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2. June 2021

Staatstheater Mainz wird Modellprojekt

Seit Dienstagmittag ist klar: Ab Donnerstag, 3. Juni 2021, dürfen wieder Besucher*innen im Staatstheater Platz nehmen, im Großen Haus 350 und im Kleinen Haus 170. Das Staatstheater Mainz hat im Rahmen der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz die Erlaubnis erhalten, ein Modellprojekt zu werden und ist damit nicht mehr an die pauschale Platzreduzierung auf 100 Personen gebunden.

Die Stadt Mainz hat in engem Austausch mit den Projektbeteiligten und dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit eine entsprechende Allgemeinverfügung entwickelt und am heutigen Tage erlassen, damit der Vorstellungsbetrieb am Donnerstag, den 03.06.2021, wie geplant starten kann.

Durch das Modellprojekt soll Kultur wieder unter sicheren Rahmenbedingungen erlebbar gemacht werden. Dafür schließen sich das Theater und die Universitätsmedizin Mainz in Kooperation mit dem Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz und dem Gesundheitsamt Mainz-Bingen zu einer Partnerschaft zusammen, um die Kompetenzen der Medizin und die Möglichkeiten des Theaters miteinander zu verknüpfen. Medizin und Kultur müssen keine Gegensätze sein. Gemeinsame kulturelle Erlebnisse können sehr wertvoll sein, um über den Pandemiealltag hinaus eine wohltuende Erweiterung des Horizonts oder einfach eine Ablenkung von den derzeitigen Problemen und Ängsten zu ermöglichen.

Oberbürgermeister Michel Ebling freut sich, „dass die Landeshauptstadt zur Modellkommune für Kultur in Rheinland-Pfalz wird. Mit dem Staatstheater und der Universitätsmedizin haben wir in Mainz gleich zwei Spitzeneinrichtungen aus den Bereichen Kultur und Medizin, deren Zusammenarbeit bei diesem Vorhaben einzigartige Chancen bietet. Mit den bei diesem Modellprojekt gesammelten Erfahrungen bieten wir Kulturschaffenden eine Perspektive für Kunst und Kultur in Zeiten einer Pandemie. Hier kann die Stadt Mainz ein Musterbeispiel für das ganze Land werden.“

Im Rahmen des Modellprojekts stehen die nun stattfindenden Vorstellungen unter besonderen Hygienestandards: Nicht nur die gelernten AHA-Regeln, sondern auch andere Aspekte wie z. B. Wegeführungen, Lüftungskonzepte, Reinigungspläne, strikte Platzzuweisung an die Besucher*innen machen die Vorstellungen sicher. Bereits im letzten Jahr hat das Staatstheater gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz sein Hygienekonzept entwickelt und erfolgreich umgesetzt. Der stellvertretende Leiter der Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention der Universitätsmedizin Mainz, Dr. Wolfgang Kohnen, wird auch die aktuelle Umsetzung prüfend begleiten, um sie bei Bedarf an die Situation anzupassen.

„Als Universitätsmedizin Mainz sind wir stolz und glücklich, unsere Expertise für die Menschen und nun auch für die Kultur und das gesellschaftliche Leben einbringen zu können. Als größtes Krankenhaus im Lande mit einer seit vielen Jahrzehnten bestehenden Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention befinden wir uns von Anfang an im Zentrum der Pandemiebekämpfung. Wie alle hat uns diese Zeit herausgefordert, aber sie war auch sehr lehrreich. Dies können wir nun auch im Rahmen dieses Projektes nutzen, denn gerade hier zeigt sich: Eine adäquate Hygiene bietet die Chance auf mehr Lebensqualität“, betont Dr. Kohnen.

Um im Rahmen des Modellprojektes eine umfangreiche Testung des Publikums zu gewährleisten, hat das Staatstheater in Kooperation mit der Universitätsmedizin Mainz und dem Malteser Hilfsdienst bereits Mitte Mai eine Teststelle in den Räumlichkeiten des Restaurants Zum Grünen Kakadu aufgebaut, die für Mitarbeiter*innen und Besucher*innen erste Anlaufstelle sein soll. In den Vorstellungen sind nur negativ getestete Personen (oder vollständig Geimpfte / Genesene) zugelassen.

Die Besucher*innen werden direkt im Anschluss an die und bis zu 14 Tage nach der Vorstellung gebeten, Feedback über die Situation während der Veranstaltung sowie über mögliche Infektionszeichen zu geben. Sollten im Nachgang COVID-19-Fälle auftreten, so werden diese virologisch untersucht, um mögliche Übertragungswege eruieren zu können. Ziel der Modellstudie ist zu zeigen, dass Veranstaltungen unter den gesetzten Hygienestandards sicher sind.

Intendant Markus Müller ist allen Projektpartnern sowie der Stadt Mainz und dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit für die uneingeschränkt kooperative Zusammenarbeit und Unterstützung sehr dankbar. „Endlich wieder für unsere Besucher*innen da sein zu können und das zu tun, was unsere größte Kompetenz ist, nämlich Theater in all seinen Facetten zu zeigen, erfüllt mich mit großer Begeisterung. Gleichzeitig freue ich mich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Projektes und die Chancen, die uns diese großartige Kooperation bietet“.

„Ich freue mich, dass das Theater Mainz nach so vielen Monaten seine Türen öffnet und Kultur wieder erlebbar macht. Gemeinsam haben die Menschen im Land viel erreicht und Dank der sinkenden Inzidenzzahlen, konnte in der neuen Coronaverordnung, die heute in Kraft tritt, auch die Öffnung von Kultureinrichtungen wieder möglich gemacht werden. Ich wünsche allen Künstlerinnen und Künstlern eine erfolgreiche Premiere und den Besucherinnen und Besuchern eine unvergessliche Aufführung“, so Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit.

Von Donnerstag bis zum 18. Juli dürfen sich Besucher*innen auf ein vielfältiges Programm im Theater freuen. Karten gibt es telefonisch, per Mail und persönlich an der Theaterkasse, aktuell beispielsweise für Die Fledermaus oder La finta giardiniera im Großen Haus sowie für Herr Lehmann oder Tage des Verrats im Kleinen Haus.

Regeln für Theaterbesucher*innen im Überblick:

  • Bringen Sie bitte zur Vorstellung einen offiziellen Nachweis eines negativen COVID-19-Tests mit, der nicht älter als 24 Stunden ist. Der Nachweis der vollständigen Impfung vor mindestens 14 Tagen sowie der Nachweis einer Genesung, die nicht länger als 6 Monate zurückliegt, ersetzt das negative Testergebnis.
  • Bitte halten Sie stets 1,5 m Abstand zu Personen anderer Haushalte.
  • Das Tragen einer gut sitzenden medizinischen Maske bis zum Sitzplatz ist verpflichtend. Die Besucher*innen werden gebeten, sie auch während der Vorstellung zu tragen.
  • Bitte halten Sie sich während Ihres Theaterbesuchs an die allgemeinen Hygiene-Empfehlungen. Wahren Sie bitte die Nies- und Hustenetikette.
  • Für die Handhygiene stehen Ihnen, neben dem Händewaschen, Desinfektionsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Ihre Garderobe nehmen Sie bitte mit an Ihren Platz.
  • Bitte nutzen Sie nur den von Ihnen gebuchten Sitzplatz.
  • Jede zweite Reihe in den Sälen bleibt frei, zwischen Besuchergruppen mit maximal fünf Personen aus verschiedenen Haushalten bleibt ein Platz frei.
  • Die hochleistungsfähigen Lüftungsanlagen der Zuschauerräume saugen Aerosole schnell nach oben ab und sorgen stets für Frischluft.
  • Leider ist aufgrund der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung eine Bewirtung im Theater derzeit weder im Innen- noch im Außenbereich möglich.

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich mehr als 350.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie mehr als 600 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 8.500 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de.