Visual Universitätsmedizin Mainz

Ambulanz für Borderline-Persönlichkeitsstörungen

Leitung:

OA Hauke Felix Wiegand, MD/PhD

Prof. Dr. O. Tüscher

Prof. Dr. K. Lieb

Kontakt:

Tel. 06131 17-7340

 ambulanz.psychiatrie@unimedizin-mainz.de 

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Spezialambulanz für Betroffene mit (Verdacht auf) Borderline-Persönlichkeitsstörung dient der Diagnosestellung und der gemeinsamen Entwicklung eines integrierten Behandlungsplans.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) betrifft etwa 1 - 2 % der Allgemeinbevölkerung. Sie ist gekennzeichnet durch ein Muster von Instabilität in der Affektregulation, der Impulskontrolle, den zwischenmenschlichen Beziehungen und des Selbstbildes. Die BPS geht mit oft schweren psychosozialen Beeinträchtigungen und hohen Raten von Selbstverletzungen und Suizidalität einher. Aufgrund des hohen Leidensdrucks ist die BPS mit einer häufigen Inanspruchnahme von Ressourcen des Gesundheitssystems verbunden: bis zu 10 % der ambulanten psychiatrischen Patienten und 20 % der stationären Patienten leiden an einer BPS.

Das Konzept der BPS ist sowohl in der allgemeinen als auch in der psychosozialen Medizin noch nicht immer gut bekannt. Die Zeitspannen zwischen ersten Anzeichen der Störung und einer leitliniengerechten störungsspezifischen Behandlung sind oft lang, da lange Wartelisten für Psychotherapie, geringe Verfügbarkeit spezifischer Therapien und Störungsmerkmale wie Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen und Impulskontrolle als Zugangsbarrieren wirken können. Da zudem schwere Affektdysregulationen und "grenzwertige" psychotische Erfahrungen in Hochspannungszuständen auftreten können, wird die BPS manchmal als Psychose oder bipolare Störung fehldiagnostiziert und mit nicht indizierter Pharmakotherapie behandelt. Gleichzeitig auftretende Komorbiditäten können die Diagnose und Behandlungsplanung weiter erschweren.

Neben Forschungsaktivitäten zur evidenzbasierten Behandlung der BPS (AG Lieb) verfügt die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie über ein regional einzigartiges spezifisches stationäres Programm, das Elemente der Schematherapie und der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) integriert, zwei etablierte Therapiekonzepte für BPS. Weitere Angebote in Mainz und im Rhein-Main-Gebiet umfassen stationäre DBT-Programme für BPS und BPS plus komorbide Suchterkrankung. Mehrere ambulante Psychotherapeuten in der Region bieten DBT oder Schematherapie an. Allerdings sind diese Angebote nicht immer allgemein bekannt  und es ist herausfordernd für die Patienten, zwischen den verschiedenen Angeboten zu navigieren und  daraus ineinandergreifende Behandlungssequenzen zu erstellen.

Angebot der Ambulanzen

Die Ambulanz für Borderline-Persönlichkeitsstörungen richtet sich an Betroffene, die entweder selbst oder bei denen andere (Angehörige, Hausärzte und ambulante Therapeuten) den Verdacht haben, dass sie an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und ggf. komorbiden Störungen leiden. Wir bieten eine gründliche Abklärung von Differentialdiagnosen an, um die Diagnose zu stellen. Wir bieten Informationen über die Störung und mögliche evidenzbasierte Behandlungsmöglichkeiten in der Region an, um die Betroffenen zu befähigen und zu ermutigen, sich für ein evidenzbasiertes Behandlungsprogramm anzumelden. Basierend auf diesen Informationen bieten wir an, gemeinsam einen integrierten Behandlungsplan zu entwickeln.