Visual Universitätsmedizin Mainz

Verbessert sich die Lebensqualität durch die Anpassung vergrößernder Sehhilfen?

Projektleiter: PD Dr. S Pitz, Dr. R Zwerenz

Verbessert sich die Lebensqualität durch die Anpassung vergrößernder Sehhilfen?

Es ist bisher nicht untersucht, wie sich die Anpassung vergrößernder Sehhilfen (VSH) auf die Lebensqualität Sehbehinderter auswirkt. In einer prospektiven, konsekutiven, nicht randomisierten Studie sollen insgesamt 50 Patienten vor und 4 Monate nach Anpassung einer VSH untersucht werden.

Die Lebensqualität wird anhand des Visual Functioning Questionnaire (NEI-VFQ) ermittelt. Zur Kontrolle von Komorbiditäten und Einflussfaktoren werden zusätzlich kognitive Fähigkeiten sowie Depressivität und Angst mit Hilfe standardisierter Messverfahren untersucht.

Bisher wurden 45 Patienten (Alter: M=74; SD=13,62; 53 % Frauen, 47 % Männer) eingeschlossen, von 17 Patienten liegen die Daten der Nachuntersuchung vor.

Bei Auswertung dieser ersten Daten lag die Sehschärfe am besseren Auge vor Anpassung bei 0,08. Zwei Patienten verfügten bislang über keinerlei VSH; bei 15 Patienten erfolgte die zusätzliche Anpassung von weiteren Hilfsmitteln (durchschnittlich 1,65 Hilfsmittel/Patient). Eine statistisch signifikante Zunahme der Lebensqualität ergab sich für das Sehvermögen im Nahbereich, die Lesefähigkeit sowie die soziale Funktionsfähigkeit. Alle anderen untersuchten Parameter zeigten keine relevante Veränderung.

Schlussfolgerung: Die Anpassung einer VSH beeinflusst die subjektiv vom Patienten wahrgenommene Lebensqualität positiv. Überraschend ist, dass dies nicht nur für die zu erwartenden Verbesserungen in den Bereichen Nahsicht und Lesefähigkeit, sondern nach Maßgabe dieser ersten Ergebnisse auch für die soziale Funktionsfähigkeit zutrifft.

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Studie der Augenklinik und der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Mainz.

 

Laufzeit: 2005-2009

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