchung von psychosozialen, beruflichen und Lebensstil-assoziierten Implikationen der Corona-Pandemie
  • Identifikation von Risikofaktoren von symptomatischen SARS-CoV2-Infektionen
  • Untersuchung von Prädikatoren für Schweregrad und Spätfolgen von SARS-CoV2
  • Analyse der Relevanz von Infektionserkrankungen für die Bevölkerungsgesundheit
  • Aufbau einer nachhaltigen wissenschaftlichen Ressource für translationale Forschung zu SARS-CoV2
  • Aufbau einer Biobank für Zellen des Immunsystems

Studienverlauf

Erstuntersuchung (erster Besuch im Studienzentrum)
Follow-Up nach 4 Monaten (zweiter Besuch in Studienzentrum)
Nacherhebung nach 1 Jahr (Fragebogen)
Optional - Ambulante Überwachungsphase (Smartphone-basiert)
Zeitraum Studiendurchführung (Datenerhebung): Oktober 2020 – Juli 2022

Zusammenfassung

Die globale COVID-19-Pandemie stellt eine der bisher größten gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Dies betrifft nicht nur nationale Gesundheitssysteme, sondern auch soziale, wirtschaftliche und geopolitische Strukturen. Verlässliche epidemiologische und medizinische Daten sind Voraussetzung für politische, gesellschaftliche und medizinische Entscheidungen während der akuten Phase, aber auch darüber hinaus.
Die Gutenberg-COVID-19-Studie wird von der Universitätsmedizin Mainz von August 2020 bis Juni 2023 durchgeführt und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Untersucht werden 10.250 Personen in Rheinland-Pfalz, die überwiegend bereits über einen Zeitraum von bis zu 12 Jahren an einer bevölkerungsbasierten Langzeitstudie teilgenommen haben, bei der zu regelmäßigen Untersuchungszeitpunkten umfangreiche Biodaten und Biomaterialien gesammelt wurden. Die Gutenberg-COVID-19-Studie bietet eine umfassende, bevölkerungsrepräsentative biomedizinische und epidemiologische Datensammlung zur SARS-CoV2-Virusinfektion. Darüber hinaus werden Daten zu den gesundheitlichen und psychosozialen Folgen der Pandemie sowie zu den Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie (z. B. "Lockdown") erhoben.
Die in der ersten Phase der Studie geschaffene Datenbasis soll in einer zweiten Projektphase genutzt werden, um vertiefende und vielschichtige Auswertungen der vorhandenen Biodaten und Materialien vorzunehmen. Die hoch standardisierte Datenerfassung zu zwei Messzeitpunkten schafft die Möglichkeit, prospektive Daten zur Corona-Pandemie auszuwerten. Ein interdisziplinäres Forschungskonsortium wird die individuellen und gesellschaftlichen gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie und die getroffenen Maßnahmen (z.B. medizinische Versorgung, Impfung) untersuchen. Darüber hinaus werden klinische molekulare Studien zur SARS-CoV2-Infektion aus verfügbaren Biomaterialproben (z. B. Blut, Stuhl, Tränenfilm) durchgeführt, um neue Ansätze zur Diagnose, Prävention und Behandlung der Krankheit zu identifizieren. Die Stichprobengröße, kombiniert mit der hohen Granularität der verfügbaren Daten sowie die Datenerhebung zu den Studienteilnehmer*innen, erlauben eine Analyse spezifischer Untergruppen (z.B. Risikogruppen), auch unter Berücksichtigung alters- und geschlechtsspezifischer Unterschiede. Damit hat das Projekt das Potenzial, durch die Bereitstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse einen wichtigen Beitrag zur Abschätzung der Folgen der Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz und deren Bewältigung zu leisten.

Weblinks

www.unimedizin-mainz.de/gcs/uebersicht.html
GCS Dashboard: www.unimedizin-mainz.de/GCS/dashboard/