Visual Universitätsmedizin Mainz

Die Bedeutung der subjektiven Wahrnehmung physiologischer Schwindelsensationen für die Pathogenese des Somatoformen Schwindels. Ein Beitrag zur weiteren Differenzierung der Modellbildung zur Pathogenese somatoformer Schwindelzustände.

Projektleiter: PD Dr. A. Eckhardt-Henn

Thema: Prospektive Studie zur Pathogenese und Frühdiagnostik somatoformer Schwindelerkrankungen.

Im Rahmen einer prospektiven Studie werden 150 konsekutive Patienten mit akuten organischen Schwindelerkrankungen (Neuritis vestibularis, Morbus Menière, benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel, basiläre bzw. vestibuläre Migräne) daraufhin untersucht, ob sie im weiteren Verlauf (Unter­suchungszeitraum: 2 Jahre mit T0-T4 fünf Messzeitpunkten) eine somatoforme Schwindelerkrankung oder anderweitige psycho-pathologische Störungen ent­wickeln.

In einem aufwändigen Design, in dem verschiedenste neurologische und psychosomatisch/psychosoziale Variablen untersucht werden, sollen Parameter identifiziert werden, die sich für die möglichst zuverlässige Vorhersage der Entwicklung einer somatoformen Schwindelerkrankung in der Folge organi­scher Schwindelerkrankungen eignen. Das Hauptziel ist, ein praktikables dia­gnostisches Screening-Instrument zu entwickeln, das es dem Klinik- und niedergelassenen Allgemein- und Facharzt ermöglicht, das Risiko der Ent­wicklung einer somatoformen Schwindelerkrankung frühzeitig zu erkennen und entsprechende therapeutische und diagnostische Maßnahmen einzuleiten. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Verbesserung und Differenzierung des pathogenetischen Verständnisses somatoformer Schwindelsyndrome, d.h. die auf diesem Gebiet noch weitgehend ausstehende Modellbildung zu entwickeln. Fernziel der Studie ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, die Häufig­keit von somatoformen Schwindelerkrankungen und die damit verbundenen Einschränkungen und Folgeschäden erheblich und langfristig stabil zu verrin­gern.

Zum gegenwärtigen Stand sind etwa 80 Patienten zu den Messzeitpunkten T0-T2 bereits untersucht worden. Etwa 30 Patienten haben bereits alle Messzeit­punkte durchlaufen. Die weitere Erhebung der Daten wird noch etwa bis Herbst 2006 dauern. Es wurde bereits ein Folgeantrag bei der DFG für das Projekt beantragt.

 

Literatur:

Best C, Bense S, Dieterich M, Breuer P, Diener G, Eckhardt-Henn A. Angst, Depressivität und Somatisierungstendenz beeinflussen die subjektive Wahr­nehmung physiologischer Schwindelsensationen. Akt Neurologie 2004; 31(S1): S. 63

Dieterich M, Eckhardt-Henn A.Neurologische und Somatoforme Schwindel­symptome. Nervenarzt 2004; 75: S. 281-302

Eckhardt-Henn A, Breuer P, Thomalske C et al. Aniety disorders and other subgroups in patients complaining of dizziness. J Anxiety Disorders 2003; 17: S. 369-388

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