Visual Universitätsmedizin Mainz

3. November 2015

Zweitausendster Proband in Mainzer Herzinsuffizienzstudie untersucht

MyoVasc-Studie der Universitätsmedizin Mainz zielt darauf ab, die Prävention, Diagnostik und Behandlung von Herzschwäche zu verbessern
Newsbild

Herzschwäche – auch Herzinsuffizienz genannt – ist nach Informationen der Deutschen Herzstiftung weit verbreitet: In Deutschland gelten rund 1,8 Millionen Menschen als davon betroffen. Das Krankheitsbild verursacht etwa 1 bis 2 Prozent aller Gesundheitskosten in den westlichen Ländern. Ziel der im Jahr 2013 an der Universitätsmedizin Mainz gestarteten MyoVasc-Beobachtungstudie ist es, die unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Herzinsuffizienz besser zu verstehen. Zu diesem Zweck werden von den teilnehmenden Probanden unter anderem verschiedenste Biomaterialien entnommen, ihr aktueller Gesundheitsstatus sowie ihre Lebenssituation erfasst. Jetzt konnte der Zweitausendste Studienteilnehmer offiziell begrüßt werden.

„Unser Anspruch ist es, die Ursachen für den Verlauf der Erkrankung zu entschlüsseln. Neue Erkenntnisse sollen die Grundlagen für optimierte Präventions-, Diagnostik- und Therapiestrategien schaffen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild, der neben Univ.-Prof. Dr. Tommasso Gori die in das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) eingebundene Studie leitet.

Bei der Studie nehmen Patienten mit einer Herzinsuffizienz mit und ohne Symptome beziehungsweise Beschwerden teil. Für eine Teilnahme an der MyoVasc-Studie hat sich auch Dr. Walter Weinbach entschieden. Er ist der Zweitausendste Proband. Die Untersuchungen dauern rund fünf Stunden. Neben Lebenslauf, Lebensstil, Persönlichkeitsdaten und Erkrankungen werden auch Umweltfaktoren erfasst, die einen Einfluss auf das Auftreten und den Verlauf der Erkrankung haben können. Des Weiteren erhalten die Teilnehmer eine umfassende Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems mit modernsten technischen Mitteln. Auch werden verschiedenste Biomaterialien entnommen, um langfristig den Einfluss von Genetik und molekularen Prozessen untersuchen zu können. Die Studienteilnehmer werden in jährlichen Abständen für Folgeuntersuchungen kontaktiert.

„Mit jedem weiteren Studienteilnehmer wird die MyoVasc-Studie aussagekräftiger. Wir freuen uns daher besonders darüber, dass wir jetzt mit Dr. Weinbach den zweitausendsten Studienteilnehmer begrüßen konnten, und insgesamt sind wir hocherfreut, über die unverändert große Bereitschaft bei den Patienten, bei den Untersuchungen mitzumachen“, sagt Studienleiter Professor Gori und ergänzt: „Insgesamt sollen noch weitere 1000 Patienten in die Studie eingeschlossen werden, so wir am Ende eine wirklich solide Basis haben, um die komplexen molekularen Mechanismen der Herzinsuffizienz besser zu verstehen.“

Bildunterzeile: Bei der MyoVasc-Studie zur Herzinsuffizienz wurde der zweitausendste Teilnehmer begrüßt. Es freuen sich mit dem Teilnehmer Dr. Walter Weinbach aus Westhofen (mit Blumenstrauß), die Studienleiter Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild (3. v.li.), Univ.-Prof. Dr. Tommaso Gori (3.v. re), Studienmanager Dr. Sebastian Göbel (5.v.re.), die Studienärzte und wissenschaftlichen Mitarbeiter Tina Herholz (1.v.li), Dr. Simon Diestelmeier (4.v.li.) und Jaume Lerma Monteverde (2.v.re), sowie die Studienmitarbeiter Barbara Rübertus (2.v.li), Sandra Robbertz (4.v.re) und der administrative Leiter des DZHK Mainz Dr. Dirk Traiser (1.v.re)

 

Hinweis: Bild darf honorarfrei für redaktionelle Zwecke unter folgender Urheberangabe verwendet werden: Foto Peter Pulkowski

 

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131  17-7424, Fax 06131  17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Herzinsuffizienz:

Die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist eine Erkrankung mit vielfältigen Ursachen und sehr unterschiedlichen Verläufen. Sie ist der häufigste Grund für eine stationäre Krankenhausaufnahme in Deutschland. Bezüglich der Erkrankung ist eine deutliche Altersabhängigkeit des Auftretens der Herzinsuffizienz bekannt. Aufgrund des zunehmenden Anteils an älteren Menschen in der Bevölkerung wird auch die Herzinsuffizienz zunehmen, da diese Erkrankung im höheren Alter häufiger auftritt. Allerdings sind auch junge Menschen von der Erkrankung betroffen. Die Lebenserwartung bei einer mit Symptomen auftretenden Herzinsuffizienz ist dabei oftmals schlechter als die einer Krebserkrankung. Unter Berücksichtigung der stetig zunehmenden Alterung der Gesellschaft ist im Jahr 2040 eine Verdopplung der Inzidenz der Erkrankung gegenüber dem Jahr 2000 zu erwarten.

 

Über das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen seiner Bemühungen, optimale Forschungsbedingungen zur Bekämpfung von Volkskrankheiten zu schaffen, die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) gegründet. Eines dieser sechs Zentren ist das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Dieses Zentrum setzt sich aus insgesamt 29 Institutionen zusammen, die auf sieben Standorte verteilt sind. Die Ziele des Zentrums sind die Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Therapie von kardiovaskulären Erkrankungen. Die Universitätsmedizin Mainz gehört dem Standort RheinMain des DZHK an und hat im Netzwerk den Schwerpunkt in der patientenorientierten Forschung zu kardiovaskulären Erkrankungen. Die MyoVasc-Studie („An epidemiological, prospective cohort study to investigate the interaction between Myocardial and Vascular disease) wurde im Januar 2013 begonnen und wird durch das BMBF, die Universitätsmedizin Mainz sowie weitere Drittmittel der Präventiven Kardiologie / II. Medizinischen Klinik und Poliklinik finanziert.

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de


Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich mehr als 320.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Mehr als 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 700 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 8.700 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de.
[Zahlen: Stand 2021]