Visual Universitätsmedizin Mainz

Zentrale Schmerz- und Stressverarbeitung bei somatoformer Schmerzstörung

Projektleiter: PD Dr. Ralf Nickel

Es wird die Stressverarbeitung bei somatoformen Schmerzpatienten untersucht und mit der Reaktion gesunder Kontrollpersonen verglichen. Parallel dazu sol­len morphologische Veränderungen im Sinne einer neuronalen Degeneration vor allem des Hippokampus als Folge früher Stresseinwirkungen mittels Volumetrie bestimmt werden.

Bei somatoformen Schmerzpatienten konnte in einer Reihe von Studien die Kumulation früher Stressoren gefunden werden. Eine somatoforme Schmerz­störung wird durch psychosoziale, seltener biologische Belastungsfaktoren im Erwachsenenalter ausgelöst. Eine Untersuchung der Zusammenhänge zwischen frühen Stressoren und strukturellen sowie funktionellen cerebralen Verände­rungen bei Patienten mit somatoformen Schmerzstörungen ist bisher nicht durchgeführt worden.

Die Patientenselektion erfolgt über die im Rahmen eines laufenden DFG-Pro­jektes aufwändige Diagnostik von 8-10 Stunden. Anhand der SKID-1- und -II-Ergebnisse (Strukturiertes Klinisches Interview für ICD-10 und DSM-IV) er­folgt eine zusätzliche Auswahl von somatoformen Schmerzpatienten ohne zu­sätzliche Komorbidität. Anhand einer strukturierten biographischen Anamnese (MSBA) kann das Ausmaß früher Stresserfahrungen in Kindheit und Jugend - damit der individuellen Stressvulnerabilität abgeschätzt werden. Die erste Stufe des Versuchsplans sieht eine Messung der Schmerzempfindlichkeit anhand der „Quantitativen Sensorischen Testung QST“ (Programm Prof. Treede) vor, um Unterschiede hinsichtlich Reizschwelle und Schmerzintensität zwischen beiden Gruppen aufzuzeigen.

Im zweiten Schritt wird die Stressverarbeitung durch Stressinduktion gemes­sen. Anhand einer zusätzlichen Schmerzinduktion (Prick-Testung) wird die Auswirkung der Stressinduktion auf die Schmerzverarbeitung untersucht. Ruhe- und Stressphasen wechseln einander jeweils ab. Während der gesamten Testung befinden sich die Probanden im MRT, zusätzlich erfolgt die Aufzeich­nung von Stressparametern (Puls).

Bisher wurden 22 Patienten und 20 Kontrollpersonen in die Untersuchung eingeschlossen.

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